Vegan leben: Sind Sie bereit für ein Zeichen neuer Männlichkeit?

Erfolgreiche Vorbilder zeigen den Weg zu einer durchdachten Ernährung

Soja-Sören, Pflanzenfresser, Mitglieder im „Du-isst-meinem-Essen-das-Essen-weg“-Club: Zugegeben, Veganer haben es in unserer Gesellschaft nicht leicht. Oftmals hat man sogar das Gefühl, dass es vegan lebende Männer prinzipiell noch härter trifft als Frauen: Während man Frauen halbwegs zugesteht, dass sie lieber die Finger von toten Tierteilen lassen, sieht dies bei Männern häufig anders aus, denn in vielen Kreisen gilt das Essen von Fleisch als selbstverständlicher Männlichkeitsbeweis.

 

Dass Ansichten dieser Art allerdings völlig überholt sind, steht außer Frage dennoch fällt es gerade vielen Männern schwer, zu einem tierleidfreien Lebensstil zu stehen oder ihn zumindest einmal auszuprobieren.

Dabei gibt es nicht nur immer mehr vegane Produkte, die auch vielen Fleischessern schmecken, sondern auch immer mehr coole Typen, die es gar nicht so männlich finden, an den Knochen ausgeweideter Tiere zu nagen.

Schon einmal was von Joaquin Phoenix, Jared Leto, Lewis Hamilton oder Woody Harrelson gehört?

Diese Herren sind nicht verdammt attraktiv und erfolgreich, sondern leben auch vegan (beziehungsweise zumindest pflanzenbasiert).

Auch, wenn das Konzept Alpha-Männer ziemlich überholt ist: Es gibt sie also auch in unblutig. 

Keine Sorge wir wollen Sie heute nicht zum Veganer machen, Ihnen aber dennoch zeigen, dass diese Lebensweise tatsächlich Spaß machen und gut für Ihre Gesundheit sein kann.

Los geht’s!

 

Mann Kettlebell Muskeln

 

Veganismus macht Männer schwach. Wirklich?

 

Vom Salat schrumpft der Bizeps?

Nun nicht wirklich.

Denn wenn man beispielsweise bedenkt, dass der deutsche Kraftsportler und Strongman Patrik Baboumian bereits seit 2005 zu den sich rein pflanzlich ernährenden Herren gehört, kann an der Salat-ist-der-natürlich-Feind-des Bizeps-Theorie nicht viel dran sein: Schließlich schafft es Baboumian beispielsweise unglaubliche 560 Kilo im Yoke Walk zu bewegen und Guinness Buch-Rekorde aufzustellen. 1 Baboumian stellt Weltrekord auf: 555 kg getragen albert-schweitzer-stiftung.de

Der Athlet hat zum Thema Stärke und ihre verschiedenen Ebenen in einem Spot der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. folgendes zu sagen: 

„Wahre Stärke bedeutet für mich Respekt vor dem Leben anderer“, sagt Baboumian. „Ich habe mir eines Tages die Frage gestellt, wie sich meine Einstellung zum Leben und zu Tieren mit meinen Essgewohnheiten vereinbaren lässt und dann direkt die Konsequenz gezogen – ich war noch nie so stark, glücklich und körperlich ausgeglichen wie heute.“ 2 STÄRKE – PETA-Spot mit Strongman Patrik Baboumian www.youtube.com

Neu ist die Idee des Verzichts auf tierische Produkte übrigens nicht: Zwar wurde der Begriff vegan 1944 von Aktivist Donald Watson als Abgrenzung zum Vegetarismus erfunden, die Ursprünge der Idee sind jedoch noch viel weiter in der Geschichte der Menschheit zu finden. 

Denn schon im 5. und 6. Jahrhundert vor Christus gab es eine Gruppe von Menschen, die der Ausbeutung von Tieren ziemlich kritisch gegenüberstanden: die Pythagoreer und Orphiker. 

