“Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust” hat schon Goethe gesagt, der Hipster des 18. Jahrhunderts. Kennen Sie das auch? Sie sind zwischen zwei -eigentlich gegensätzlichen- Dingen hin- und her gerissen? So geht es mir mit der Digitalisierung bzw. dem papierlosen Büro und dem X17 Notizbuch. Hier schreibe ich warum ich im 21. Jahrhundert immer noch einen Terminkalender aus Papier benutze und warum Sie das X17 meinen kalten, toten Fingern entreißen müssten um es von mir zu bekommen.

Jahrelang habe ich verschiedene Versionen von on- und offline Terminkalendern ausprobiert, die letztendlich alle nicht wirklich befriedigend waren. Bis ich auf das X17 der gleichnamigen Firma von Matthias Büttner gestoßen bin. Ach ja, vorneweg: Ich habe mir das Ding zum regulären Preis vor zwei Jahren gekauft, also lange bevor ich überhaupt nur an EXIMUM gedacht habe. Weder Sponsoring noch die Bereitstellung eines Testexemplares können also meine ehrliche Meinung beeinflussen! Und nach zwei Jahren Benutzung weiss ich a) von was ich rede und b) sieht das X17 halt nicht mehr aus wie neu. Ist ja klar!

X17 - Aufgeschlagen

Mein X17 und mein Espresso in voller Pracht!

Was ich früher vermisst habe

Jedes der Exemplare verschiedener Hersteller, die ich in der Vergangenheit benutzt hatte, ließen das eine oder andere (für mich) wichtige Detail vermissen: Entweder hatten sie keine Einsteckfächer, keine austauschbaren Einlagen, keine heraustrennbaren Seiten, die Hülle war aus lederähnlichem Plastik oder es gab keine Stiftschlaufe bzw. es gab kein Lesebändchen. Das alles -und ein paar Sachen mehr- macht das X17 richtig.

X17 - Lederdicke

Das Leder ist gleichzeitig dick und angenehm weich

Das Konzept

Das X17 (Genauso wie sein großer Bruder, das X47) ist ein modulares Notizbuch im Hoch- oder Querformat. Das heisst, dass Sie zwischen verschiedenen Einlagen wählen und -je nach Gusto- individuell zusammenstellen und in Ihr X17 einbinden können. X17 nennt es das Book-by-Book-System. Damit gestalten Sie einen Planer, der sich tatsächlich nach Ihren Anforderungen richtet, und nicht umgekehrt. Der Hersteller hat darüber hinaus auch sichergestellt, dass Sie aus einer breiten Palette an Einlagen weit über den Standard hinaus wählen können.

X17 - Dicke

Ich benutze drei Einlagen und eine Doppeltasche

Die Hülle

Der Einband meines X17 im Format A5 ist aus dickem, echtem, vegetabil gegerbtem Leder in der Farbe Natur Cognac. Durch die tägliche Benutzung über zwei Jahre hinweg hat er natürlich schon einige Kratzer und Macken abbekommen. Aber die haben zu seinem Charakter beigetragen und stören überhaupt nicht. Natürlich ist das nicht die einzige Version: Man hat die Wahl z.B. zwischen italienischem Glattleder, Texon (Einer veganen Zellulosefaser), Lederfasermaterial, Balacron, Hardskin, Nylskin… am besten Sie schauen sich die Auswahl im X17 Shop selbst an!

X17 - Kratzer & Macken

Sie nennen es zerkratzt, ich nenne es Charakter

Die Einlagen

Kariert, liniert, blanko, gepunktet… Auch hier haben Sie die Wahl, ganz nach Ihren Bedürfnissen. Darüber hinaus bietet das X17 Kalendarien aller Art, Lehrereinlagen, Leporellos, Fahrtenbücher, Notenhefte, Haushaltsbücher, Einlagen zur Selbstorganisation und einige mehr. Auch hier verweise ich wieder auf den X17 Shop bevor ich jede Einlage einzeln aufzählen muss. Befestigt werden diese Einlagen mittels spezieller Kautschukringe, den sogenannten ElastiX.

