Hi! Eine kurze Bitte: Nehmen Sie doch mal Ihr Smartphone in die Hand. Was sehen Sie? Einen Bildschirm voller Icons? Wischen Sie mal zur Seite. Wieder lauter Icons? Und auf dem nächsten Bildschirm daneben auch? Die Routine lässt Sie zwar wissen wo welche Apps sind, aber beruhigend ist die Menge an Symbolen nicht wirklich, oder? Ich beantworte Ihnen die Frage “Wie räume ich mein Handy auf” und zeige Ihnen, was ich dabei gewonnen habe und was Sie für sich daraus lernen können.

Es wäre untertrieben, unsere Smartphones heutzutage nur Telefon zu nennen. Längst sind sie mehr geworden. Die richtige Bezeichnung wäre deshalb Supercomputer die in eine Hand passen! Sie sind Werkzeuge für alle anfallenden Aufgaben des täglichen Lebens geworden.

Und was für Werkzeuge!

Neulich habe ich mit dem Handy

  • Eine Routenführung zu einem Termin bekommen
  • Von unterwegs unsere Heizung zu Hause ein Grad höher gestellt
  • Online Essen bei einem Lieferdienst bestellt
  • Musik meiner Lieblingsbands gehört
  • Ein Videogespräch mit meiner Schwester in Spanien geführt

Und das alles innerhalb einer halben Stunde. Wahnsinn!

Wie räume ich mein Handy auf - Immer dabei: Das Handy

Foto: Pixabay

Aber neben all den nützlichen Dingen die ein Smartphone heutzutage leistet, gibt es auch die dunkle Seite: Sucht, Depression, Faulheit, geringes Selbstwertgefühl, Mobbing, Missbrauch… die Liste lässt sich weiterführen.

Vor nicht allzu langer Zeit stellte ich mir die Frage “Wie räume ich mein Handy auf” und habe deshalb ein Experiment begonnen: Ich wollte herausfinden, ob das Reduzieren der Zeit, die ich mit meinem Handy verbringe, direkte Auswirkungen auf meine allgemeine Zufriedenheit und meine Produktivität haben würde. Also habe ich mir einige Regeln auferlegt und dazu auch Änderungen an meinem Smartphone vorgenommen.

Die Regeln waren einfach:

  • Kein Handy mehr am Bett
  • Kein Handy mehr am Essenstisch
  • Kein Handy mehr wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe

Diese Regeln lesen sich einfach, oder? Aber sie sind in der Realität schwer umzusetzen. Denn ich hatte mich so daran gewöhnt mein Handy zu jeder Tages- und Nachtzeit zu benutzen, dass ich erst bemerkte WIE stark es mein Leben beeinflusst als ich seine Benutzung heruntergefahren hatte.
Zum Thema “Digitale Entgiftung” wird es demnächst einen oder mehrere Artikel hier auf EXIMUM geben.

Hier also mein Handy vor der “Minimalisierung”:

Wie räume ich mein Handy auf - Mein Bildschirm vorher

Foto: EXIMUM

Ziemlich normal, oder? Die meisten Handys werden genauso aussehen. Überladen, unübersichtlich, mit (un)nötigen Apps zugeramscht. Das musste sich ändern! Aber wie räume ich mein Handy auf?

Hier die 5 Schritte, die ich unternommen habe um mein Handy zu minimalisieren:

1. Alle Apps löschen die ich nicht benutze

Ein Kinderspiel. Ich hatte mir im Lauf der Zeit einige Apps auf mein Telefon geladen, die ich eigentlich nie benutze. Die waren leicht zu identifizieren und flogen als erstes runter.

Wie räume ich mein Handy auf - Viele Apps auf dem Display

Foto: Pixabay

2. Alle unwichtigen Apps löschen (oder deaktivieren)

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass dieser Schritt mit Punkt 1 deckungsgleich ist. Nicht ganz. Nachdem ich alle Apps gelöscht hatte für die es eindeutig keine Verwendung gab, schaute ich mir die restlichen Apps genauer an. Zeit festzustellen, ob ich sie wirklich auf meinem Handy brauchte.

Als Blogger und angehender Journalist verwende ich beispielsweise viele Werkzeuge, die mir mein Leben leichter machen sollen. Von Kommunikation über Design bis hin zu Tools für mein Zeitmanagement, haufenweise finden sich diese Apps auf meinem Handy. Die Frage, die ich mir stellte, lautete: Müssen die alle wirklich auf meinem Smartphone sein?

