Körper & Geist

Trinken Sie Absinth

Absinth - Drei Gläser
Thilo Heffen
Geschrieben von Thilo Heffen

Kaum ein anderes Getränk hatte so mit seinem Ruf zu kämpfen wie Absinth. Von Halluzinationen über ermordete Ehefrauen bis hin zu selbst abgeschnittenen Ohren wurde im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert immer dieses alkoholhaltige Getränk als Ursache des Übels ausgemacht. Dabei ist die grüne Fee -wie Absinth noch genannt wird- alles andere als Teufelszeug. Er schmeckt sogar ziemlich gut! Wir haben hier seine Geschichte aufgeschrieben und empfehlen am Ende des Artikels unsere fünf Spitzenreiter.

Was ist Absinth?

Der Absinth ist eine Wermutspirituose, die neben -wie es der Name schon sagt- Wermut aus Anis, Fenchel und weiteren Kräutern hergestellt wird. Mit einem Alkoholgehalt zwischen 45 und 85 Prozent ist die „grüne Fee“ kein Leichtgewicht.

Das im Absinth enthaltene Thujon, ein Bestandteil des ätherischen Öls des Wermuts, wurde auf dem Höhepunkt der Absinthwelle für alle möglichen Schäden, von Schwindel über Depressionen und Wahnvorstellungen bis hin zur Blindheit, verantwortlich gemacht. Nicht verwunderlich, da Thujon als Nervengift gilt, das in höher Konzentration Verwirrung und der Epilepsie ähnliche Krämpfe hervorrufen kann. Aber keine Angst, in der europäischen Union ist der Thujongehalt eines alkoholischen Getränks auf maximal 35mg/kg begrenzt, je nach Art der Spirituose.

Herstellung

Die drei Hauptbestandteile Wermut, Fenchel und Anis werden in neutralem oder Weinalkohol eingeweichte (mazeriert) und dann destilliert. Durch die Destillation werden die im Wermut enthaltenen Bitterstoffe abgetrennt. Ansonsten würde das Destillat nicht schmecken. Bitterkeit kann übrigens auch ein Anzeichen dafür sein, dass es sich bei diesem Absinth um ein minderwertiges Produkt handelt, bei dem unter Umständen Wermutextrakte verwendet wurden und kein Destillationspozess stattfand.

Die grüne Färbung des Destillats wird durch das Chlorophyll der beigefügten Kräuter wie z.B. Minze, Melisse oder Ysop, die auch geschmacklich ihren Beitrag leisten, verursacht. Heutzutage gibt es auch schwarze, blaue oder rote Absinthe, deren ungewöhnliche Färbung aus Marketinggründen vorgenommen wird.

Wissenswert ist auch, dass die Mazerationsmethode erst ab den Absinthe der gehobenen Mittelklasse angewandt wird. Billige und minderwertige Absinthe werden mit Lebensmittelfarbe eingefärbt und durchlaufen einen vereinfachten Produktionsprozess, bei dem Absinthessenz in hochprozentigen Alkohol gegeben wird.

Die Geschichte der grünen Fee

Absinth wurde ein der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Schweiz kreiert. Zwar weiss man genau wo dieses Getränk entstand (Im Kanton Neuenburg), allerdings ranken sich um den Urheber des Rezepts viele Gerüchte. Sicher ist, dass die Rezeptur von einem gewissen Major Dubied erworben wurde, der mit Sohn und seinem Schwiegersohn, Henri Louis Pernod, eine Absinth-Brennerei gründete. Um die Zollformalitäten zu umgehen wurde die Destillerie nach ein paar Jahren nach Frankreich verlegt.

Bis zum Verbot 1915 erfreute sich Absinth zunehmender Beliebtheit. Grund dieses Verbots war die -falsche- Vermutung, dass das im Absinth enthaltene Thujon wie eine Droge süchtig mache und Rauschzustände verursache. Tatsächlich ist der Thujongehalt so gering, dass nur exzessiver Genuss dieses Wermutgetränks einen Einfluss auf Körper und Geist hätte. Das Verbot wurde 1991 wieder aufgehoben und seitdem ist Absinth wieder frei verkäuflich.

Wie trinkt man Absinth?

Im Gegensatz zu anderen alkoholischen Getränke, die einfach nur getrunken werden, hat sich um Absinth eine regelrechte Trinkkultur entwickelt. Am bekanntesten ist das, von einem tschechischen Spirituosenhersteller eingeführte Feuerritual, bei dem auf einen speziellen Absinthlöffel gelegter Würfelzucker angezündet wird.

Man kann das Getränk aber auch ganz schnöde nur mit Wasser mischen und genießen.

Die fünf Besten

Hier haben wir unsere persönliche Hitliste der fünf besten Absinthe, die Sie unbedingt probieren sollten. Dabei ist es egal ob das in einem Straßencafé oder zuhause im Wohnzimmer geschieht. Viel Spaß beim probieren!

Pernod Absinthe Recette Traditionnelle

Absinth - Pernod

Der Pernod Absinthe war der erste Absinth der Welt und diese Neuauflage orientiert sich an der Originalrezeptur.
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Absinth Versinthe 65 La Verte

Absinth - Versinthe

Der Versinthe La Verte Absinth mit seiner nicht zu intensiven grünen Färbung sollte am besten mit eiskaltem Wasser und einem kleinen Stück Würfelzucker verdünnt werden.
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Mansinthe absinthe 66.6%

Absinth - Mansinthe

Ein sehr guter Absinth mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs Verhältnis , der durchaus mit den teureren Produkten der Häuser Pernot, Kübler und Matter mithalten kann und bei dessen Entstehung der Sänger Marilyn Manson beteiligt war.
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St. Georg Absinth Verte

Absinth - St. Georg Absinth Verte

Der erste legale, amerikanische Absinth, der nach der Aufhebung des US-Verbots in 2007 freigegeben wurde, ohne künstliche Inhaltsstoffe und ohne Mätzchen.
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Absinthe Vieux Pontarlier

Absinth - Vieux Pontarlier

1925 ursprünglich als Ersatz für den 1915 verbotenen Absinth der Firma Emile Pernot gedacht, ist es selbst in seinem Herkunftsland Frankreich schwierig, ihn weiter als 100 km von der Brennerei in Pontarlier entfernt zu finden.
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Bildnachweis: Titelbild Adam Berry

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix "Ex-", wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.

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