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	<title>BINDUNGEN-Archiv - EXIMUM</title>
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	<description>Slow Magazine für Männer ab 40</description>
	<lastBuildDate>Sat, 10 Oct 2026 08:20:15 +0000</lastBuildDate>
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	<title>BINDUNGEN-Archiv - EXIMUM</title>
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	<item>
		<title>Warum Männer mit 40 anders ticken (und das gut ist)</title>
		<link>https://www.eximum.de/2026/05/11/warum-maenner-ab-40-seltsam-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Heffen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BINDUNGEN]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmitte]]></category>
		<category><![CDATA[Männer 40+]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Irgendwann kippt das Verhältnis, und plötzlich steht ein Cabrio in der Einfahrt. Warum die Midlife-Crisis kein Witz ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eximum.de/2026/05/11/warum-maenner-ab-40-seltsam-werden/">Warum Männer mit 40 anders ticken (und das gut ist)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eximum.de">EXIMUM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Du funktionierst, der Kalender ist voll, von außen sieht alles richtig aus. Und trotzdem stehst Du morgens vor dem Spiegel und denkst: Was zur Hölle macht der Typ da eigentlich noch?</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ich muss für meine Geschlechtsgenossen hier mal eine Lanze brechen: Männer ab 40 werden nicht seltsam, weil sie es wollen. Sie werden seltsam, weil etwas in ihnen anfängt, sich neu zu sortieren. Das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass es Dir keiner erklärt. Und das ist der springende Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin bestimmt nicht der Einzige, der das Folgende mehr als einmal erlebt hat: Du wachst morgens auf, siehst Dein Gesicht im Spiegel und fragst Dich, wann Du eigentlich angefangen hast, anders zu schauen. Nicht unbedingt <em>älter</em>, aber nachdenklicher. Weniger nach Hunger, mehr nach Zweifel. Weißt Du, was ich meine?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Routinen stützen Dich, klar. Aber sie drücken auch. Irgendwann sagst Du Sätze, die Du Dir vor zehn Jahren nicht zugetraut hättest. <em>„Früher war ich anders.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was passiert da mit Dir? Oder anders gefragt: Warum werden Männer ab 40 oft seltsam?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schau Dich mal in Deinem Bekanntenkreis um. Gibt es da welche, die distanzierter und reizbarer wirken? Manchmal getrieben, manchmal melancholisch? Die Antwort liegt nicht in einer einzelnen Ursache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Zusammenspiel aus Biologie, Verantwortung und einer leisen Identitätskrise, die kaum jemand bemerkt, die aber in Dir brodelt.</p>



