E-BOOK READER: JA ODER NEIN?

Sind die elektronischen Geräte wirklich besser als das klassische Buch aus Papier?

Immer mehr analoge Techniken werden durch die Digitalisierung abgelöst. Auch das gute alte Buch musste mehr oder weniger dran glauben, wurde es doch durch neumodische E-Book-Reader ersetzt. Sie bieten vermeintlich so viele Vorteile, dass kaum eine Leseratte an ihnen vorbeikommen soll. Aber ist das wirklich so? Kann ein E-Book-Reader das klassische Buch aus Papier komplett ersetzen? E-Book Reader oder Buch? Ich bin der Frage nachgegangen…

Kein normales Tablet

E-Book-Reader sind kleine Zauberkisten. Während früher Romane ganze Bücherwände füllten, finden sie heute in einem (wenn überhaupt) nur wenige Zentimeter dicken Gerät Platz. Komprimiert zu digitalen Dateien, die auf dem integrierten Display dargestellt und dort gelesen werden können, als wären es echte Bücher.

Da E-Book-Reader nicht auf klassische Displays, sondern auf E-Ink-Displays setzen, kommt gar nicht groß das Gefühl auf, dass Sie eben auf ein technisches Gerät mit einem Bildschirm schauen. Die Schrift liest sich wie gedruckt, ohne dass die Augen das typische Brennen und die fiesen Ermüdungserscheinungen zeigen, die viele von Ihnen sicherlich nach stundenlanger Bildschirmarbeit nur zu gut kennen. Das ist bei einem Reader für E-Books eben nicht so. So können Sie auch den ganzen Sonntag mit dem Lesen eines digitalen Buches verbringen, ohne dass die Augen übermüden. Dies unterscheidet die Reader von Tablets, die natürlich auch zum Lesen von digitalen Dokumenten (nichts anderes sind E-Books) genutzt werden können.

E-Book Reader oder Buch - Mann mit E-Book Reader im Flugzeug
Bild: Canva Photos Unlimited

Ein Gerät, unzählige Bücher

Dass Ihnen mit einem E-Book Reader der Lesestoff ausgeht, wird nicht passieren. Denn in den Geräten von Amazon, Thalia und Co. ist auch gleich ein Zugang zu deren E-Book-Stores integriert. Die Auswahl dort ist gigantisch und steht gerade bei aktuellen Werken den Gedruckten in nichts nach. Quasi jedes neue Buch gibt es auch als E-Book. Selbst bei älteren Büchern ist die Auswahl heute bereits recht groß. An Lesestoff wird es also definitiv nicht mangeln – höchstens an dem entspannten Stöbern durch die Auswahl des Buchladens um die Ecke…

E-Book-Reader bieten viele Vorteile

Die unbändige Auswahl ist aber nicht der einzige Vorteil eines digitalen Readers. Oft haben die Geräte eine Beleuchtung integriert. Oder es gibt zumindest ein entsprechendes Zubehör, z. B. als Hülle mit ausklappbarer Lampe. So können Sie auch im Dunkeln problemlos lesen, ohne eine Leselampe zu benötigen. Das ist z. B. abends ideal, wenn die Partnerin oder der Partner bereits neben Ihnen im Bett schläft, Sie aber selbst einfach nicht einschlafen können – oder das Buch so spannend ist, dass an Schlaf nicht zu denken ist.

Ebenfalls praktisch ist, dass Sie bei einem modernen E-Book-Reader die Schriftgröße einstellen können. Das ist gerade bei ungünstigen Sichtverhältnissen oder schlechter werdenden Augen eine tolle Sache. Bei einem klassischen Buch müssten Sie hingegen eine Lupe zur Hand nehmen, was ziemlich umständlich und unkomfortabel ist.

 

Eine seiner ganz großen Stärken spielt der E-Book-Reader außerhalb der eigenen vier Wände aus. Viele nutzen die Zeit in der Bahn oder anderen Verkehrsmitteln zum Lesen. Allerdings kann gerade ein dickes Buch schon mal ganz schön ins Gewicht fallen. Das müssen Sie dann den ganzen Tag mit sich herumschleppen. Ein E-Book-Reader ist deutlich kompakter und leichter, nimmt damit weniger Platz in der Handtasche, Aktentasche oder dem Rucksack ein als ein Buch. Noch extremer ist der Unterschied bei Urlaubsreisen, bei denen früher häufig mehrere Bücher im Koffer landeten. Heute müssen Sie nur einen E-Book-Reader einpacken und haben – abhängig vom Speicherplatz des Gerätes – hunderte oder gar tausende Bücher im Gepäck dabei, ganz ohne Übergepäck zahlen zu müssen.

Das Einzige, was Sie bei einem E-Book-Reader wirklich stoppen kann, ist eine leere Batterie – vor allem dann, wenn keine Steckdose in der Nähe ist und Sie auch keine Powerbank dabeihaben. Das gibt es bei einem Buch einfach nicht. Womit wir auch schon beim leicht angestaubten „Kontrahenten“ wären…

E-Book Reader oder Buch - Hipster lesend vor Bücherregal
Bild: Canva Photos Unlimited

E-Book Reader oder Buch

Ja, zugegeben, der E-Book-Reader bietet unzählige Vorteile, lässt Bücher wie alte Schinken dastehen. Und für den täglichen Gebrauch, z. B. beim Lesen im öffentlichen Nahverkehr auf dem Weg zur Arbeit oder wieder nach Hause, möchte ihn wohl keiner mehr eintauschen. Aber es gibt sie doch noch: die Momente, in denen ein gutes Buch einfach aus Papier bestehen muss,…

Malen wir mal das ideale Szenario für das klassische Buch auf: Draußen stürmt und schneit es, drinnen knistert das Feuer im Kamin. Sie sitzen mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Couch, eingekuschelt in Ihre Lieblingsdecke. Genau jetzt ist der Moment gekommen, in dem jeder moderne E-Book-Reader die Idylle zerstören würde. Nun muss es einfach her, das klassische Buch – auch wenn es doch so „old school“ und mit Einschränkungen behaftet ist…

Okay, nicht jeder hat einen Kamin und die Winter sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Aber ich denke, Sie verstehen was ich meine. In besonderen Momenten kann ein E-Book-Reader ein gutes, gedrucktes Buch einfach nicht ersetzen. Einen Alltag ohne die digitalen „Tausende-Bücher-in-einem-Kasten“-Geräte möchte ich mir aber auch nicht mehr vorstellen…

Was meinen Sie? E-Book Reader oder Buch? Ist Ihnen der E-Book Reader lieber oder stehen Sie auf die klassischen Bücher? Lassen Sie es uns in den Kommentaren unten wissen…

Headerbild: Nathan Bingle auf Unsplash

4 Kommentare
  1. Michael sagt

    Immer alles dabei, nennenswerte Akkulaufzeiten sind real, ich habe mich schon lange entschieden. Pro E-Reader! 🙂

    1. Thilo Heffen sagt

      Die Vorteile liegen auf Seiten der E-Book Reader, das stimmt.

  2. Stefan sagt

    Guter Text;
    auch wenn es einige Vorteile gibt, bleibe ich beim Buch
    Ich bin da sozusagen -old school-

    1. Thilo Heffen sagt

      Hallo Stefan, können wir verstehen. Wir sind da hin- und her gerissen zwischen Prak­ti­ka­bi­li­tät -zum Beispiel auf Reisen- und dem Gefühl und Geruch eines richtigen Buches in der eigenen Hand!

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