 

Junge Mädchen Mathematik

 

Und ja, wenn bei der Bezeichnung „Pythagoreer“ gerade etwas klingelt, liegen Sie genau richtig, denn es handelt sich um den Anhänger von Pythagoras, dem Philosophen, der uns damals die Mathestunden versüßt hat. 3 Die Satzgruppe des Pythagoras schule-bw.de

Es ist überliefert, dass sich Pythagoras selbst rein pflanzlich ernährte, weil er eine physische und psychische Verwandtschaft zwischen Mensch und Tier sah. 

Auch der Philosoph Jean-Jacques Rousseau, der im 18. Jahrhundert bekanntermaßen eine der Schlüsselfiguren der Aufklärung war, soll Schlachthäusern und Tierqual mit purem Entsetzen begegnet sein.

So soll er es außerdem sogar abgelehnt haben, auf Pferden zu reiten.

Damit wäre wohl eindrucksvoll bewiesen, dass vegan keine Neuerfindung gut betuchter Hipster aus Berlin-Mitte sein muss, finden Sie nicht auch?

Beschäftigen wir uns daher nun einmal mit der wichtigsten Frage, die Veganer öfter am Tag hören als Kirchenglocken.

 

Steak In Küche

 

Und wo kriegst du DEIN Protein her?

 

Es gibt kaum eine Frage, die Veganern so häufig gestellt wurde, wie die Frage nach der Proteinversorgung.

Um diese tatsächlich einmal zu beantworten: Veganes Protein gibt es wie Sand am Meer! 

Egal ob Tofu, Seitan, Lupine oder Hülsenfrüchte: ein Proteinmangel ist auch bei Veganern bei einer ausgewogenen Ernährung nicht zu befürchten. 

Wer eine Extraportion Protein benötigt, kann diese beispielsweise wie bei jeder anderen Ernährungsform auch   via Eiweißshake oder -riegel zu sich nehmen.

Unbedingt zu empfehlen ist eine zu große Eiweißaufnahme – ganz unabhängig davon, was der Coach im Fitnessstudio dazu sagt – nicht unbedingt, denn, laut epidemiologischer Studien konnte nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass eine zu hohe Proteinzufuhr krebsfördernd sein könnte. 4 Diet, Nutrition, and Cancer ncbi.nlm.nih.gov

 

Infografik Deutsches Veggie-Potenzial
© statista.de

 

Und warum soll vegan gesund sein?

 

Als Erstes einmal ein kleiner Hinweis: Prinzipiell kann man sich mit den meisten Ernährungsformen gesund ernähren: egal ob Mischkost, vegetarisch oder vegan.

Falls Sie nicht hinter einem Stein leben (und wenn Sie gerade diesen Artikel lesen, dann tun Sie das definitiv nicht), dann wissen Sie mit Sicherheit, wie viel Beef (was für ein Wortspiel!) „Gesundheitsgurus“ miteinander haben. 

Mal ist die ketogene Ernährung das Nonplusultra, mal ist es Low Carb oder Low Fat. 

Kurzum: Auf diese Aussagen können wir uns nicht verlassen.

Worauf wir uns aber durchaus verlassen können, ist die Tatsache, dass vegane Ernährung (sofern Sie denn vollwertig umgesetzt wird) eine Vielzahl von Antioxidantien, Vitaminen, Mineralstoffen, wichtigen Mikronährstoffen, komplexen Kohlenhydrate, leicht verdaulichem Protein sowie gesunde Fette enthält, die Ihren Körper in Top-Form halten. 5 Vegane Ernährung – welche Nahrungsergänzung ist sinnvoll? verbraucherzentrale.de

 

Mann Kocht Vegan

 

Wenn etwas supplementiert werden muss, dann ist es das Vitamin B12, da dieses in rein pflanzlichen Lebensmitteln fast nicht vorkommt. 

Eine Studie, veröffentlicht im Fachmagazin Journal of the American Heart Association, zeigt, dass vegane Ernährungsgewohnheiten mit einem niedrigeren Risiko für Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Übergewicht und einigen Krebsarten verbunden sein können. 6 Anti‐Inflammatory Effects of a Vegan Diet Versus the American Heart Association–Recommended Diet in Coronary Artery Disease Trial ahajournals.org

Durch den Verzicht auf tierische Produkte können zudem gesättigte Fette und Cholesterin reduziert werden, während der Konsum von Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren erhöht wird. 

