Männer ab 40 stehen an einem Wendepunkt: Die alten Rollenbilder tragen nicht mehr und neue Fragen nach Sinn, Verantwortung und Gesundheit treten in den Vordergrund. Denn Männlichkeit ab 40 ist weniger Show als Haltung und zeigt sich im Alltag, nicht auf der Visitenkarte. Dieser Artikel zeigt, wie Routinen und kleine Schritte helfen, Orientierung in der Lebensmitte zu finden.
Ich habe vor einiger Zeit wieder mal den Fehler gemacht, mich im Badezimmerspiegel genauer zu betrachten. Natürlich hatte ich es schon vorher vermutet: da war kein Brad Pitt, der mir entgegensah.
Und mit dieser Feststellung kamen auch die üblichen Fragen wieder: Wer bin ich denn eigentlich geworden? Oder anders gefragt: Bin ich noch der Mann, der ich mit 30 war? Und was von allem in meinem Leben fühlt sich nach mir an? Kennst du das?
Die Erinnerung an die alten (nicht unbedingt guten) Zeiten kam wieder hoch. Wie jeden Tag der volle Kalender an mir gezogen hatte. Projektarbeit und ständige Entscheidungen, gepaart mit Menschen, die ständig irgendeinen Scheiß von mir wollten!
Zu Hause ging es dann weiter mit Aufgaben, Aufgaben, Aufgaben…
Dazwischen versteckte sich eine weitere, vielleicht die Kernfrage: zwischen Job, Familie und Ich – wer bin ich eigentlich?
Meine Identität war eine Art Gerüst, das ich immer wieder neu justieren musste. Und in Gesprächen mit Altersgenossen sah ich auch immer wieder Hinweise auf die Fragen, die sich genauso stellten: Wer bin ich in der Lebensmitte?
Die Entwicklungspsychologie beschreibt genau diese Lebensmitte übrigens als Drehpunkt mit neuen Aufgaben und Chancen, aber nicht als Endstation1Lachman, M. E., & Agrigoroaei, S. (2020). Midlife as a pivotal period in the life course: Balancing growth and decline. The Journals of Gerontology: Series B, 75(7), 1451–1453.
Schauen wir mal genauer hin. Was stellen wir fest? Die alte Erzählung von der Midlife-Crisis verkauft gern Drama. Wenigstens blickt die Forschung da viel nüchterner auf diesen Abschnitt.
Midlife ohne Drama
Die Lebensmitte ist eine Neuordnung und kein Abstieg. In ihr kommen neben Anpassung auch Rollenwechsel und Neubewertung ohne Absturz vor. Hört man Männern in dieser Lebensphase zu, dann berichten sie häufiger von Reife und Verantwortung als von Krise.
Viele Männer erleben diese Anpassung, diesen Rollenwechsel neu, mit Zugewinnen an Reife und Verantwortung2Lachman, M. E. (2015). Mind the gap in the middle: A call to study midlife. Research in Human Development, 12(3–4), 327–334.
Was Du daraus mitnehmen kannst? Zuerst einmal: Du darfst das Bild, DEIN Bild, von Männlichkeit ruhig auch bewegen, wenn dein Leben sich bewegt. Das habe ich auch in THE MANUAL Vol. 1 – Resilienz geschrieben:
„Identität ist wie ein Gerüst: stabil genug, um dich zu tragen, und flexibel genug, um sich an neue Lebensumstände anzupassen.“
Das Bild wiederholt die am Anfang gestellte Frage: Bist du noch der Mann, der du mit 30 warst – oder hat sich deine Männlichkeit längst verändert?
So definieren Männer ab 40 Männlichkeit neu
Ich erinnere mich noch gut, was Männlichkeit früher hieß: immer stark sein, das Geld nach Hause bringen und einfach durchhalten. Das reicht heute allerdings nicht mehr. Denn das Männlichkeitsbild verschiebt sich: In der männlichen Lebensmitte zählen Dinge wie Sinn, Beziehungen und Gesundheit plötzlich stärker als irgendwelche Titel. Wie Männerbilder sich ändern, oder?
Und auch internationale Studien zeigen genau diesen Shift, von der reinen Rolle des Versorgers hin zu einem erweiterten Bild, in dem Selbstführung und Verantwortung für das eigene Leben zählen3Maciuszek, J., Polak, M., & Wojciszke, B. (2019). Direct and indirect relationships between life satisfaction and personal values. Frontiers in Psychology, 10, 1207.
