Alles über eine Spirituose, die viel zu lange geheim gehalten wurde.

Es gibt Menschen, die bringen sich alles (Un)mögliche als Souvenir aus dem Urlaub mit: Strohhüte, Klamotten, gefälschte Design Uhren, Krimskrams der im heimischen Wohnzimmer zum Staubmagneten wird. August Ullrich machte es cleverer: Er brachte 2014 von seinem USA-Aufenthalt eine Geschäftsidee mit, die er mit seinem Freund und Studienkollegen Philip Morsink in Deutschland erfolgreich umsetzte: O’Donnell Moonshine!

Woher der Begriff Moonshine für den schwarz gebrannten Alkohol kommt, ist nicht hundertprozentig nachgewiesen. Die einen verweisen auf eine Anekdote, nach der im 18. Jahrhundert ein paar Schmuggler in den Appalachen von einem Steuereintreiber dabei erwischt wurden, wie sie Fässer mit illegalem Brandy aus dem Boden am Ufer eines Sees harken wollten. Sie stellten sich betrunken, wiesen auf das Spiegelbild des Mondes auf der Wasseroberfläche und erklärten, sie wollten diesen runden Käse harken.

o'donnell moonshine - Prost!

Photo Credit: O’Donnell Moonshine

Andere meinen, der Name Moonshine komme daher, weil der Alkohol nur nachts und bei Vollmond gebrannt wurde, damit man den verräterischen Rauch der Destille nicht erkennen konnte. Ob das so stimmt oder ob er so heisst, weil er nie ein Fass von innen gesehen hat und dadurch die Farbe des Mondes trägt, ist ja auch egal.

Während der Prohibition in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lief das Brennen des illegalen Alkohols auf Hochtouren. Um nicht aufzufliegen gingen die vielen Kleindestillen damals dazu über, ihre Produkte nicht in Flaschen, sondern in Einmachgläser, sogenannten “Mason Jars”, abzufüllen. Diese wurden an Schmuggler (Die “Bootlegger”) verkauft, die wiederum das ganze Land damit bedienten.

Jemand, der in großem Maß im Geschäft mit dem verbotenen Alkohol mitspielte, war Edward “Spike” O’Donnell, der Boss der Chicagoer South Side O’Donnell Gang. Er hatte einen hohen Anspruch an den Schwarz gebrannten und hielt sich deshalb überwiegend an die deutschstämmigen Produzenten, die für die hohe Qualität ihrer Brände bekannt waren. 1925, nach einem Drive-by, zog er sich aus dem Schmuggelgeschäft zurück und verließ Chicago.

o'donnell moonshine - Eine Auswahl

Photo Credit: O’Donnell Moonshine

Seine Geschichte gefiel den Machern von O’Donnell Moonshine so gut, dass sie “Spike” zum Namensgeber ihrer Firma machten.

Der Mondschein kommt nach Deutschland

Heutzutage wird der O’Donnell Moonshine natürlich nicht mehr bei Nacht und Nebel hergestellt, sondern tagsüber -ganz offiziell- in der Brennerei der Gebrüder Sünner in Köln produziert. Die hatten sich August und Philip ausgesucht, als sie nach einem Partner für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee suchten.

Aber wie bringt man ausgerechnet die Idee, Moonshine zu brennen, mit zurück nach Deutschland? Die Antwort gibt Julia Schirmer, Online Performance Managerin bei O’Donnell: “Die Geschichte dahinter ist einfach unglaublich spannend und faszinierend – mal ganz abgesehen von der tollen “Verpackung” (Mason Jars). Unsere Kunden lieben unsere Gläser und verwenden sie auch gern weiter (z.B. als Deko). Zudem verwenden wir nur natürliche Inhaltsstoffe, was für viele unserer Kunden sehr wichtig ist und der Trend auch immer mehr in diese Richtung geht.”

Anfänglich aus dem eigenen Wohnzimmer heraus produziert, wuchs die Nachfrage nach Moonshine rasch, so dass die Kapazitäten nach und nach vergrößert werden mussten.

Heute besteht die O’Donnell Moonshine GmbH aus einem 16-köpfigen Team, das sich im Hinter- und Vordergrund um den firmeneigenen Laden in Berlin-Neukölln, den Flagship Store in Berlin-Friedrichshain und eine wachsende Zahl von Partnern (z.B. die Heinemann-Duty-Free-Shops an allen großen deutschen Flughäfen) sowie den O’Donnell Webshop kümmert.

o'donnell moonshine - Geschmacksrichtung Bratapfel

Photo Credit: O’Donnell Moonshine

Zusätzlich wurde die O’Donnell Moonshine Ltd. in England gegründet. Mittlerweile kann man den Moonshine auch in ausgewählten Geschäften in Dänemark und Österreich kaufen. Man sieht also, August und Philip liegen mit ihrem Team beileibe nicht auf der faulen Haut!

Ein Sortiment nach unserem Geschmack

Der O’Donnell Original Moonshine ist ein im Eichenfass gereifter Weizenbrand. Und eben weil er -anders als das amerikanische Vorbild- im Fass gereift ist, bekommt er seine gelbliche Farbe. Der Geschmack des aus regionalen Zutaten hergestellten Korns ist eher mild. Er eignet sich übrigens hervorragend als Basis für diverse Cocktails.

Doch das Sortiment von O’Donnell hat noch mehr zu bieten: Harte Nuss, Bratapfel, Bitter Rose und High Proof runden das Sortiment ab, und so ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mein Favorit ist übrigens die Harte Nuss mit ihrer karamelligen Note und dem Geschmack nach Haselnuss. Ein Tipp für Sie, falls Sie nicht wissen, mit welcher Geschmacksrichtung Sie anfangen sollen…Das komplette Angebot findet man im Webshop.

o'donnell moonshine - Regal voller Mason Jars

Photo Credit: O’Donnell Moonshine

Man kann, glaube ich, unschwer erkennen dass ich kleiner O’Donnell Moonshine Fanboy bin. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, dass sie sofort als Unterstützer unseres GiveAway 2018 mit an Bord waren.

Und wohin geht die Reise in Zukunft? Dazu Julia: “Wir wollen über Importeure weitere Länder erschließen. Aber eine eigene Firma wie in England ist nicht geplant.”

Ich persönlich freue mich auf meinen nächsten Mason Jar von O’Donnell Moonshine und hoffe, dass er mir nicht wieder so schnell von meinen Gästen weg getrunken wird. Wer sich allerdings eher für andere Alkoholika interessiert, der kann unsere Artikel über Absinth, Bulleit Whiskey oder Woodford Reserve Bourbon lesen.

Hat Sie dieser Artikel angefixt? Dann werden Sie sich über diese weiterführenden Links freuen:

Wir finden die Produkte von O’Donnell Moonshine sehr lecker und sind Fans der Marke. Nichtsdestotrotz stellt dieser Artikel unsere unbeeinflusste Meinung dar, sonst hätten wir ihn nicht geschrieben. Wer es Werbung nennen will kann das tun, wir nennen es gerechtfertigt!

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen

Thilo Heffen ist der Gründer von EXIMUM. Er schreibt über Dinge die er liebt und Dinge die er interessant findet. Manchmal schreibt er auch über Themen die er nur mag.

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