Ist es da ein Wunder, dass Experten zum Thema Langlebigkeit wie Harvard-Professor Dr. David Sinclair oder Unternehmer und Visionär Bryan Johnson rein pflanzlich ernähren?

 

Foto Bryan Johnson
Image © Bryan Johnson

 

Wie starten? 

 

Keine Sorge, Sie müssen nicht gleich zum enthusiastischen Vollzeit-Veganer werden, doch wie wäre es vielleicht, hin und wieder einmal etwas Veganes auszuprobieren?

Oder vielleicht einen veganen Tag in der Woche zu etablieren?

Tut nicht weh, schmeckt gut, ist mal was anderes und tut gut. 

Und wer weiß: Vielleicht sind Familie und Freunde auch dabei und es kommt zu geselligen Koch-Sessions in geselliger Runde …

 

Leckerer Veganer Burger

 

Veganes Burgerrezept

 

Beginnen wir einfach mit etwas, das ziemlich unkompliziert ist, an sich jedem schmeckt und die CO₂-Bilanz Ihres Grillabends so gestaltet, dass Sie Ihren Nachkommen zumindest dafür keine Rechenschaft ablegen müssen: der vegane Burger!

Natürlich können Sie mittlerweile in jedem Supermarkt leckere, rein pflanzliche Burger Patties kaufen, allerdings wollen wir heute selbst die Ärmel hochkrempeln und unseren eigenen Burger kreieren.

Dazu benötigen Sie:

  • 200 g gekochte schwarze Bohnen (aus der Dose reicht natürlich)
  • 100 g Haferflocken
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Paprika
  • 1 TL Sojasauce
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • 2 EL Olivenöl
  • Burgerbrötchen
  • Beläge nach Wahl (Salat, Tomatenscheiben, Zwiebelringe, Avocado, etc.)
  • Veganer Käse (falls Sie einen Cheeseburger bevorzugen)
  • Auf Wunsch: 1–2 Tropfen Raucharoma

 

Und so einfach, schnell und kostengünstig wird’s gemacht:

  1. In einer großen Schüssel die gekochten schwarzen Bohnen grob zerdrücken. Geben Sie die Haferflocken, gehackte Zwiebel, Knoblauch, Kreuzkümmel, Paprika, Sojasauce, Salz und Pfeffer hinzu. Vermischen Sie alles gut, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
  2. Formen Sie die Mischung zu Burger-Pattys. Achten Sie darauf, dass sie fest und gut zusammenhalten.
  3. Erhitzen Sie das Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze. Braten Sie die Burger-Pattys von beiden Seiten etwa 4–5 Minuten lang, bis sie goldbraun und knusprig sind.
  4. Während die Patties braten, können Sie die Burgerbrötchen nach Belieben toasten oder erwärmen. Sobald die Patties fertig sind, nehmen Sie sie aus der Pfanne und lassen sie kurz abkühlen.
  5. Bauen Sie nun Ihren veganen Burger zusammen. Legen Sie ein Patty auf das untere Brötchen, garnieren Sie es mit Salat, Tomatenscheiben, Zwiebelringen, Avocado oder anderen gewünschten Belägen. Legen Sie das obere Brötchen darauf.

 

Servieren Sie den Burger warm und genießen Sie ihn zusammen mit Pommes oder einem Salat. Wir wünschen guten Appetit!

 

Familie Glücklich Essen

 

Fazit: Vegan und Männer? Yes, Sir!

 

Männlichkeit mit Fleischessen zu verbinden, klingt nicht nur altbacken – sondern ist es auch. 

Wichtiger ist es zu überlegen, welche Konsequenzen das eigene Handeln nicht nur auf die eigene Person, sondern auf den Planeten, die Tiere und das Klima hat.

Das ist vielleicht nicht „Terminator“-männlich, aber dennoch verdammt STARK.

 

Quellen

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