Männerleben

Das grosse Bienensterben – Was WIR jetzt dagegen tun können!

“Pffft… seit wann sind Honigbienen denn ein Männerthema?” Wer jetzt so denkt, der soll sich bitte mal beim nächsten gemütlichen Frühstück mit der Familie das Glas Honig nehmen und es sich so fest wie möglich gegen die eigene Stirn hämmern! Vielleicht fallen dann die ungenutzten Denkmurmeln wieder in Position! AUFWACHEN! Die Zahl unserer Bienenvölker verringert sich immer mehr! Zeit, selbst etwas gegen das große Bienensterben zu tun. Denn wenn die Bienen erst mal weg sind, dann ist mangelnder Honig am Frühstückstisch unsere kleinste Sorge!

Dieser Artikel von Veronika erschien in vollständiger Form auf Pflanzentanzen.de, wo sie als leidenschaftliche Gärtnerin über Pflanzenpflege und Tipps rund um den Garten bloggt. Ihren grünen Daumen entdeckte sie schon als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen und ist seither fasziniert von allem, was im Garten wächst & blüht. Mit Ihren Artikeln möchte sie den Lesern Lust aufs Gärtnern machen und ihnen dabei helfen, ihren ganz persönlichen, grünen Daumen zu finden.

Als Hobbygärtner hast Du die Möglichkeit, dem fortschreitenden Bienensterben entgegenzuwirken. Verwandle Deinen Garten Schritt für Schritt in ein blühendes Bienenrefugium und genieße die bunte Vielfalt in den Beeten.

Hallo, ich bin Veronika von pflanzentanzen.de. Auf unserer Seite dreht sich alles um unsere große Leidenschaft – das Gärtnern. Wir helfen Dir, Deinen grünen Daumen zu entdecken und Deinen Garten zum Blühen zu bringen. Bei uns findest Du spannende Pflanzenporträts, Tipps und Tricks zu Anbau und Pflege und allerlei Infos über das perfekte Garten-Equipment. Als begeisterter Hobbygärtnerin liegt mir das Thema Bienenschutz besonders am Herzen. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir Menschen den Bienen das Leben ordentlich schwer gemacht. Unsere moderne Landwirtschaft, die Varroa-Milbe und der Klimawandel führen zu einem vermehrten Bienensterben, dem wir gemeinsam dringend ein Ende setzen müssen.

Tristes Ödland

Stell Dir vor, das Summen der Bienen verstummt für immer. Wie sähe unsere Welt ohne die fleißigen Bestäuber aus? Die farbenfrohen Blüten würden sukzessive aus unseren Gärten und aus der Natur verschwinden. Viele pflanzenfressende Tiere müssten verhungern und wir Menschen hätten deutlich geringere Ernteerträge. Mangelernährung und Monotonie wären die Folge.

Bienensterben - Die Dürre danach
Das könnte uns blühen…

Von Bienchen und Blümchen

Zwischen Bienen und Blumen stimmt die Chemie. Hier gehen Flora und Fauna eine fruchtbare Symbiose ein: Bienen verbreiten den Pollen unzähliger Wild- und Nutzpflanzen und helfen ihnen dadurch, sich zu vermehren. Gleichzeit dienen Nektar und Pollen den emsigen Insekten als Nahrungsquelle, die den Fortbestand des Bienenvolks sichert. Nicht umsonst gilt die Biene als Inbegriff des Fleißes – sie hat eine enorme Bestäubungsleistung.

Hochproduktive Bestäuber

Fast 80 Prozent aller Pflanzen werden in unseren Breiten von der Westlichen Honigbiene bestäubt. Um den Rest kümmern sich Hummeln, Wildbienen und andere Insekten. Damit spielt Biene Maja eine wichtige Rolle für die Nahrungsvielfalt. Sie sorgt dafür, dass unsere Obstbäume gesunde Früchte tragen, sie erhöht den Ertrag sämtlicher Gemüsearten und vieler Ölsaaten. Einige exotische Kulturpflanzen wie Kakao oder Vanille sind gar völlig auf die Befruchtung durch Bienen angewiesen.

Bienensterben - Honigbiene beim bestäuben
Ein Profi bei der Arbeit

Hilf mit, die Bienen zu retten

Du musst kein Politiker oder Umweltaktivist sein, um den bedrohten Bienen zu helfen. Jeder, der einen Garten besitzt, kann aktiven Bienenschutz leisten. Fang in Deinem eigenen Garten an.
Selbst der kleinste Balkon lässt sich in ein Bienenparadies verwandeln. Sag Nein zur Chemie und lass die Natur bei Dir Einzug halten. Lass Deinen Outdoorbereich erblühen und genieße die Vielfalt, die Farben, den Duft – und das Summen der Bienen.

Mach Deinen Garten zum Bienenparadies

Mit diesen 10 Tipps sorgst Du dafür, dass sich die Bienen bei Dir zuhause fühlen. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Geh einfach Schritt für Schritt vor und hol die Natur zurück in Deinen Garten.