<figure class="wp-block-table exm-box"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Mehr zum großen Zusammenhang</strong> findest Du in meinem Cornerstone-Artikel <a href="https://heffen.net/maennlichkeit-ab-40-haltung/"><strong>Status war gestern – was Männlichkeit nach 40 wirklich ausmacht</strong></a> auf heffen.net. Dort zeigt sich, wie Identität, Stärke, Körper, Verantwortung und Karriere in der Lebensmitte neu zusammenspielen.</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Mitte fühlt sich einfach anders an</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir in Gesprächen mit anderen Männern auffällt und was ich bei mir selbst sehe: Ab vierzig verschiebt sich das eigene Koordinatensystem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ziele, die einen früher angetrieben haben, also Karriere, Familie, Leistung, sind zum großen Teil erreicht. Oder sie fangen an, sich aufzulösen. Und am geistigen Horizont taucht die Frage auf: <em>Wofür mache ich das alles eigentlich noch?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ökonom David Blanchflower hat in einer Studie über 132 Länder gezeigt, dass die Lebenszufriedenheit einer U-Kurve folgt. Sie sinkt bis Mitte vierzig und steigt danach wieder. Männer in dieser Phase berichten häufig von innerer Leere, von Gereiztheit, und vom Gefühl, neben sich zu stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund ist kein persönliches Versagen, sondern ein Systemwechsel. Zum ersten Mal schaust Du wirklich zurück auf das, was passiert ist, und nicht mehr nur nach vorne. Du spürst, dass Deine Möglichkeiten langsam endlich werden. Und dass nicht alles, was Du wolltest, tatsächlich noch in Deinem Leben passieren wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht kennst Du das: dieses leise Unbehagen, wenn Du in einem Meeting sitzt, alle eifrig nicken, und Du Dich fragst: <em>Was soll das eigentlich?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest waren das die Anfänge bei mir.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="660" height="660" src="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-stiller-druck-maenner-40-inline-1.webp" alt="Erschöpfter Mann mittleren Alters liegt nachts wach und wirkt gedanklich belastet." class="wp-image-21875" srcset="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-stiller-druck-maenner-40-inline-1.webp 660w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-stiller-druck-maenner-40-inline-1-300x300.webp 300w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-stiller-druck-maenner-40-inline-1-150x150.webp 150w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-stiller-druck-maenner-40-inline-1-640x640.webp 640w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-stiller-druck-maenner-40-inline-1-500x500.webp 500w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Der stille Druck im Kopf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine traurige Wahrheit über Männer in dieser Phase, die ich hier mal aussprechen möchte. Denn wir funktionieren, <a href="https://www.eximum.de/2026/05/13/angst-kontrollieren/">aber wir erodieren dabei innerlich</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach außen wirkt alles stabil. Arbeit, Familie, Verpflichtungen, vielleicht sogar Hobbys. Aber innen wächst ein Riss zwischen dem, was Du zeigst, und dem, was Du wirklich fühlst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Psychologe Dan Gilbert von der Harvard University nennt das die <em>Illusion des stabilen Selbst</em>. Wir glauben, der Mensch zu sein, der wir immer waren, bis irgendwann nichts mehr passt. Die Lebensmitte zwingt uns dabei, alte Rollen loszulassen. Nicht mehr der Macher zu sein, der wir immer waren. Und nicht mehr der stoische Held, der alles im Griff hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer das nicht erkennt, der flüchtet oft nach vorne. Er stürzt sich in seine Arbeit, in den Sport oder sogar in eine Affäre. Oder er konsumiert einfach, um sich selbst nicht zu spüren. Soziologen nennen das <em>Flucht in die Aktivität</em>. Tun, irgendwas tun, um der Stille auszuweichen, die man in sich selbst spürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ironischerweise wäre genau diese Stille das, was helfen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verdammt. Richtig?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was heißt das im Alltag für Dich? Vielleicht das: Mach nicht mehr, <a href="https://heffen.net/warum-einer-anfangen-muss-und-du-das-bist/">mach es bewusster</a>. Viele Männer verlieren nämlich nicht ihre Energie, sondern ganz einfach ihre Richtung. Wer die Stille einmal zulässt, sieht klarer, was ihm wirklich fehlt. Manchmal ist es eben Nähe. Oder Anerkennung. Und manchmal einfach nur Ruhe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Biologie spielt eine Rolle (aber sie bestimmt nicht)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele sagen: Naja, die Hormone verändern sich eben auch beim Mann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Na klar, das tun sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Testosteronspiegel sinkt ab vierzig um etwa ein Prozent pro Jahr (Harvard Health Publishing, 2023). Das kann zu Müdigkeit führen, zu mehr Fettansatz, zu geringerer Libido und zu Reizbarkeit. Aber das ist nur ein Teil des Puzzles.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn mehrere Studien zeigen auch, dass Männer mit stabilen sozialen Beziehungen und <a href="https://www.eximum.de/2026/05/24/cold-brew-coffee/" type="link" id="https://www.eximum.de/2026/05/24/cold-brew-coffee/">klaren Routinen</a> deutlich weniger Symptome dieser sogenannten <em>männlichen Wechseljahre</em> erleben, selbst bei gleichem Hormonspiegel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die eigentliche Medizin heißt also, gute Gespräche zu führen, Bewegung in den Alltag zu bringen, und sich Strukturen zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn kein Supplement und kein Wundermittel ersetzen echte Verbundenheit. Und auch nicht den Respekt vor dem eigenen Körper.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2-1024x683.webp" alt="Paar mittleren Alters sitzt emotional distanziert nebeneinander in einer stillen Alltagsszene." class="wp-image-21877" srcset="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2-1024x683.webp 1024w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2-300x200.webp 300w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2-768x512.webp 768w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2-640x427.webp 640w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2-750x500.webp 750w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-beziehung-lebensmitte-distanz-inline-2.webp 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Beziehung als Spiegel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Männer in der Lebensmitte ins Straucheln geraten, trifft es oft zuerst die Beziehung. Rückzug, Gereiztheit, Unzufriedenheit, plötzlicher Aktionismus – das alles wirkt auf die Partnerin oft wie Ablehnung. Besonders dann, wenn man nicht offen miteinander sprechen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch wenn es für die andere Seite wie Ablehnung aussieht, steckt dahinter nicht selten Ratlosigkeit. Männer lernen häufig immer noch nicht, über ihre Ohnmacht zu sprechen. Stattdessen flüchten sie unter Umständen in unkoordinierten, zerstörerischen Aktionismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In persönlichen Krisen wählen Männer deutlich häufiger destruktive Bewältigungsstrategien als Frauen, zum Beispiel Alkohol oder Überarbeitung. Dinge, die man im schlimmsten Fall von sich selbst oder aus dem eigenen Bekanntenkreis kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier hilft aber kein Appell. Hier hilft Haltung. Denn die <a href="https://heffen.net/resilienz-das-kleine-ja-das-nach-dem-grossen-nein-kommt/">Krise ist kein Zeichen von Schwäche</a>, sondern ein Signal, dass Du Dich neu ordnen musst.</p>