Jetzt mal Tacheles: Was bedeutet Stärke für dich, wenn du abends die Tür hinter dir zumachst? Ist es immer noch der Jobtitel? Oder sind es nicht doch eher die ruhigen zehn Minuten, in denen du deinem Sohn zuhörst, und zwar ohne auf dein verdammtes Handy zu schauen?
Die psychologische Forschung beschreibt die Lebensmitte als midlife crossroads, das heißt als eine Phase, in der wir uns neu sortieren. Mit Scheitern hat das also gar nichts zu tun. Die Fragen, die wir uns stellen, ändern sich eben. Wie lässt sich so was aber in die Praxis umsetzen?
Konkret könnte es so aussehen, dass du drei feste Gesprächszeiten mit deiner Partnerin/deinem Partner pro Woche fest einplanst. Oder dass du dir jeden Abend eine Cut-off-Zeit für deine Arbeit setzt, damit Handy und Laptop endlich zu bleiben.
Man könnte es auch mal mit einer Selbstführungstechnik versuchen, indem man sich jeden Morgen eine ganz klare Intention für den Tag auf einen Zettel aufschreibt. Die Macht der kleinen Schritte. Das ist weit weg von irgendwelcher Esoterik, das ist ein mächtiges Tool.

Warum Männer ab 40 zwischen Härte und Nähe balancieren
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“ Wie oft habe ich die Augen verdreht, wenn ich diesen Spruch gehört habe? Du auch? Bloß keine Schwäche zeigen als Mann, schon in der Jugend. Genau hier beginnt die Lüge von der Härte.
Moment, kurz eine Abgrenzung zum Verständnis: Härte ist die Abschottung nach außen. Stärke ist die Tragfähigkeit nach innen. Härte blendet, Stärke bindet.
Wir können von Glück sagen, dass die Forschung in den vergangenen Jahren den Blick auf dieses Thema verändert hat. Denn Männer, die emotionale Offenheit üben, sind nicht weniger stark. Und schon gar keine Luschen oder Weicheier. Sie sind im Gegenteil sogar widerstandsfähiger. Genau das zeigt, warum Stärke ohne Rüstung auskommt.
Das belegen sogar aktuelle Studien: Je starrer das Männlichkeitsideal ist, desto geringer ist auch die emotionale Kompetenz4Logoz, A., Pfister, R., & Ehlert, U. (2023). How do traditional masculinity ideologies relate to emotional competence? Frontiers in Psychology, 14, 1100114.
Was bedeutet das im täglichen Leben? Na, dass Stärke im Kleinen beginnt. Schon kurze Schreibübungen, egal, ob Journaling oder Dankbarkeitsnotizen, können Stress und negative Gefühle reduzieren und die Selbstregulation verbessern5Sohal, A. H., Eldridge, D., & Montgomery, S. (2022). Efficacy of journaling in the management of mental illness: A systematic review. Journal of Psychiatric Research, 146, 238–246 6Fekete, E. M., Gyurak, A., & Seery, M. D. (2022). A brief gratitude writing intervention decreased stress and negative affect. Frontiers in Psychology, 13, 886746. Warum Schreiben Stress senkt.
Und auch die WHO betont, dass körperliches Training nicht nur Muskeln formt, sondern gleichzeitig die mentale Resilienz steigert7World Health Organization. (2020). Physical activity. WHO Fact Sheet. 150 Minuten reichen als Basis.
Mit Routinen Halt statt Hektik finden
So startest du Journaling ohne Schnickschnack
- Hol dir ein schlichtes Notizbuch, am besten eins ohne Schnickschnack (oder eben MIT Schnickschnack, wenn du darauf stehst, kein Problem). Nimm aber bloß keine App. Du brauchst nur einen Stift und ein Heft. Das reicht.
- Setz dir einen Timer auf drei Minuten. Mehr musst du am Anfang gar nicht investieren.
- Jetzt schreibst du drei Sätze auf. Einen über das, was dich heute gefreut hat. Einen über etwas, das dich belastet. Und einen Satz über das, was morgen dran ist.
- Lies nicht sofort nach. Lass die Sätze stehen. Denn die Wirkung kommt durch das Abladen, nicht durch Perfektion.
- Mach das täglich zur gleichen Zeit. Wer mit Journaling anfangen will, hält es ganz simpel: gleiche Zeit, drei Sätze, fertig. Das stärkt Resilienz im Alltag. Journaling leicht anfangen.
