CARSTEN ESTERMANN – HANDCRAFTED ENGRAVINGS

"The fine craft of engraving" auf neue Höhen gebracht

Eines vorweg: Carsten Estermann ist kein Gravierer. So kann man vielleicht das Gerät nennen, mit dem er arbeitet. Carsten Estermann ist Graveur. Denn der gelernte Zahntechniker schafft Unikate, deren Ruf mittlerweile auch außerhalb der Motorrad- und Customszene angekommen ist.

HINWEIS: Dieser Artikel erschien zuerst in der Lektüre der “New Heritage – Festival für Zeitloses” 2019 in Düsseldorf und zeitgleich auf dem Blog des Festivals.

Dabei arbeitet er mit verschiedensten Materialien, wie zum Beispiel Glas oder Metall. Denn prinzipiell lässt sich (fast) alles gravieren. “Nur bei Chrom oder Leder gibt es Schwierigkeiten”, sagt Carsten, “Leder beispielsweise franst schnell sehr stark aus.”

Angefangen hatte alles mit einem Fahrradrahmen. Der gebürtige Kölner entschloss sich 2012, den Schritt vom erlernten Beruf des Zahntechnikers hin zu etwas zu machen, was ihn wirklich ausfüllt. Der Umgang mit dem Gerät, die ruhige Hand, die sorgfältige Arbeit über Stunden, das war das Handwerkszeug das Carsten aus seinem alten Beruf mitbrachte und das auch als Graveur unverzichtbar ist.

An besagtem Fahrradrahmen versuchte er sich eher aus Neugier als erstes, und das Ergebnis war gut. Es dauerte nicht lange, da kamen die ersten Anfragen aus dem Bekanntenkreis. Das nächste war eine VW-Motorhaube, auf der ein Freund etwas graviert haben wollte. Seitdem hat Carsten schon sehr viele Stücke zu einzigartigen Objekten gestaltet: Vom Ford Roadster bis zum Impala Stationwagon Lowrider, von verschiedenen Motorradteilen bis zum “Chopper” von Ehinger Kraftrad, bei dem das wiederkehrende Motiv durch den schwarz-roten Lack, in gepunzter Form auf der ledernen Sitzbank bis zur von Carsten gearbeiteten Gravur auf dem 1947er Knucklehead Motor fortgeführt wird. Eine Handarbeit, auf die er nach wie vor sehr stolz ist.

 

Sowieso steckt in jeder seiner Arbeiten viel Herzblut, egal ob es ein Motorrad oder ein Schlüsselanhänger ist. Bekommt Carsten einen Auftrag, dann bespricht er mit dem Kunden das Design so lange anhand von Zeichnungen, bis beide genau wissen wie das fertige Ergebnis aussehen soll. Inspiration holte sich Carsten anfangs von Typografien oder aus der Schildermalerei.

Daraus entstand im Lauf der Zeit eine eigene Technik und der unverwechselbare Stil seiner Arbeiten, für den er mittlerweile bekannt ist. Bekommt er das “Go” vom Kunden, macht sich Carsten an die Arbeit. Nach gründlicher Vorbehandlung und Reinigung des Untergrundes beginnt er, das Objekt frei Hand und mit entsprechender Drehzahl des Bohrers mit seinem eigenen Stil zu verschönern. Dass das dauern kann, ist natürlich klar. Für einen Motorradtank braucht er durchaus bis zu hundert Stunden.

Eine Zeit, die der Kunde aber gerne in Kauf nimmt, weiß er doch, dass er etwas bekommt, was so kein zweites Mal auf diesem Planeten existiert. Wenn es gewünscht wird, kann das Objekt im Anschluss an die fertige Gravur brüniert oder versiegelt werden. Oder es bleibt unbehandelt, um so eine Patina zu schaffen, die die filigranen Arbeiten des Künstlers noch besser zur Geltung bringt.

Dabei lehnt er durchaus auch Anfragen ab, wenn die gewünschte Symbolik politisch unkorrekt ist. “Wer zu mir kommt und ein diskriminierendes Motiv will, selbst wenn es aus Spaß ist, der ist bei mir an der falschen Adresse.” sagt der Künstler.

Carstens Arbeiten sind bezahlbar, denn der Künstler ist trotz steigendem Bekanntheitsgrad auf dem Boden geblieben. “Natürlich möchte ich Geld mit meiner Arbeit verdienen,” sagt er, “aber wichtiger ist mir, dass mein Kunde und ich zufrieden und stolz auf das fertige Ergebnis sind.” Ein Anspruch, dem er bisher ausnahmslos gerecht geworden ist.

Wer mehr Künstler auf EXIMUM sehen möchte, der sollte sich sich die Arbeiten von Jonathan Payne, Daniel Edlen oder Tim Bengel anschauen

Wer mehr von Carsten sehen will:

Headerbild: www.rick-parker.com

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