Viele dieser Apps ließen sich besser auf meinem PC verwenden und haben in der mobilen Version keinen wirklichen Wert für mich. Entweder benutze ich sie zu selten oder sie sind auf dem kleinen Bildschirm nicht gerade benutzerfreundlich (Verglichen mit ihrem Äquivalent auf meinem 27 Zoll Monitor zu Hause).

Ich hatte die Mobilversionen heruntergeladen, einfach weil ich diese Programme schon auf dem heimischen PC benutzte und dachte, dass sie eine logische Ergänzung zur PC-Software wären. Falsch gedacht! Wann zum Beispiel habe ich wirklich mal eine Grafik auf dem Handy erstellt? Pfffh… genau. Gar nicht. Also byebye…

Ich musste auch feststellen, dass sich einige Apps gar nicht deinstallieren ließen. Das liegt daran, dass viele Hersteller Apps vorinstallieren, die nicht jeder Benutzer wirklich braucht. Spiele, Werbung, etc. (Sogenannte Bloatware) machen die Menge an Zeug, das man auf seinem Smartphone gar nicht haben will, dann komplett. Ohne mit der Firmware meines Geräts herumzupfuschen (Es zu “rooten”) blieb mir nur die Deaktivierung dieser Apps.

Wie räume ich mein Handy auf - Mädchen mit Handy

Foto: Pixabay

3. (Fast) alle Benachrichtigungen deaktivieren

Nachdem ich mich um die Apps gekümmert hatte, war es an der Zeit die Kontrolle über diejenigen, die ich behalten wollte, zu übernehmen. Ich deaktivierte fast alle Benachrichtigungen. Nur SMS, WhatsApp und E-Mail können mich jetzt stören. Natürlich mussten auch alle Vibrationen, LED-Signale, etc. gehen.

Am Anfang war das ziemlich ungewohnt, kamen doch dauernd Meldungen rein von denen ich annahm dass sie für mich wichtig wären. Aber schon nach kurzer Zeit fing ich an, die digitale Ruhe zu genießen. Und glauben Sie mir, Sie müssen nicht ständig von Facebook, Netflix, Spotify oder Spiegel Online über jeden Mist brandheiß informiert werden! Die Entscheidung liegt bei Ihnen, wenn Sie wollen können Sie sich alle Benachrichtigungen natürlich jederzeit wieder auf den Schirm holen.

Wie räume ich mein Handy auf - Selbst bei Rockkonzerten ist das Smartphone dabei

Foto: Pixabay

4. Alle Apps aus dem Blickfeld verschwinden lassen

Dieser Punkt war bei meinem Smartphone, dem Honor 6x, erstaunlich einfach: Ich musste nur in den Einstellungen die Ansicht von “Standard” auf “Drawer” stellen. Nach dem Klick auf den Button auf dem unteren Bildschirmrand öffnet sich jetzt ein Fenster, in dem ich alle Apps alphabetisch geordnet finde. Ich ging sogar noch einen Schritt weiter und verbannte auch die vier Icons der Anwendungen, die ich am häufigsten benutze und die sich normalerweise auch auf dem unteren Bildschirmrand befinden, vom Startbildschirm.

Aber im Prinzip ist alles, was Sie auf dem Startbildschirm benötigen, eine Suchleiste, die Sie am oberen Bildschirmrand platzieren. Mit ihrer Hilfe -oder mit Hilfe der Sprachsteuerung- finden Sie im Handumdrehen alles, was Sie wollen.

Sie können zum Beispiel

  • Jemanden anrufen
  • Einen Termin zu Ihrem Kalender hinzufügen
  • Eine App öffnen
  • Eine Erinnerung einstellen
  • Und noch vieles mehr…

Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig am Anfang, aber schon nach kurzer Zeit wollen Sie es gar nicht mehr anders haben.

Zudem bleibt Ihr Handy sauber, aufgeräumt und stört Sie nicht ständig durch Geblinke, Vibrationen oder sonstige Aufmerksamkeitsfresser.

Wie räume ich mein Handy auf - Jugendliche mit Handy

Foto: Pixabay

5. Ein minimalistisches Hintergrundbild installieren

Jetzt, nachdem die Hauptarbeit erledigt war, musste natürlich ein neues Hintergrundbild her. Ich hatte vorher eines aus dem Standardpaket das -wenn auch nicht hübsch- zumindest einigermaßen minimalistisch war. Da habe ich auf anderen Smartphones schon ganz andere Dinger gesehen. Sie finden übrigens über Google ganz leicht ein passendes Hintergrundbild für Ihr Telefonmodell.

Mein Handy sieht nach all den Änderungen jetzt so aus:

Wie räume ich mein Handy auf - Mein Display nach der Aktion

Foto: EXIMUM

Besser, oder? Und ich fühle mich wohl damit!