1. Blühflächen statt Grünflächen

Die moderne Landwirtschaft hat der Landschaft ein neues Gesicht gegeben. Statt bunter Blumenwiesen und blühender Hecken reiht sich heute häufig eine Monokultur an die nächste. Hier finden Bienen und Hummeln nur wenig Nahrung. In unseren Gärten sieht es nicht viel besser aus: Steriler, kurz gemähter Rasen umgeben von Thujenhecken prägt das Bild vieler Siedlungen. Hier kannst Du ansetzen: Mach Deinen Garten zu einer blühenden Oase, die Bienen und vielen anderen Insekten Nahrung im Überfluss bietet.

Dabei gibt es nicht nur einen richtigen Weg – Du hast unzählige Möglichkeiten, ein bienenfreundliches Umfeld zu schaffen. Ob buntes Blumenbeet, Obst- oder Gemüsegarten, Biene Maja freut sich über fast alles, was blüht.

2. Bienennahrung rund ums Jahr

Zwischen Mai und Juli haben viele Pflanzen ihre Hauptblütezeit. Davor und danach sieht es eher mager aus. Besonders schwierige Zeiten für die Bienen sind der Vorfrühling und der Spätherbst. In milden Wintern und im zeitigen Frühjahr bieten Winterblüher und Frühblüher wertvolle Nahrung. Schneeglöckchen, Schneerose, Winterling, Krokus, Salweide, Haselnuss und Winter-Heckenkirsche erleichtern Bienen und Hummeln den Start ins Jahr. Im Herbst, wenn die meisten Blumen längst verblüht sind, versorgen Aster, Dahlie, Sonnenblume, Herbstanemone, Garten-Storchschnabel, das Blaue Gänseblümchen und die unscheinbaren Blüten des Efeus die hungrigen Insekten mit Pollen und Nektar. Gestalte Deinen Garten so, dass stets etwas blüht. Setze dabei auf bunte Vielfalt – das sieht toll aus und macht die Bienen glücklich. Zur Orientierung kannst Du einen Blick in unseren Blühkalender für bienenfreundliche Gärten werfen.

Bienensterben - Blumenwiese
Gegen Golfrasen und Monotonie im Garten

3. Wähle bienenfreundliche Pflanzen

Zum Glück sind Honigbienen nicht wählerisch – sie fliegen beinahe alles an, was blüht. Wildbienen hingegen sind auf heimische Wildstauden und Sträucher angewiesen. Mit gefüllt blühenden Pflanzen können weder Bienen noch Hummeln oder Wildbienen etwas anfangen. Gefüllte Rosen, Pfingstrosen, Dahlien, Astern und viele mehr sind bei Hobbygärtnern sehr beliebt. Ihre üppige Blütenpracht ist einfach beeindruckend, doch leider bieten diese Blüten den Bienen keinen Pollen und kaum Nektar. Die Staubblätter haben sich zurückgebildet oder sind durch die Fülle an Blütenblättern nicht mehr zugänglich. Auch die Nektarien sind häufig funktionsunfähig. Die Bienen werden also von den prachtvollen Blütenköpfen angelockt, nur um dann enttäuscht festzustellen, dass es hier keinerlei Nahrung gibt.

4. Nur ungefüllte Blüten bieten Pollen und Nektar

Du musst natürlich nicht vollständig auf die barocken Schönheiten unter den Blühpflanzen verzichten. Vermeide jedoch große Ansammlungen von ausschließlich gefüllt blühenden Arten. Umgib jede hochgezüchtete Zierpflanze mit ungefüllt blühenden Alternativen. Bei Rosen bieten sich hier typische Rosenbegleiter wie Steppensalbei, Katzenminze, Frauenmantel und Fetthenne an, die bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen hoch im Kurs stehen.

5. Keine Chemie im Garten

Wer den Bienen helfen möchte, sagt klar und deutlich Nein zu Pestiziden und chemischen Düngemitteln. Fungizide und Insektizide schädigen viele Nützlinge im Garten und bringen das natürliche Gleichgewicht aus dem Lot. Auch für Dich und Deine Familie stellt der Kontakt mit Spritzmitteln ein gesundheitliches Risiko dar. Mit ein wenig Know-how lassen sich Deinen Pflanzen ganz ohne Chemie gesund halten. Verwende organische Düngemittel wie Kompost, Stallmist, Guano und Hornspäne. Achte auf ausreichend große Pflanzabstände, um Pilzerkrankungen zu verhindern. Gezielter Fruchtwechsel und Mischkultur sorgen für einen fruchtbaren Boden und eine reiche Ernte. Stärke Deine Pflanzen mit Schachtelhalm-, Beinwell- oder Brennnesseljauche und setze Nützlinge wie Raubwanzen, Florfliegen oder Schlupfwespen zur biologischen Schädlingsbekämpfung ein.

