Am 27. Juni 2017 gegen 07:00 Uhr morgens schnappte ich dann vollends über! Auf dem Weg ins Büro, der im Laufe der letzten Wochen immer beschwerlicher geworden war, legte ich endgültig den mentalen Kugelschreiber auf den mentalen Schreibtisch und bog Richtung Hausärztin ab. Als ich dann auf ihre Frage “Was kann ich für Sie tun?” anfing wie ein Schuljunge Rotz und Wasser zu heulen, wurde uns beiden klar dass es hier nicht nur um eine Erkältung ging! Hier mein ehrlicher Zustandsbericht…

Depression! Laut einer Studio der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2015 leiden schätzungsweise rund 4,1 Millionen Deutsche darunter. Diese psychische Erkrankung schreitet seit ein paar Jahren rasant voran. Ich will hier aber keine Fakten aufzählen, dafür gibt es Google. Ich will Ihnen nur mal versuchen zu erklären wie sich das in etwa anfühlt, wenn Ihnen der eigene Verstand in die metaphorischen Eier tritt.

Der Anfang

Als erstes: Depression war für mich nie eine ernstzunehmende Krankheit! Jeder hat mal eine schlechte Phase, was soll’s! Normale Härte, oder? Da muss man durch, Augen zu, das wird schon, stellen Sie sich nicht so an, Menschenskindernocheinmal! Und irgendwo war jeder der darunter litt -vor allem jeder Mann- für mich ein Weichei. Das war meine Denkweise, einfach weil ich keine Ahnung hatte. Sie können sich vorstellen dass sich meine Meinung mittlerweile grundlegend geändert hat!

Als ich also an diesem 27. Juni 2017 zu meiner Ärztin ging, hätte ich es nicht für möglich gehalten dass ich bis heute aus dem Arbeitsleben raus genommen werden würde. Noch abwegiger, wegen einer depressiven Erkrankung! Was war passiert?

Ich nahm immer an dass man sich bei einer Depression schwarz anzieht, in der Ecke hockt und den ganzen Tag heulend Musik von “The Cure” hört. Überraschung! Ist gar nicht so!

Ich war erfolgreich, arbeitete jahrelang an einem großen Flughafen, zuletzt als Operations Manager der größten russischen Frachtfluggesellschaft, immer unter Strom, mein Chef ein Sparringspartner, mein Team ein Traum, meine Erreichbarkeit 24/7 und mein Sozialleben bei fast Null! Wen stört es wenn Geld und Prestige stimmen, oder?! Weil meine Frau schwanger wurde entschied ich mich, diesen Job zu kündigen und was anderes zu machen. Ich wurde Branch Manager eines englischen Industriekonzerns. Geregelte Arbeitszeit, Firmenwagen, neue Betätigungsfelder und eine Niederlassung, die sich während meiner Zeit fing und schwarze Zahlen produzierte.
Traumhaft, oder?

Nein!

Während mir der Job am Flughafen einiges abverlangte und ich unter Hochdruck ständig Entscheidungen treffen musste, war die nächste Position völlig anders gelagert: Wenn ich nicht bei Kunden war verbrachte ich meine Zeit in meinem Büro. Meistens allein, meistens mit irgendwelchen Dokumenten und Tabellenmonstern. Zu diesem Zeitpunkt machten sich die ersten Konzentrationsstörungen und auch die Vergesslichkeit bemerkbar.

Warum ich das hier schreibe
Willst Du echt so ehrlich darüber schreiben? Was, wenn das der Falsche liest und keiner mehr Geschäfte mit Dir machen will?” So oder so ähnlich war die Frage, die mir gestellt wurde als ich die Idee zu diesem Post erwähnte. Und meine Antwort darauf: Das ist mir egal! Ich bin weder bekloppt, unzurechnungs- oder nicht geschäftsfähig! Auch wenn vielleicht manche Zeitgenossen aus Ahnungslosigkeit genau das glauben.

