Männerleben

CB1000R-adical: Brachiale Schönheit

CB1000R-adical - Titelbild

Wir müssen mal ein altes Sprichwort abwandeln: “Wenn zwei sich streiten zusammentun, freut sich der dritte die Biker Community!” Damit meinen wir die Teams von Gannet Design und Fuhrer Moto, die mit ihrem Umbau gleich mal den Custom-CB1000R-Wettbewerb von Honda Schweiz gewonnen haben und das Motorrad im Februar 2019 auf der Swiss-Moto-Show in Zürich präsentierten. Hier zeigen wir das Custom-Monster.

Das ursprüngliche Ziel des Umbaus war es, die CB1000R in ihrem Ursprung zu belassen und hauptsächlich durch das Verändern der Proportionen und der neuen Lenkerposition ein völlig neues Erscheinungsbild herzustellen. Damit sollten die umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten der CB1000R gezeigt werden. Ist das gelungen? Jeder, der nicht blind durch die Gegend wankt kann das mit einem eindeutigen JA beantworten!

Photo credit: Fuhrer/Gannet

Ein erfahrenes Team

Das Design-Studio von Ulfert Janssen und die Werkstatt von Stefan Fuhrer liegen nur 100 Meter voneinander entfernt. Perfekte Voraussetzung also, um gemeinsam verschiedene Projekte zu realisieren. Das hat schon bei der Moto Guzzi V9 Racer letztes Jahr sehr gut geklappt, das war auch diesmal wieder der Fall. Und wie der Zufall es will, ist Stefan Honda-Motorradhändler. Die Teilnahme am Wettbewerb von Honda Schweiz war damit keine Frage mehr.

Am Anfang war der Stift…

Alles beginnt irgendwo. In diesem Fall fing es mit ein paar lockeren Skizzen und Designstudien an.

Die Grundkomponenten der CB1000R sollten im Ursprung belassen werden. Ein neuer Eindruck entstand hauptsächlich durch Änderung der Proportionen und der Lenkerposition. Durch das Design der neu angebauten Bug-Verkleidung wurde das Bike visuell auf die Straße gesetzt.

Dazu Ulfert Janssen: “Viele Leute unterschätzen die Wichtigkeit von Balance und Proportionen an einem Custom-Build. Wenn man den Stand, den Winkel und die Position leicht verändert, erhält der Betrachter ein völlig neues Erscheinungsbild des Motorrades.”

… dann kam die Umsetzung

Stefan Fuhrer, der auf einen großen Erfahrungsschatz u.a. als MotoGP-Rennmechaniker zurückgreifen kann, begann den Umbau, indem er die Gabelbrücke durch Planfräsen umgestaltete. Dadurch sollte sie leichter und stimmiger zur neuen Lenkerposition gemacht werden. Im Anschluss wurde die Glasfaserverkleidung am Bug dem Design angepasst. Das gab der CB1000R einen tiefen und sexy Stand.

Stefan Fuhrer: “Die Front ist unglaublich schön und heiß geworden. Durch CNC-Fräsen haben wir ein neues Fixierungssystem für den Scheinwerfer und die Mini-Windschutzscheibe geschaffen. Mit dem neuen dreiteiligen CNC-Mechanismus können wir jetzt die Höhe des Scheinwerfer ändern und die Windschutzscheibe in einen beliebigen Winkel schieben. Der vordere Scheinwerfer wurde um 60 mm nach vorne verlagert und leicht abgesenkt. Dieser neue Spezialhalter, zusammen mit dem Multiclip, der Gabelbrücke und der Karbon-Gabel, verleihen dem Bike einen sehr technischen und coolen, optischen Eindruck wie in einem Transformer-Film.”

Diesen Eindruck kann wohl jeder, der die Filme gesehen hat, bestätigen.

Hochwertiges aus Kohlefaser

Das Motorrad ist mit der ultraleichten CeraCarbon-Racing-Vorderradgabel und maßgefertigten Kettenrädern ausgestattet. Entworfen und hergestellt aus Karbonfaser mit Dyneema und einer einzigartigen patentierten Keramiktechnologie. Diese hat die Stärke und Steifigkeit der Standardstahlgabel, aber die Leichtigkeit von Karbon, und die Keramik sorgt für die Verschleißfestigkeit. Beispiel: Ein typisches 43-mm-Stahlgabel-Innenrohr hat ein Gewicht von fast einem Kilo! Ein CeraCarbon-43-mm-Vorderradrohr hat ein Gewicht von nur noch 237 Gramm, womit bei einer kompletten Vordergabel das ungefederte Gewicht um 1,5 kg reduziert wird. Die CeraCarbon-Lösung ist 75% leichter als herkömmliche Stahlgabel-Innenrohre!

Das Unternehmen CeraCarbon hat das Projekt großartig unterstützt, indem es speziell für das Honda R-adical-Projekt einen neuen Prototyp Kettenrad angefertigt hat. Dieses Kettenrad ist aus Aluminium gefertigt und keramikbeschichtet. Das sorgt für eine lange Lebensdauer, und die Karbon-Inlets für zusätzliche Stabilität und Leichtigkeit.

Die Felgen sind Hochleistungs-Kohlefaserräder von Rotobox. Diese Felgen sind bis zu 50% leichter als Originalfelgen, und sie sind die einzigen einteiligen Carbon-Monocoque-Felgen der Welt. Da diese Honda CB1000R aus dem Jahr 2018 stammt, waren für dieses Modell noch keine Carbon Felgen auf dem Markt.

Mit der speziellen Hilfe von Dario bei 422 Corse ging Rotobox die Mühe ein und fertigte diese neuen Felgen innerhalb eines Monats speziell für diesen Honda CB1000R-Umbau an – es ist also eine Weltpremiere! Die Dimensionen der Felgen sind 17×3.50 vorne und 17×6.00 hinten. Sie wurden mit Dunlop-Moto2-Rain-Tyres ausgestattet, was die einzigartige Erscheinung des Bikes noch verstärkt.

Ulfert: “Die Idee der kontemporären Grafik bestand darin, das Camouflagedesign mit scharfen Formen und bestimmten Highlights in gelb neu zu interpretieren. Die coole Grafik, zusammen mit den neuen sexy Proportionen verwandelte die zahme CB1000R in eine Camouflage-Rakete mit einem schon visuell unglaublich aggressiven Vorwärtsdrang.”

Foliendruck? Fehlanzeige!

Die feine Lackierung ist wieder ein Meisterwerk von Lackierer Walter Oberli, der in der Vergangenheit mit dem Team schon an anderen Projekten gearbeitet hat. Nach und nach baute er sieben Farbschichten auf, um das endgültige futuristisch anmutende Camouflagemuster zu erreichen.

Ulfert: “Durch die Verwendung von Farbschichten konnten wir jedes einzelne Element steuern und ohne jegliche Verformung, die man mit Folie erhalten würden, platzieren. Daher ist das Ergebnis sehr genau, und man kann die einwandfreie Lackierung von Walter deutlich sehen.”

Wer die CB100R-adical live sehen möchte, der hat bei The Reunion in Monza und bei Glemseck 101 die Gelegenheit.

Links

Gannet Design:

Fuhrer Moto:

Photo credit: Fuhrer/Gannet


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