Bienensterben - Durch Pestizide getötete Honigbiene
Dieser kleine Freund hat die Pestizide nicht überlebt

6. Eine Wildsträucherhecke als Zaun

Sie schützt vor neugierigen Blicken, hält ungebetene Gäste fern und sieht dabei viel interessanter aus als eine biedere Thujenhecke: Mit einer bunten Hecke aus heimischen Wildsträuchern machst Du den Bienen eine riesige Freude und bietest darüber hinaus vielen Vogelarten und anderen Wildtieren Unterschlupf und Nahrung. Im Frühjahr hüllt eine Wildsträucherhecke aus Schlehdorn, Kornelkirsche, Weißdorn, Felsenbirne, Holunder, Berberitze und Heckenrose Deinen Garten in ein Blütenmeer. Im Herbst sorgt das bunte Laub der Gehölze für ein spektakuläres Farbfeuerwerk. Ganz nebenbei sind einige der köstlichen Wildfrüchte auch für uns Menschen genießbar.

7. Gemüse & Obstgarten

Auch im Nutzgarten kannst Du einiges tun, damit sich Bienen und Hummeln wohlfühlen. Fülle Lücken im Gemüsebeet mit einjährigen Blumen wie Kornblumen, Klatschmohn, Lein oder Zinnien auf. So verwandelst Du langweilige Beete in einen charmanten Bauerngarten. Eine Beeteinfassung aus Ringelblumen, Tagetes oder Kapuzinerkresse soll gar Schädlinge abhalten. Gründüngungspflanzen wie die Phazelie, verschiedene Kleearten und Buchweizen verbessern Deinen Gartenboden und sind bei Bienen heiß begehrt. Denke stets daran – mit einem vielfältig blühenden Garten sorgst Du auch für eine zuverlässige Bestäubung Deiner Obstbäume und Gemüsepflanzen.

Bienensterben - Lavendel-Bündel
Lavendel

8. Kräuter als Bienenmagnete

Manche Pflanzen ziehen mit ihrem reichhaltigen Angebot an Pollen und Nektar scharenweise Bienen an. Mit diesen sogenannten Bienenweiden machst Du Deinen Garten zum Schlaraffenland für Biene Maja. Zu den absoluten Bienenmagneten gehören auch typische Gartenkräuter wie Thymian, Lavendel, Borretsch und Ysop. Lege ein buntes Kräuterbeet an – so bietest Du den Bienen ein üppiges Büffet und hast stets frische Kräuter zur Hand, die Deinen Speisen und Getränken das Gewisse etwas verleihen. Weil blühende Kräuter ein traumhafter Anblick und ein sinnliches Dufterlebnis sind, lohnt es sich, auch Terrasse und Balkon mit Kräutertöpfen zu schmücken.

9. Mut zur Wildnis

Ein gepflegter Garten sieht toll aus. Doch die unbändige Natur hat ebenfalls ihren Reiz. Keine Panik, Du musst Deinen Outdoorbereich nicht völlig verwildern lassen, um den Bienen etwas Gutes zu tun. Lass beim Rasen mähen einfach einige blühende Inseln stehen. Säe in einem Deiner Beete eine bunte Wildblumenmischung aus. Richte eine wilde Ecke ganz hinten im Garten ein: Dort dürfen Wiesenblumen und Unkräuter nach Herzenslust blühen. Dort gaukeln Schmetterlinge, dort summen hunderte Bienen, dort können Fuchs und Igel einander Gute Nacht sagen.

Bienensterben - Bienenhotels im Garten
5-Sterne-Nisthilfen sind schnell gebaut

10. Artgerechte Nisthilfen für Bienen

Wildbienen finden heute in freier Natur immer weniger geeignete Plätze zum Nisten. Mit einem Nistkasten gefüllt mit artgerechten Nistgelegenheiten wie Tot- und Hartholz, markhaltigen Stängeln, Bambusstäben und Schneckenhäusern bietest Du den bedrohten Insekten die Möglichkeit, in Deinem Garten zu brüten. Biete den Bienen außerdem in flachen Gefäßen Wasser an, damit sie ihren Durst löschen können.

11. Verwende Bio-Saatgut

Saatgut ist häufig mit Fungiziden und Insektiziden behandelt, um es vor Pilzen und Schädlingen zu schützen. Diese Chemikalien werden heute als bienengefährlich eingestuft. Ob Chili, Möhre oder Rote Beete – kaufe Samen ausschließlich in Bio-Qualität oder ziehe Deine Pflanzen aus selbst gewonnenem Saatgut.

Mit einem bienenfreundlichen Garten trägst Du aktiv zur Rettung der Bienen bei. Gleichzeitig machst Du Dein Umfeld schöner, bunter und lebenswerter. Denn ein naturnaher Garten ist mit seiner unbändigen Vielfalt, mit all seinen Farben und Düften und mit seiner Fülle an Leben ein unvergleichliches Erlebnis für alle Sinne.

Wer sich jetzt überlegt selbst ein Bienenvolk zu halten und eigenen Honig zu ernten, der sollte sich unseren Artikel über den Flow Hive mal anschauen.


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