Ich habe in den letzten Monaten mitbekommen, wie viele Geschlechtsgenossen unter einer Männerdepression leiden. Und wie wenig von ihnen den Mund aufmachen. Wenn ich mit diesem Artikel und meiner eigenen, kleinen Geschichte wenigstens einem von ihnen einen Denkanstoß geben kann, dann ist es das wert. Fragen Sie ruhig!

Ignoranz

Zuerst wischt man alle Anzeichen beiseite, schiebt sie auf zuwenig Schlaf oder zuwenig Urlaub. Auch die wachsende Spannung, die sich in einem aufbaut, wird ignoriert. Das Ergebnis ist dass einem im besten Fall irgendwann der Kessel platzt. Oder, im schlimmsten Fall, dass einem irgendwann der Kessel platzt. So oder so wird das eine unschöne Sache.

Nachdem mich meine Hausärztin in die psychiatrische Ambulanz überwiesen hatte, begann der Prozess der Akzeptanz. Ich musste realisieren dass ich krank geworden war mit etwas, das man mir von außen nicht ansehen konnte. Das war ein ziemlich schwieriger Schritt. Depression! Ich! Eine Frauenkrankheit! Konnte es nicht wenigstens ein Burnout sein? Da kann man als Mann noch schön beweisen dass die eigene Leistung einen ins Aus befördert hat, dass man vorher richtig schön rangeklotzt hat! Männerdepression. Scheisse!

Der Fairness halber muss ich dazu sagen dass ich kurz vorher auch eine physische Diagnose bekam, die ich erst einmal verdauen musste. Davon aber an anderer Stelle vielleicht mehr. Zugegeben, alles in allem war ich ganz schön im Arsch!

Kontrollverlust

Für mich, der die Dinge gerne unter Kontrolle hat, war das Gefühl des Ausgeliefertseins furchtbar. Meine Tage waren gefärbt von Phasen tiefer Traurigkeit und Verzweiflung, in denen ich unvermittelt und ohne Grund wie ein Kleinkind losheulen musste. Und ich konnte nichts dagegen machen! Auch wenn es für mich als Option nie in Frage kam konnte ich plötzlich verstehen, warum sich Menschen, die es noch härter als mich traf, das Leben nehmen.

Trotzdem waren diese Phasen aber bei weitem nicht so schlimm wie die Momente der Wut und Aggression, in denen ich einmal fast meine Frau geschlagen hätte. Mit der Faust! Wegen nichts! Ich rastete völlig aus und stand, zitternd vor Wut, mit geballten Fäusten vor ihr. Wer mich kennt weiss wie abwegig und weit weg so ein Verhalten von meiner normalen Persönlichkeit ist. Das Loch, in das ich fiel, schien keinen Boden zu haben.

Dazu kam noch eine enorme Antriebslosigkeit und der Verlust der Motivation, überhaupt irgend etwas zu machen!

Gegen alle diese Emotionen ist man machtlos! Man wird von ihnen überschwemmt und mitgerissen, so dass man sich ständig in einem Sog befinden zu scheint. Dazu kommt noch die Reaktion des Umfelds, von Empathie und Anteilnahme bis hin zu offenem Unverständnis und Ungläubigkeit ist alles dabei. Ich will das Thema aber gar nicht weg ignorieren! Ich weiss dass auch gerade viele Männer davon betroffen sind, die nicht offen damit umgehen können/wollen.

Um ehrlich zu sein interessiert es mich einen feuchten Scheißdreck wie es IHNEN geht und ob Sie selbst mal einen schlechten Tag im Leben für sich als Depression abgestempelt hatten. Es war keine, also hören Sie auf mir unsinnige Ratschläge wie “Reiß’ Dich mal zusammen” oder “Sieh’ die Dinge mal positiver, das hat mir auch geholfen” zu geben. Dankeschön!