<figure class="wp-block-table exm-box"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Einfache Routinen, die helfen</strong><br><br><strong>Führe einmal pro Woche ein ehrliches Gespräch,</strong> zwanzig Minuten, ohne Telefon, ohne Ablenkung. Lass nur eine Frage stehen. Was hat Dich diese Woche beschäftigt, im Kopf, nicht im Kalender? Diese kleine Übung kann Nähe schaffen und verhindern, dass die Entfremdung Raum gewinnt.<br><br><strong>Tägliche Reflexion, fünf Minuten. </strong>Notiere abends, wofür Du den Tag über Verantwortung übernommen hast. Das ist kein Dankbarkeitskitsch, den brauchst Du nicht. Schreib einfach die Fakten auf. <em>Dafür habe ich heute Verantwortung übernommen.</em> Punkt.<br><br><strong>Wöchentlicher Reset. </strong>Ein halber Tag pro Woche ohne Ziele und ohne Bildschirme. Das ist keine Flucht, sondern eine Rückkehr. Eine Rückkehr zu Dir selbst.</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Sinn statt Speed</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Psychologie gibt es den Begriff der <em>Generativität</em>. Er beschreibt das Bedürfnis, etwas zu hinterlassen, das über einen selbst hinausgeht. Was das ist, variiert von Person zu Person. Vielleicht ein Bauwerk. Vielleicht Kinder. Vielleicht ein selbstgeschriebenes Buch. Hast Du diesen Wunsch auch schon gehabt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir Männer ab vierzig spüren diesen Ruf besonders stark. Es ist etwas, das in uns leise, aber dauerhaft arbeitet. Wer diesen Impuls ignoriert, der bleibt innerlich leer, auch wenn der Terminkalender voll ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Studie der Universität Zürich zeigt: Menschen, die ihre Werte und Aufgaben in Einklang bringen, empfinden deutlich mehr Lebenszufriedenheit als jene, die einfach nur funktionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus entsteht eine entscheidende Verschiebung. Weg vom Streben nach Leistung, hin zum Streben nach Bedeutung.</p>



<div class="wp-block-group eximum-faq-box has-background" style="background-color:#faf6f0"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Häufig gestellte Fragen</strong></h3>