Jetzt war natürlich die große Frage, ob der Look meines Smartphones in Verbindung mit den oben genannten Regeln und den Änderungen mein Leben tatsächlich angenehmer und produktiver gestaltet hat.

Die durchschnittliche Person meiner Altersgruppe überprüft Ihr Smartphone 30 mal am Tag. Jüngere sogar über 56 mal! Dies zeigt eine Studie des Wirtschaftsberatungsunternehmens Deloitte.

Mit dem Schwall sinnloser Benachrichtigungen und dem Dopaminrausch, den wir bekommen, wenn jemand unser auf Instagram gepostetes Mittagessen “liked”, verbringen wir im Schnitt über 4 Stunden täglich. Und wenn Sie -so wie ich- online arbeiten, dann dürfte das sogar noch mehr sein.

Was also haben die Minimalisierung und die Regeln jetzt gebracht?

Wie räume ich mein Handy auf - Wohin man schaut, schaut jeder auf sein Display

Foto: Pixabay

Meine Produktivität ist gestiegen

Ich verbringe jetzt weitaus weniger Zeit mit meinem Handy, weil es jetzt viel weniger damit zu tun gibt. Man kann sagen dass ich jetzt mein Telefon benutze, anstatt mein Telefon mich. Das gibt mir mehr Zeit an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten (Diesem Beitrag zum Beispiel).

Es wäre natürlich clever gewesen, vorher eine Zeiterfassungs-App zu installieren, um zu sehen wie groß der Unterschied tatsächlich ist. Wenn Sie es probieren wollen, hier sind 6 Apps die Ihnen bei der Zeiterfassung und sogar beim Kampf gegen die Handysucht helfen können:

Die Akkulaufzeit hat sich erhöht

Das ist nur logisch: Werden weniger Apps aktiv oder im Hintergrund ausgeführt, wird die Belastung des Akkus reduziert. Mein Handy muss jetzt nicht mehr so oft geladen werden.

Ich habe mehr Datenvolumen bei gleichem Tarif

Auch das ist offensichtlich: Dadurch dass die meisten Apps, die eine Internetverbindung benötigen, deinstalliert sind, habe ich bei gleichem Preis mehr Datenvolumen zur Verfügung.

Wie räume ich mein Handy auf - Telefonierende junge Frau

Foto: Pixabay

Ich benutze mein Handy smarter

Wenn ich mein Smartphone jetzt in die Hand nehme, benutze ich es zielgerichteter. Anstatt endlos durch Social Media zu scrollen, lese ich Artikel. Statt unnötigen Nachrichten- oder App-Updates zu folgen, lese ich E-Mails oder höre einen Podcast.

Ich nehme meine Umgebung besser wahr

Wenn man weniger Zeit damit verbringt, auf den Bildschirm in seiner Hand zu starren, bemerkt man viel mehr von dem, was um einen herum vorgeht. Das sollte eigentlich jedem klar sein, aber ein Blick in deutsche Wartezimmer, öffentliche Verkehrsmittel oder sogar auf unsere Strassen lässt zweifel aufkommen.

Die meisten Menschen sind heutzutage zu sehr mit sich in ihrer selbst geschaffenen Multimedia-Blase beschäftigt, gerade in der Öffentlichkeit. Aber die Welt ist ein faszinierender Ort wenn man nur mal aufschaut.

Probieren Sie es aus!

Wie räume ich mein Handy auf - Sobald gewartet werden muss wird das Handy gezückt

Foto: Pixabay

Fazit

Geht es mir besser? Diese Frage kann ich mit einem Großen JA beantworten! Die kleinen Änderungen an meinem Smartphone haben dazu beigetragen, meinem Leben mehr Ruhe und Entspannung zu geben.

Erinnern Sie sich? Mit dem Aufkommen des ersten iPhones damals hatten wir plötzlich ein Gerät, das unser tägliches Leben besser gestaltet hat.

Irgendwann aber hat sich etwas geändert: Plötzlich sind wir die Sklaven unserer Smartphones geworden, die uns dazu nicht unbedingt klüger oder effizienter gemacht haben. Oder wie viele Telefonnummern können Sie noch auswendig? Wie viele Geburtstage kennen Sie ohne auf den Kalender zu schauen?

Es ist Zeit wieder die Kontrolle über unser Leben in die Hand zu nehmen.

Lassen Sie mich in den Kommentaren wissen was Sie von meiner Methode halten.

Titelbild: Pixabay

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen

Thilo Heffen ist der Gründer von EXIMUM. Er schreibt über Dinge die er liebt und Dinge die er interessant findet. Manchmal schreibt er auch über Themen die er nur mag.

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