Wissen Sie, ich sehe das so: Ich bin krank, ich funktioniere nicht richtig. Wie, sagen wir, ein Auto. Und damit das wieder läuft brauche ich externe Hilfe von einem Fachmann (Oder einer Fachfrau). Eben wie bei einem Auto, das in die Werkstatt muss. Ursachen müssen gefunden und Lösungen müssen erarbeitet werden. Punkt. Diese pragmatische Denkweise hilft mir enorm und hält mich davon ab meine Depression zu dramatisieren. Es versteht sich von selbst das die Unterstützung meiner Frau, die logischerweise unter dieser ganzen Geschichte mitleidet, absolut essentiell ist. Ohne ihre Hilfe wäre ich komplett weggebrochen!

Zur Zeit

Momentan habe ich den Punkt erreicht, der bei einer depressiven Episode (oder Männerdepression) unausweichlich erscheint: Ich bekomme völlig irrationale Angst- und Panikattacken bis hin zur Atemnot und habe massive Schlafstörungen. Phasenweise musste ich mich regelrecht zwingen in die Duschkabine zu steigen weil ich plötzlich Platzangst bekam. Stellen Sie sich das einmal vor! Das Schlimmste, was man in diesen Fällen tun kann, ist diese Situationen zu vermeiden. Und das ist auch mein Rat: Stellen Sie sich der Situation, egal wie beschissen das auch sein mag! Ich zwang mich zweimal täglich unter die Dusche, damit ich sehen konnte das ich weder ersticken musste oder ohnmächtig werden würde!

Ein Gutes hat diese ganze Geschichte dennoch: Ich war gezwungen mein Leben neu zu bewerten und meine Prioritäten neu zu setzen. Endlich Sport zu treiben (Primär für die Birne, nicht für die Plauze!). Ohne die tägliche Routine des Hamsterrads habe ich auch wieder einen Blick für die Dinge gewonnen, die mir tatsächlich wichtig sind. Und die ich erreichen will. Das gibt Hoffnung, die mir beim bekämpfen meiner Depression nützlich ist. Denn eines darf man nicht vergessen: Depression ist eine Krankheit und somit auch behandelbar!

Mittlerweile mache ich auch eine Verhaltenstherapie, bei der ich sogar Dinge über mich erfahre, die ich vor her so nicht im Blick hatte. Die Sache ist noch nicht vorbei. Aber eines sage ich Ihnen: Wenn ich aus dieser Geschichte wieder rauskomme -und das werde ich- dann trete ich die Stelle als nordischer Gott des Donners an. Denn dann sieht selbst Thor neben mir wie eine Muschi aus!

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich unten in den Kommentaren Ihre Meinung oder Ihre Erlebnisse zum Thema Depression wissen lassen würden.

Herzlichst,

Ihr

 

 

 

 

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix "Ex-", wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.