Drei Mini-Rituale für Nähe und Stärke
Es beweist sich immer wieder, dass schon kleine Rituale zeigen, was echte Stärke im Alltag wirklich bedeutet. Diese Mini-Rituale halten Nähe wach und machen Stärke leise sichtbar.
- Ritual Nummer 1: Wöchentlicher Check-in mit einem Freund. Kein Smalltalk. Einfach nur 15 Minuten, ehrlich darüber reden, was gerade drückt.Das ist mit ein Grund, warum Männerfreundschaften wichtig sind.
- Ritual Nummer 2: Sprich ein schweres Thema pro Monat an. Dabei ist es egal, ob in der Partnerschaft, mit einem Kollegen oder in der Familie.
- Ritual Nummer 3: Nutze Bewegung als Verstärker. Nachweislich baut körperliches Training mentale Spannkraft auf. Wenn es dir schwerfällt, dich im Gespräch zu öffnen, geh davor 20 Minuten zügig spazieren oder trainiere. Der Körper ebnet den Weg für den Kopf. Klingt unglaublich, ist aber so.
Versuch es einfach mal! Starte morgen mit 3 Minuten Journaling. Schreib drei Sätze. Beginne klein, dann kann etwas Großes für dich entstehen.
Männlichkeit ab 40: Wie man Verantwortung trägt, ohne daran zu zerbrechen
Gerade letztens habe ich mit einem Freund darüber gesprochen: Unsere Eltern werden älter (okay, sie werden ALT) und unsere Kinder immer selbstständiger. Auch im Job öffnen oder schließen sich Türen. Genau an diesem Punkt fragen sich viele Männer: Was tun, wenn dein Job mit 40 nicht mehr passt?
Es verschiebt sich eben einiges, wenn man selbst die Mitte des Lebens erreicht oder sogar schon hinter sich gelassen hat. Genau in dieser Phase wird Verantwortung oft neu verhandelt. Das hat nichts mit dem Druck auf den eigenen Schultern zu tun, stattdessen mit der inneren Haltung, die man eingenommen hat.
Forscher betonen, dass Männer, die ihre Werte klar benennen und danach handeln, ihre Identität und Sinnverbindung stärken8Heim, D. (2019). Value orientations and mental health: A theoretical review. Transcultural Psychiatry, 56(1), 64–77.
Gleichzeitig zeigen Übersichtsarbeiten, dass Werteorientierungen eng mit psychischer Gesundheit verknüpft sind. Das findet sowohl auf persönlicher als auch auf kultureller Ebene statt.
Weitere Studien fanden dazu direkte und indirekte Zusammenhänge zwischen Wertepräferenzen wie Selbststeuerung oder Wohltätigkeit und der eigenen Lebenszufriedenheit.
Auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigte sich, dass valued living, also das Handeln im Einklang mit den eigenen Werten, mit einer geringeren Anfälligkeit für Depressionen verbunden ist9Tunç, A., Er, E., & Toprak, F. (2024). The role of value priorities and valued living on depression and anxiety. Personality and Individual Differences, 210, 112146.
Zwei einfache Schritte für den Alltag
Werte definieren macht Entscheidungen leichter. So übernimmt ein Mann Verantwortung, ohne sich zu überladen.
- Definiere heute drei Prinzipien. Nimm dir dazu einen ruhigen Moment und schreib drei Begriffe auf, die dich leiten sollen – zum Beispiel Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Klarheit. Solche Klarheit hilft auch dabei, die Karriere in der Lebensmitte neu zu ordnen.
- Ziehe eine rote Linie. Nur du entscheidest, was du nicht mehr tolerierst. Das kann ständiges Arbeiten nach 22 Uhr sein oder das Übergehen deiner Grenzen in einer Beziehung.
Diese Klarheit wirkt. Du musst dazu nicht täglich große Entscheidungen treffen. Es reicht, wenn du deine Prinzipien wie eine kleine Landkarte dabei hast.
Also, probiere es aus! Definiere heute drei Prinzipien, die dich leiten. Schreib sie auf und prüfe eine Entscheidung daran. So wird aus deiner Verantwortung keine Last, sondern etwas viel Besseres: Haltung.
Faktencheck
Selbstwirksamkeit und klare Ziele greifen ineinander und verbessern Leistung sowie Dranbleiben.
Gewohnheiten formen sich durch wiederholtes Verhalten im gleichen Kontext. Kleine Verhaltensanker halten besser als radikale Programme.