X17 - ElastiX

Die Stirnseite mit den ElastiX Bändern

Das Zubehör

Ohne jetzt aufzählen zu wollen was Sie auf der Herstellerseite sowieso selbst sehen können, aber für das X17 gibt es einiges an Zubehör. Ich selbst benutze eine Doppeltasche, in der ich z.B. Visitenkarten, ein kleines Lineal und verschiedene Notizzettel bzw. Papierchen aufbewahre. Dazu natürlich noch den einzigen(!) Liebesbrief, den mir meine Frau in all den Jahren unserer Beziehung geschrieben hat!

X17 - Visitenkarten

Das Visitenkartenfach der Doppeltasche

Ich benutze auch eines der Doppelbuchbänder, um in meinem Kalender und in meinem Notizbuch immer die aktuelle Stelle finden zu können.

X17 - Notizbuch

Ich bevorzuge gepunktete Notizbücher. Hier mit dem Leseband.

Was mir am X17 besonders gut gefällt

Ein großer Unterschied zu herkömmlichen Ringbüchern oder Planern ist die Tatsache, dass sich das X17 aufgeschlagen auf beiden Seiten sehr gut beschreiben lässt. Es stören keine Ringe in der Buchmitte und es ist vergleichsweise flach. Das macht die Arbeit mit ihm angenehm und weniger ermüdend.

X17 - Aufgeschlagen 2

Das X17 liegt wunderbar flach und lässt sich deshalb sehr gut beschreiben

Da alle Seiten in den Notizbüchern perforiert sind, lassen sie sich, wenn nötig, wunderbar aus der Einlage heraustrennen ohne dass man eben diese Einlage komplett kaputt macht und versaut. Dazu noch ist jede Seite nummeriert. Wer darauf Wert legt, den wird das freuen.

Auch liebe ich es mit Füllfederhaltern zu schreiben. Die Papierqualität der Einlagen stimmt (90g/qm bei der Version A5) und das mit dem Füller geschriebene drückt auf der Rückseite kaum durch. Die Tinte franst auch nicht aus und das Schriftbild bleibt so wie beabsichtigt.

Und zum Schluss sieht das X17 einfach klasse aus und ich wurde in Meetings immer danach gefragt. Ego! Punkt.

Was mir am X17 nicht so gut gefällt

Wie man sich vorstellen kann gibt es da, meiner Meinung nach, nicht allzuviel. Einzig das große Einsteckfach der Doppeltasche sollte sich in irgendeiner Form verschließen lassen. Bei mir rutschen die Zettel und Notizen immer raus. Vielleicht wird das ja in einer späteren Version behoben.

X17 - Einstecktasche

Die Doppeltasche

Fazit

Man erkennt unschwer dass ich ein Fan meines X17 Planers bin. Aber das ist okay so, denn beim Design des X17 hat man sich wirklich Gedanken gemacht, die dann auch für den Benutzer hilfreich umgesetzt wurden. Der Hersteller findet sein Produkt übrigens auch so klasse, dass er 17 Jahre Garantie darauf gibt. Das macht beileibe nicht jeder.

X17 - Einsparung

Diese kleinen Einsparungen sorgen u. a. dafür, dass die Einbände nicht einknicken

In meinem Berufsleben hatte ich für den täglichen Bürogebrauch immer ein Notizbuch auf meinem Schreibtisch (Mein “Schreibtischbuch”). Dieses Notizbuch (Meistens A4) ließ ich auch immer im Büro. Mit dem X17 habe ich das geändert: Mein Schreibtischbuch wird, wann immer ich einen Termin habe oder weg muss, einfach mit einem ElastiX in der Hülle befestigt. So verzichte ich auf Zettelwirtschaft und habe alle Notizen immer bei mir. Verschlossen wird das X17 dann mit der Sloop genannten Stiftklemme und ich bin ready to go!

X17 - Sloop

Der Sloop mit meinem Lamy Studio

Meine Suche nach dem (für mich) perfekten Terminplaner ist seit zwei Jahren beendet und ich habe meine Ruhe… Wenn Sie aber noch auf der Suche sein sollten, dann werfen Sie unbedingt einen Blick auf die X-Familie aus Saarbrücken! Hier können Sie sich den aktuellen X17-Katalog als PDF herunterladen.

Übrigens: Vivi Võ Lê von www.vivi-design.de hat eine sehr schöne und lesenswerte Rezension über ihr X17 im Format A6 geschrieben.

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix "Ex-", wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.