18 Comments

  • Hallo Thilo,

    Ich habe mich gegenüber depressionen ähnlich wie du geäussert frauenkramm etc.
    Ich habe seit kurzer zeit extreme unlusst und Stimmungs schwankungen mit Heulausbrüchen.
    Ich sehe an meiner Freundin sachen die mich stören und derartig ihn den wahnsinn treiben (körperliche sachen die vorher auch da waren mich zwar ein bischen gestört haben aber halb so schlim). Bin mit ihr knapp eineinhalb Jahre zusammen wohne auch mit ihr zusammen und bin am krübeln ob sie wirklich die richtige ist. Seit ca 1 woche entfinde ich keine gefülle mehr zu ihr das zereisst mich innerlich richtig ich kann nicht mehr essen geschweigeden arbeiten da ich sie im grunde ja liebe das denje ich zumindest die liebt mich auch das weiss ich. Es war keine Liebe auf den ersten blick aber ich habe sie über die Zeit richtig lieben gerlernt und will mich nicht von ihr trennen doch jedes mal wenn ich sie ansehe suche ich regelrecht an sachen die mich stören obwohl ich sie eig hübsch finde. Zu meiner vorgeschichte ich habe seit einiger Zeit probleme mit meiner arbeit. Ich wollte diesen beruf noch nie lernen aber es war eine notösung als ich die schule beendet habe. Ich habe meine ausbildung abgeschlossen und dann gekündigt weil ich es nicht mehr aushielt wie sich mein Vater verhielt der gleichzeitig mein Chef war. Dann habe ich mich ihn Computerspiele geflüchtet und ca 3 Jahre lang nur gezockt und mich zurückgezogen. Dann hab ich einen schlussstrich gezogen und wieder win praktikum gemacht ihn einen anderen betrieb. Das hat mir dann aber auch nicht gefallen und ich ha e mich entschlossen es nochmal im Familienbetrieb zu versuchen. Ich habe dan eine labgjährige schulung gemacht znd much weitergebildet ihn den Beruf der mir eig nicht gefällt . Und bin seitdem her ihm elterlichen betrieb und werde regelmässig wenn etwas passiert bzw schiefläuft von meinen vater zur sau gemacht das ich nichts kann und ein nichtsnutz bin obwohl ich sehrwohl meinen Beruf behersche und das auch sehr gut. Ich hatte vor 2 wochen einen fehler gemacht wärend der arbeit den ich auch behoben habe und der mich sehr bedrückt hat für den ich auch zur sau gemacht wurde. Und dann schlagartig kurz vorm Valentinstag empfand ich ein panikartiges gefüll wie wenn jemand gestorben ist oder man sich getrennt hat. Das gefüll kommt immer wenn ich über die kleinen maken meiner freundin nachdenke bzw sehe. Und ich habe seitdem richitige angst das ich mich von ihr trennen muss. Und es mir dansch besser geht. Das will ich aber eig garnicht. Habe diese gefülle jetzt seit ca 1 woche und nehme pfalzliche mittel (laif900).
    Hast du gegenüber deiner Frau ähnliches empfunden als es dich vollkommen erwischt hat?

    Entschuldige meine Rechtschreibung aber ich denke man kann es lesen.

    Gruß Martin

    • Hallo Martin,

      als erstes tut es mir leid zu hören wie es Dir geht und wie Deine Umstände sind!

      Auf dem absoluten Tiefpunkt (Zumindest hoffe ich dass es nicht mehr tiefer geht) meiner depressiven Phase letztes Jahr vor Weihnachten hatte ich aufgehört zu fühlen. Wenn ich meine kleine Tochter ansah wusste ich dass ich sie liebe, ich habe es aber NICHT gefühlt. Wenn ich zu meiner Frau “Ich liebe Dich” sagte wusste ich, dass das eigentlich stimmt, aber ich habe NICHTS dabei gefühlt. Im Gegenteil, wenn ich Emotionen hatte dann waren das Wut und Aggression, sonst nichts. Ich war ziemlich verwirrt und niedergeschlagen und habe mir selbst zu allem anderen noch Vorwürfe gemacht. Was für ein krankes Arschloch war ich eigentlich geworden? Aber es war genau das: Ein weiteres Zeichen meiner Erkrankung!

      Und so liest es sich bei Dir auch. Du liebst Deine Freundin, aber weil Du gerade ziemliche Probleme hast fühlst Du es nicht. Der ganze Druck, der auf Dir lastet, das Verhältnis zu Deinem Vater, alles was bisher passiert ist, hat Dich mental in die Ecke gedrängt. Bei mir ging das so weit dass ich geglaubt habe ich würde in meinem Leben vor einer Wand stehen und es geht nicht mehr weiter, es KANN nicht mehr weitergehen.

      Bevor Du irgend etwas unüberlegtes tust oder es Dir noch schlechter geht, empfehle ich dass Du mal mit Deinem Hausarzt darüber sprichst. Er ist die erste Anlaufstelle und kann Dir in jedem Fall weiterhelfen. Meine Hausärztin hatte mich direkt in die psychiatrische Ambulanz überwiesen. Dort hat man anhand von Tests und Gesprächen festgestellt was mit mir los ist. Jetzt habe ich eine Therapeutin (Den Platz habe ich mir selbst gesucht – Viel Telefoniererei!) bei der ich mich gut aufgehoben fühle und die mich dabei unterstützt das alles wieder loszuwerden bzw. damit umzugehen.