Tipp für die Vertiefung
Kopple dein Wochenziel an einen festen Auslöser. Nach dem Abendessen folgt zehn Minuten Aufräumen oder ein kurzer Spaziergang. Der gleichbleibende Kontext beschleunigt die Automatisierung.
Kleine Siege statt großer Klappe
Wenn du so wie ich tickst, dann kennst du den Reflex, alles auf einmal drehen zu wollen. Aber viel wirksamer ist der kleine Hebel, den du jeden Tag bewegst.
Kleine Schritte wirken groß. „Resilienz wächst nicht durch einen großen Wurf, sondern durch kleine, konsequente Schritte, die sich im Alltag summieren.“ Genau das ist der Punkt: Ein erreichbares Mini-Ziel pro Tag, sichtbar dokumentiert, hält dich in Bewegung und baut Momentum auf.
Es gibt Forschungen zu Zielsetzung und Selbstwirksamkeit, die zeigen, dass erreichbare, klare Ziele dein Vertrauen ins eigene Handeln stärken und Leistung stabilisieren (vgl. klassische Goal-Setting-Literatur, z. B. Bandura).
Sicherlich weißt du, dass Gewohnheiten durch Wiederholung in gleichbleibenden Kontexten entstehen. Studien zeigen außerdem, dass sich automatische Routinen über Wochen aufbauen, wenn du ein kleines Verhalten konsequent an dieselbe Situation koppelst.
Das passt zu Übersichtsarbeiten, die einen Small-Changes-Ansatz empfehlen, weil er sich in der Praxis besser bewährt.
Wöchentliches Momentum: eine einfache Checkliste
- Montag: Setz dir ein erreichbares Ziel für die Woche. Es kann auch klein sein, zum Beispiel drei Abendessen ohne Handy.
- Mittwoch: Notiere einen sichtbaren Fortschritt. Ein Satz in deinem Journal reicht.
- Freitag: Rückblick – Was hat dich gestärkt, was war hinderlich. Schon kleine Schritte können ein Karriereschritt ohne Druck sein.

Dein Körper als Basis für Energie und echte Männlichkeit
Männlichkeit zeigt sich nicht im Spiegelbild, wenn du versuchst, deine Brustmuskeln wie früher spielen zu lassen. Der Körper ist eben kein Symbol, er ist eine Ressource. Gesund bleiben statt jung aussehen ist der neue Blick. Wer ihn pflegt, gewinnt neben Energie auch Stabilität und Widerstandskraft.
Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – schon zwei Einheiten à 30 Minuten Kraft- oder Ausdauertraining wirken spürbar auf Herz, Kreislauf und Stimmung (WHO 2020). Das zeigt, dass Gesundheit mit 40 mehr als Aussehen bedeutet – es geht um Energie und Stabilität.
Dazu zeigt aktuelle Forschung, dass körperliche Aktivität depressive Symptome mindern und die Stressregulation verbessern kann. Eine große Meta-Analyse prospektiver Kohorten fand zudem ein deutlich niedrigeres Risiko für spätere Depression bei körperlich aktiven Menschen10Schuch, F. B., Vancampfort, D., Firth, J., Rosenbaum, S., Ward, P. B., Silva, E. S., Hallgren, M., Ponce De Leon, A., Dunn, A. L., Deslandes, A. C., Fleck, M. P., Carvalho, A. F., & Stubbs, B. (2018). Physical activity and incident depression: A meta-analysis of prospective cohort studies. The American Journal of Psychiatry, 175(7), 631–648.
Das bedeutet für dich: Schon regelmäßige Bewegung kann wie ein Schutzfaktor für deine mentale Gesundheit wirken
Drei einfache Fundamente
Wer die Basics achtet, gewinnt einenneuen Blick auf den Körper – Schlaf, Kraft, Ausdauer.
- Schlaf ist dein Fundament. Versuch dir jede Nacht rund sieben Stunden in einem dunklen, kühlen Raum zu gönnen. Das bringt dir am Ende mehr als jede noch so schlaue Fitnessuhr. Wer seine Schlafroutine verbessern will, beginnt mit fester Zubettgehzeit und kühlem Raum.
- Krafttraining muss kein High-End-Programm sein. Zwei Einheiten pro Woche mit einfachen Ganzkörperübungen, egal ob Liegestütze, Klimmzüge oder ein paar Gewichte, reichen völlig, um Stabilität aufzubauen.