<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block"><div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346176425"><strong class="schema-faq-question"><strong>Ab welchem Alter beginnt die sogenannte Midlife-Crisis bei Männern?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Wissenschaftlich gibt es keine feste Altersgrenze, aber die Daten zeigen einen Tiefpunkt der Lebenszufriedenheit zwischen Mitte vierzig und Anfang fünfzig. Die ersten Symptome, also innere Unruhe, Sinnfragen, eine leise Identitätskrise, beginnen bei vielen Männern schon ab Ende dreißig.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346186008"><strong class="schema-faq-question"><strong>Sind sinkende Testosteronwerte schuld daran, dass Männer ab 40 sich verändern?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Nur teilweise. Ja, der Testosteronspiegel sinkt ab vierzig um etwa ein Prozent pro Jahr. Aber die psychischen und emotionalen Veränderungen lassen sich nicht allein darauf zurückführen. Männer mit stabilen sozialen Beziehungen und klaren Routinen erleben die gleichen Hormonveränderungen, ohne in eine Krise zu kippen.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346196345"><strong class="schema-faq-question"><strong>Was kann ich tun, wenn ich merke, dass ich in der Krise stecke?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Reden statt flüchten. Such Dir mindestens einen Mann, mit dem Du ehrlich sprechen kannst. Ein Freund, ein Bruder, ein Therapeut. Bring Bewegung in Deinen Alltag, nicht für die Optik, sondern für den Kopf. Und gönn Dir Stille. Einen halben Tag pro Woche ohne Termine und ohne Bildschirm. Das ist keine Flucht, das ist Rückkehr.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346206874"><strong class="schema-faq-question"><strong>Wie erkenne ich, ob ich nur eine Phase habe oder eine Depression?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Eine Phase fühlt sich wie ein Wandel an. Du fragst Dich Dinge, Du justierst neu, aber Du funktionierst noch. Eine Depression fühlt sich wie ein Loch an. Du schläfst schlecht, isst kaum noch, hast keine Freude mehr an Dingen, die Dir früher etwas bedeutet haben. Wenn diese Symptome länger als zwei Wochen anhalten, geh zum Hausarzt. Das ist keine Schwäche, das ist Verantwortung.</p> </div> </div>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die zweite Halbzeit ist kein Abstieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es sich oft so anfühlt: Die Lebensmitte ist kein Zerfall. Im Gegenteil. Sie ist eine Chance, sich neu zu justieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer den Mut hat, sich den eigenen Fragen zu stellen, wird ruhiger und nicht müder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seltsam wird man nur, wenn man versucht, weiterzuspielen, als wäre nichts passiert. Wenn man mit fünfundvierzig den Vierundzwanzigjährigen spielt, den man mal war. In einem anderen Artikel sehe ich mir konkret an, was bleibt, <a href="https://www.eximum.de/2026/05/22/rasierhobel-kommt-mit-ins-grab/" type="link" id="https://www.eximum.de/2026/05/22/rasierhobel-kommt-mit-ins-grab/">wenn man aufhört zu suchen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geheimnis ist einfach. <a href="https://heffen.net/erkenntnis-veraenderung-maenner-ab-40/">Weniger Flucht, mehr Haltung</a>. Weniger Tempo, mehr Richtung.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Blanchflower, D. G. (2020). <em>Is Happiness U-shaped Everywhere? Age and Subjective Well-being in 132 Countries</em> (NBER Working Paper No. 26641). National Bureau of Economic Research.<a href="https://doi.org/10.3386/w26641"> https://doi.org/10.3386/w26641</a></li>



<li>Gilbert, D. T., Killingsworth, M. A., Eyre, R. N., &amp; Wilson, T. D. (2013). The surprising power of neighborly advice. <em>Science, 323</em>(5921), 1617–1619. (Konzept der &#8222;Illusion des stabilen Selbst&#8220;)</li>