      Das wäre mein Rat an Dich. Dass das Verhältnis zu Deinem Vater kein gesundes ist kann man lesen. Anstatt Dich bei jeder Gelegenheit rund zu machen sollte er Dich unterstützen. Jeder macht Fehler, leichte wie schwere, das ist halt nun einmal so! Aber auch dafür gibt es eine Lösung. An erster Stelle steht jedoch dass Du Dir Hilfe suchst die Dich auf Deinem Weg unterstützen kann.

      Die Attacken -die ich auch nur zu gute kenne- sind eben genau das: Attacken! Sie kommen und sie verschwinden wieder. Das ist das erste worüber Du Dir im klaren sein musst. Viele Leute haben das nicht auf dem Schirm. Und alles, was Du während so einer Attacke fühlst ist im Ausnahmezustand! Was mir sehr geholfen hat ist Sport. Ich bewege mich jeden Tag aktiv, gehe dreimal die Woche ins Krafttraining und mache an den Ruhetagen lange Spaziergänge. Seitdem habe ich keine Angst- oder Panikattacke mehr bekommen. Vielleicht ist das eine Lösung für Dich. Wenn es gerade ganz akut ist geh’ spazieren bzw. lenk Dich ab. So eine Attacke dauert im Schnitt eine halbe Stunde und ist dann vorbei. Scheiße, ich weiss, aber wenigstens bleibt die nicht permanent.

      Ich hoffe ich habe Dir wenigstens ein kleines bisschen helfen können. Du bist nicht allein mit Deinen Problemen und Du kannst sie durchaus -mit Hilfe- in den Griff bekommen. Das musst Du wissen. Der Mist wird auch wieder vorbeigehen!

      Ich wünsche Dir echt alles Gute und hoffe dass es für Dich schnell aufwärts geht!

      Gruß,

      Thilo

      • Danke für deine Ehrlichkeit Thilo ich hoffe das die Attacken bei dir auch wegbleiben halt uns auf den laufenden, die schlimmen Attacken halten sich bei mir auch ihn Grenzen wo ich komplett kapput bin. Im Moment sind es lang andauernde Phasen wo ich mir permanent gedanken über sie mache und überlege ob ich ihn der Zeit der ich sie kenne überhaupt geliebt habe bzw Spaß gehabt habe. Aber dann habe ich wieder eine deartige Glücksgefühl Phase wo mir das egal ist und ich sie dann auch Liebe das denke ich auf jedenfall. Wie ich geschrieben habe was es keine Liebe auf den ersten blick und mein übliches Frauen “beutespektrum” war sie auch nicht . Aber warum dann diese trennungsangst?! Deswegen bin ich ja am grübeln weil das andere mit der Arbeit Familie bedrückt mich zwar aber ihn den Wochen wo ich mich jetzt so scheisse fühle hab ich nicht einen Gedanken darüber verschwendet sondern nur über sie nachgedacht. Deshalb frage ich mich immer ist etwas anderes wirklich der Auslöser oder Grund oder hab ich einfach Angst mich zu trennen und alleine zu sein? Bei meinen Hausarzt war ich bereits machen bereits einige testts das mit der Therapie denke ich werde ich auch mal anpacken.

        Gruß Martin

        • Hallo Martin,

          klappt leider nicht ganz so, vorgestern hatte ich die bisher schlimmste Attacke. Aber gut, dann ist das halt so!

          Ich hoffe wirklich dass sich die Dinge bei Dir regeln werden, egal ob mit oder ohne Hilfe von außen.

          Du kannst mir jederzeit gerne eine -Mail schicken wenn sich die Situation ändert. Bis dahin alles Gute und

          viele Grüße!