- Und dann die Ausdauer. Geh regelmäßig spazieren, fahr eine Runde Rad oder pack dir einen Rucksack auf den Rücken. Wichtig ist nur, dass du in einem Tempo bleibst, bei dem du dich noch unterhalten kannst. Lockeres Tempo im Gesprächsbereich entspricht oft Zone 2 Training und baut Grundlagenausdauer auf. So trainierst du Herz und Kreislauf, ohne dich kaputtzumachen.
Hier ist eine klare Botschaft: Trainiere für Energie, nicht fürs Spiegelbild. „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper!“ – Hast du bestimmt schon gehört, oder?

Die 3 häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest
Warum straucheln wir Männer in der Lebensmitte? Liegt es daran, dass uns einfach die Kraft fehlt? Das könnte man vielleicht glauben, aber so ist es in den meisten Fällen gar nicht. Wir stolpern nämlich häufiger über alte Bilder.
Drei typische Fallen
- Erstens: alte Rollenbilder blind übernehmen. Dieses Bild vom „Versorger, der alles aushält“ klingt vielleicht vertraut, ist aber längst überholt. Denn die Forschung zeigt klar: Solche starren Muster bringen oft mehr Schaden als Halt11Connell, R. W., & Messerschmidt, J. W. (2005). Hegemonic masculinity: Rethinking the concept. Gender & Society, 19(6), 829–859.
- Zweitens: Härte mit Stärke verwechseln. Nicht wenige Männer glauben immer noch, dass Gefühle unterdrücken ein Zeichen von Männlichkeit sei. Studien belegen aber das Gegenteil – wer dauerhaft Emotionen wegdrückt, wird anfälliger für Stress, Depression und Isolation.
- Drittens: Männlichkeit nur über Status definieren. Wenn deine Identität vor allem an Titeln, Gehalt oder Statussymbolen hängt, wird es in Übergangsphasen schnell brüchig. Reviews zeigen, dass Stabilität nicht von außen, sondern aus Haltung und innerer Klarheit kommt.
Drei Gegenstrategien – noch einmal auf den Punkt gebracht
- Erstens: Offenheit trainieren. Auch wenn es weh tut – such dir einmal pro Woche einen Moment für ein ehrliches Gespräch. Ob es mit deiner Partnerin, einem Freund oder einem Kollegen ist, bleibt dir überlassen. Kein Smalltalk, sondern wirklich sagen, was dich bewegt.
- Zweitens: Werte bewusst definieren. Erinnere dich an deine Prinzipien, denn sie sind dein Kompass im Alltag. Kleine Entscheidungen daran zu prüfen, gibt dir Orientierung ohne Druck.
- Drittens: Kleine Abläufe statt großer Versprechen. Lieber ein erreichbares Mini-Ziel pro Tag als ein unrealistisches Jahresprojekt. So bleibt Bewegung drin und du hältst länger durch.
Alltagstipp
Frag dich nicht: „Was denken die anderen?“ Frag dich: „Lebe ich nach meinem Spiegel oder nach meinem Status?“
Fazit: Männlichkeit ab 40 zeigt Haltung
Am Ende zählt also nicht, wie breit deine Schultern wirken oder wie großartig der Titel auf deiner Visitenkarte klingt. Entscheidend ist ganz einfach, ob du Haltung entwickelst.
Es sind nämlich Dinge wie Nähe, Klarheit und Verantwortung, die heute die Marker für Stärke darstellen. Und dazu zeigen Studien zur Lebensmitte, dass Männer, die ihre Werte klären und bewusst handeln, von mehr Sinn und psychischer Stabilität berichten.
Männlichkeit ist kein starres Abziehbild, sondern ein Weg. Ein Weg, der sich mit dir und deinem Leben verändert. Mit den heranwachsenden Kindern und den kurvenreichen Karrierewegen, gebrechlicher werdenden Eltern oder den schrumpfenden Muskeln vor dem Badezimmerspiegel.
Männlichkeit ab 40 zeigt sich in Taten und nicht in Titeln. Sie zeigt sich in Haltung, nicht in Show.
Also, was davon setzt du zuerst um?
Quellen
- Connell, R. W., & Messerschmidt, J. W. (2005). Hegemonic masculinity: Rethinking the concept. Gender & Society, 19(6), 829–859.https://etnologia.uw.edu.pl/sites/default/files/hegemonic_masculinity_connell_and_messerschmidt.pdf
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