Heldbergs - Richtig gutes Zeug

Wir möchten wirklich keine abgelutschten Klischees bedienen, aber es kommt so einiges an Wahnsinn aus dem Land der aufgehenden Sonne. Und damit meinen wir noch nicht einmal die berüchtigten japanischen Gameshows. Wir reden von Bo-Taoshi (Wörtlich: “Stab kippen”), einem Spiel dessen Ziel es ist, die gegnerische Flagge zu erobern. Japanese Style!

Die Aufgabe beim Bo-Taoshi ist denkbar simpel: Jede Mannschaft muss versuchen, ihren Pol zu verteidigen und gleichzeitig den der gegnerischen Mannschaft um mehr als 30 Grad (zum Boden) zu kippen. Soweit die Theorie.

In der Praxis sieht das so aus, dass zwei Teams mit jeweils 150 Kämpfern versuchen ihr Ziel zu erreichen. Mit aller Gewalt! Dabei wird folgendermaßen aufgeteilt: 75 Kämpfer verteidigen einen Stab, 75 Kämpfer greifen den der gegnerischen Mannschaft an. Es befinden sich also insgesamt 300 Kämpfer auf dem Spielfeld.

Bo-Taoshi - In vollem Gange

Bo-Taoshi | ©DomoDozo/Flickr

Erfunden wurde Bo-Taoshi von Kadetten der japanischen Verteidigungsakademie Bōei Daigakkō irgendwann um 1945 als Vorbereitung auf den Krieg. Und obwohl das Spiel für den Laien chaotisch, wild und unkoordiniert aussieht, hat jeder Spieler darin seine feste Position und seine Aufgabe.

Die wichtigste fällt dabei dem “Ninja” oder “Affen” zu: Er sitzt oben auf dem 3 bis 5 Meter hohen Pfahl und versucht, dem Umkippen durch Verlagerung seines Körpergewichts entgegen zu wirken. Dabei tritt er kräftig nach unten -in Richtung gegnerische Köpfe- aus. Lediglich ein Helm schützt die Spieler vor Verletzungen.

Das folgende Video gibt einen genauen Eindruck des Spiels wieder:

Bo-Taoshi macht -zumindest was das anschauen betrifft- süchtig. Man könnte sich stundenlang die Wellen der Angreifer ansehen, die wie eine Sturmflut auf die Verteidiger treffen.

Es ist aber wohl nicht anzunehmen, dass dieser Sport irgendwann einmal hier Fuß fassen wird. Können Sie sich vorstellen was unsere Versicherungsgesellschaften dazu sagen würden?

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen

Nach dem Dienst als Soldat für die NATO im Ausland, Studium, verschiedenen Jobs, dem Versuch der Selbstständigkeit sowie Führungspositionen im Management verschiedener internationaler Konzerne kam mir die Erkenntnis, dass man nur selbst das eigene Leben lebt und die Qualität deshalb im Vordergrund stehen sollte. Und genau das soll sich auch in den Artikeln auf EXIMUM widerspiegeln.

Nebenbei studiere ich jetzt endlich Journalismus, kümmere mich viel um meine Familie, treffe Freunde, bin auf dem Weg zu meinem Wunschgewicht und mache generell mein eigenes Ding.