          Thilo

  • Lieber Thilo,

    ich finde es gut, dass du so ehrlich darüber geschrieben hast.
    Ich habe auch schwierige Zeiten gehabt und mein Leben komplett geändert,
    weil ich denke, die Depressionen kommen daher, dass man nicht im Einklang mit seiner Seele lebt, sondern nur verstandes- und vernunftmäßig funktioniert, eben rational. Da das ganze Universum aber mit gegensätzlichen Energien funktioniert, Yin/Yang,etc. muss es IMMER früher oder später einen Ausgleich geben, also rational/irrational etc. Das innere Gleichgewicht/Frieden ist lebensnotwendig, um gesund zu bleiben, folglich versuche ich alles zu tun(aber ohne Stress:)), um mir dieses Gleichgewicht zu halten. Ein weiterer Grund ist, dass wir unser Unterbewusstsein nicht ignorieren dürfen und unser Inneres weist uns den richtigen Weg, auch wenn er chaotisch erscheint. Deshalb ist Meditation so wichtig.
    Aber jedes Leben ist einzigartig und ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Seelenweg weiter gehen kannst, ohne Depressionen. Liebe Grüße, Corinna

    • Liebe Corinna,

      vielen Dank für Deine aufmunternden Worte. Ich befasse mich gerade tatsächlich unter anderem mit Meditation, um einen Weg zu finden der mich die Sache besser handhaben lässt. Wir werden sehen ob ich damit klar bzw. wieder ins Gleichgewicht komme 🙂

      Ich wünsche Dir alles Liebe,

      Thilo

  • Hi Thilo,
    Ich bin echt BAFF! Kenne Dich vom Bund/ SHAPE, warst immer der, wo man sagte, echt cool und super… Jetzt diese Veröffentlichung mit all dem, was gelaufen ist und was passierte… DANKE! Wir alle müssen uns echt mal Gedanken machen, bevor es zu spät ist… Ich hab gelesen und drüber nachgedacht… Du hast Recht!
    Für mich ist jetzt auch wichtig, einiges ernsthaft auseinaderzuhalten, bevor ich alles verlier…
    Grüße
    Thomas

    • Servus Thomas!

      Wenn mein Artikel nur einen, einen einzigen zum nachdenken angeregt hat, dann hat er sein Ziel erreicht. Ich freue mich auf der einen Seite dass er vielleicht der Stein des Anstoßes für Dich war um Deine eigene Situation zu überdenken bevor sie aus dem Ruder läuft. Auf der anderen Seite ist es natürlich traurig wenn es bei Dir ähnlich wie bei mir gelagert sein sollte. Ich kann Dir aber eines sagen: Wenn man -warum auch immer- sein Leben plötzlich von außen sieht und neu bewerten muss, dann hat man die seltene Chance es genau so einzurichten wie man es selbst will, bevor die tägliche Routine wieder alles verwässert! Und das war auch für mich so ziemlich der einzige positive Effekt: Ich richte mir gerade mein Leben ein so wie ICH es will!

      Major Grube würde das Gleiche sagen 😉 HAHAHAHA… (Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen)!

      Alles Gute und pass’ auf Dich auf!

  • Hey Thilo,

    ich habe dich als starken Mann kennengelernt. Damals warst du nur am Telefon um die Beladung für die Flugzeuge zu koordinieren. Du warst trotz Stress immer da und ansprechbar. Das zeigt Stärke und Zusammenhalt.

    Ich kenne Menschen mit Depressionen und es ist nicht einfach. Man kann auch keine Ratschläge geben, da man selbst diese Situationen nicht erlebt hat.

    Aber eins ist sicher, deine Stärke und den Zusammenhalt wirst du nie verlieren. Du bist ein Kämpfer und wirst auch deine Stärke nie verlieren. Egal wie schwarz auch die Tage sein werden.

    Schon dieser Artikel zeigt, wie du dagegen ankämpft und andere Helfen willst.

    Wir stehen hinter Dir!

    LG Nico

    • Hi Nico!

      Vielen Dank. Es tut gut zu sehen dass man Verständnis entgegengebracht bekommt. Ja, der Mist ist tatsächlich nichts das man so einfach wegsteckt. Und weil man nicht blutet oder sonst eine Wunde vorzeigen kann.
      Aber ich sehe auch nicht ein mich dadurch unterkriegen zu lassen.

      🙂

  • Hallo mein Freund einer längst vergangenen Lebensphase.

    Das Leben benutzt uns als Pergament auf das es seine eigenen Weisheiten einritzt.
    Auch ich überlege gerade, welcher Spacke diesen Text nun liest und mich in die selbe Tonne klopft wie Dich.
    Aber in meiner langen Zeit als selbständiger Lebenskünstler, der sich immer darum bemühte sein
    eigenes Bild nach aussen nur so perfekt es geht an Andere rüber zu tragen, bin durch das selbe Tal gegangen wie Du , bzw befinde mich in fast jährlichen Phasen als Dauergast in dieser kuschlichen Behausung namens Psyche.

    Mein Name hierfür nennt sich psychosomatische Probleme. Und man mag es als Unbelesener nun abtun als Muckefuck oder mich als arme Wutz bezeichnen. Aber das wünsche ich nicht dem ärgsten Feind.
    Ob dies nun auch einher mit einer Depression geht oder ein Bestandteil einer Depression ist, das vermög wohl ein Andere bewerten.

    Symptome wie nich greifbare Ängste und Panikattacken in den banalsten Lebenssituations, sind hierbei auch nur die nicht ganz greifbaren Dinge die niemand Aussenstehendes versteht.
    Das Schlimmste sind die körperlichen Beschwerden, die teilweise eine Stärke aufwiesen, die mir mittlerweile eine Menge an notärzlichen Beschäftigungen einheimsten.

    So nebenbei erwähnt, als wenn es den Zustand im Maximum beschreibt, hat sich ein sehr gute Freund in diesem Zustand vor mittlerweile 2,5 Jahren dazu entschieden, sein Wandeln auf diesem Planet aufzugeben. Er stürzte sich des Nachts, betäubt mit einer Flasche Hochprozentigen von einer Talbrücke im Schwarzwald aus einer Höhe, wo ich beim blosen Runterschauen im Hellen 3 Hände zum Festhalten benötige.

    Wer also in meinem Umfeld irgendeine abfällige Bemerkung über die Ursache und Symptomatik dieser Erkrankung los lässt, kann sich froh schätzen von mir nur einen kompromisslosen Monolog zu bekommen bei dem es ganz sicher keinerlei zeitliche Lücken gibt, um eine Zwischenfrage zu stellen.

    In diesem Sinne, mein Mitleid hast Du nicht, nur meine besten Wünsche das Tal zu überwinden, mein Freund.

    • Hey Christian,

      ich musste eben beim lesen, trotz des traurigen Inhalts, ziemlich schmunzeln. Uns muss man den Humor mit dem Hammer aus dem Schädel hauen, was? Vielen Dank für den Kommentar!

      Tut mir leid zu hören dass auch Du Dich mit so einem Mist rumschlagen musst. Bist Du also auch so eine arme Wutz wie ich (Macht uns das zu zwei Wützen? Wutzen? Wutzelchen? Keine Ahnung wie der Plural ist!).

      Ich hoffe für Dich dass Du das in den Griff bekommst. Sollte dazu ein alkohol(freies)haltiges Kaltgetränk nötig sein, ich bin dabei!

      Pass auf Dich auf!

      Liebe Grüße…

  • Ich bin kein Arzt, kenne mich mit der Krankheit nicht aus, kann und möchte Dir keine “klugen” Ratschläge geben, ich bin aber Dein Jugendfreund, deshalb bin ich mir sicher, dass Du mit den richtigen Mechanikern, Deiner Art damit umzugehen, Deinem Humor und Deiner Familie im Rücken die Karre wieder zum Laufen bekommst und anderen mit der selben Krankheit ermutigst und weiter helfen wirst.

    • Servus Mario,

      ich weiss Deine Worte wirklich zu schätzen und ich danke Dir dafür!

      Ich versuche auch in den dunkelsten Momenten Oberwasser zu behalten. Aufgeben ist -so abgedroschen sich das auch anhören mag- keine Option.

      Ich danke Dir nochmal, sag’ liebe Grüße 🙂

  • HI,

    ich bin Co-Depressiv. 😀
    Das ist sowas wie CO-Abhängig.
    Mein Partner hat Depressionen. Gepaart mit Adhs.
    Seit er mit 20 Alleinerziehende Vater von zwei Kleinkindern wurde, stand er immer unter Strom.
    Zwei Ausbildungen nebenbei gemacht, ein Kind hat auch Adhs… Flog aus der Krippe, aus dem Kindergarten usw.

    Seit 4 Jahren hat er ein Medikament gegen Adhs für Erwachsene genommen, welches auch leicht stimmungsaufhellend war.
    Letztes Jahr in Herbst durfte er es nicht mehr nehmen.
    Und nach einer Woche fielen mir die krassen Veränderungen auf.

    Und genau wie du sagst, war Aggression eins der grossen Probleme.
    Irgendwann kam er nicht mehr nach Hause, weil er Angst hatte, sich nicht kontrollieren zu können.
    4 Wochen habe ich geheult, Angst gehabt, geredet, geheult.
    Er hat sich getrennt, weil er der Meinung ist, ich hätte was Besseres verdient und er könnte nicht verlangen, dass ich auf ihn warte (hallo??). Gott sei dank, hat er sich dahingehend wieder eingekriegt.
    Ich trenn mich doch nicht, wegen einer Krankheit!

    Kurz vor Weihnachten wurde endlich ein Platz in der Klinik frei.
    Die Therapie macht ihn fertig, aber ich merke, wie es besser wird.
    Er selbst noch nicht.
    Das Adhs macht alles noch schwieriger.

    Ich lese deinen Text und finde meinen Mann darin so sehr.

    Aber ihr seid beide auf dem richtigen Weg.

    Und was sich jahrelang eingeschlichen hat, ist halt nicht morgen einfach weg.

    Viel Erfolg 🍀
    Du schaffst das, ich bin mir sicher 😊

    Liebe Grüsse
    Nina

    • Hi Nina,

      vielen Dank für Deine lieben Worte!

      Ich wünsche Dir (Und natürlich Deinem Mann) viel Kraft bei der Bewältigung des restlichen Wegs. Wenn er in einer Klinik ist sind die Aussichten auf Erfolg hoffentlich sehr hoch. Dort ist er ja von Leuten umgeben die Ahnung haben und den ganzen Tag nichts anderes machen. Ihr schafft das!

      Dein Mann kann sich glücklich schätzen eine Partnerin wie Dich zu haben. So wie ich mich glücklich schätzen kann meine Frau zu haben. Was in dem Artikel natürlich zu kurz kommt ist das Leiden der Partner. Depression, ADHS, etc. gehen nicht ohne Spuren am Partner vorbei, im schlimmsten Fall zerbricht die Beziehung! Ich wollte das in einem späteren Artikel verarbeiten. Die Aggression äußert sich ja nicht nur körperlich, man ist teilweise ein richtiges Arschloch. Und hinterher tut es einem wahnsinnig leid!

      Ich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die in so einer Situation zu der Person stehen die sie lieben und die immer da sind, gerade in den schwärzesten Momenten!

      Alles Gute für Euch,

      Thilo

      • Hier kann ich nur Nicken bei jedem Satz den ich hier lese.
        Diese Facette habe ich im obigen Text bewusst/unterbewusst heraus gelassen.
        Aber dennoch stehe ich dazu und erkenne auch die Problematik.

        Ich durchlebe diese Phase in Wellen, teils jedes Jahr einmal.
        Das Agressionspotenzial steigt. Meist gepaart mit der eigenen entstandene
        Wut den sich zeigenden Symptomen trotz überdurchschnittlicher Intelligenz
        keinen Millimeter entgegen setzen zu können.

        Man kann froh sein , einen Partner zu haben, der die Probleme ernst nimmt
        und auch ein Verständnis entwickelt dass man nicht als egozentrisch
        tobender Zorngott angesehen wird.

        Ich danke Dir Thilo, für dieses tolle Thema, das allzugern tabuisiert wird.

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