<li>Giddens, A. (1991). <em>Modernity and Self-Identity: Self and Society in the Late Modern Age</em>. Stanford University Press.</li>



<li>Harvard Health Publishing. (2023, December 1). <em>Several factors may cause testosterone levels to drop</em>. Harvard Men&#8217;s Health Watch.<a href="https://www.health.harvard.edu/mens-health/several-factors-may-cause-testosterone-levels-to-drop"> https://www.health.harvard.edu/mens-health/several-factors-may-cause-testosterone-levels-to-drop</a></li>



<li>Besika, A. (2022). <em>A relationship that makes life worth-living: levels of value orientation explain differences in meaning and life satisfaction.</em> University of Zürich.</li>



<li>Reinilä, E., Saajanaho, M., Fadjukoff, P., Törmäkangas, T., &amp; Kokko, K. (2023). The development of generativity in middle adulthood and the beginning of late adulthood: A longitudinal study from age 42 to 61. <em>Journal of Adult Development, 30</em>, 291–304.<a href="https://doi.org/10.1007/s10804-022-09436-1"> https://doi.org/10.1007/s10804-022-09436-1</a></li>



<li>Chasland, L. C., et al. (2021). Testosterone and exercise in middle-to-older aged men. <em>Hypertension Research, 44</em>, 1269–1278.<a href="https://doi.org/10.1038/s41440-021-00653-3"> https://doi.org/10.1038/s41440-021-00653-3</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Bildquellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Titelbild: Ron Lach/Pexels</li>



<li>Bild 1: Anastasia Bekker/Pexels</li>



<li>Bild 2: Getty images/Unsplash+</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eximum.de/2026/05/11/warum-maenner-ab-40-seltsam-werden/">Warum Männer mit 40 anders ticken (und das gut ist)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eximum.de">EXIMUM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie Du Vater einer Tochter wirst, ohne ihr Leben komplett zu ruinieren</title>
		<link>https://www.eximum.de/2026/05/03/vaeter-und-toechter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Heffen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 May 2026 13:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BINDUNGEN]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Vaterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eines Tages bringt sie ihren ersten Freund mit nach Hause, und Du wirst ihn für einen Vollidioten halten. Pech nur: Sie hat ihn nach Deinem Vorbild ausgesucht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eximum.de/2026/05/03/vaeter-und-toechter/">Wie Du Vater einer Tochter wirst, ohne ihr Leben komplett zu ruinieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eximum.de">EXIMUM</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Eines Tages bringt sie ihren ersten Freund mit nach Hause und Du wirst ihn vermutlich für einen Vollidioten halten. Pech nur: Er ist die Folge von zwanzig Jahren Beobachtung. Sie hat an Dir gelernt, wie ein Mann sich verhält, redet, liebt, streitet. Du bist die Blaupause. Höchste Zeit, dass Du Dich fragst, was eigentlich auf dieser Blaupause steht.</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Meine Tochter wird eines Tages lieben. Das ist wunderbar! Und ich werde nicht gefragt, wen sie wählt oder ob sie bereit ist. Das ist wunderb- nein, eigentlich ist das Kacke!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der einen Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil ich ja nur das Beste für sie will, also einen Menschen, der sich aufopfernd um sie kümmert, sie gut behandelt, ihr auch mal Kontra gibt (sie kann echt stur sein) und alles in allem die Person ist, mit der sie den Rest ihres Lebens verbringen will und kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht etwas, das aussieht, als sei es um fünf Uhr morgens aus der Disco gekehrt worden, mit blauen Haaren, dem Wort „Drogenkonsument“ auf dem T-Shirt und einer Planlosigkeit, die sich in fünf Minuten über die nächste Klippe stürzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„So wie du früher!“, ruft mir meine Frau aus dem Wohnzimmer zu, als ich ihr den letzten Absatz vorlese. Das stimmt nicht. Das waren andere Zeiten … Na ja, vielleicht doch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber egal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzige Frage, die wirklich zählt: Habe ich ihr durch mein Verhalten gezeigt, wie sie behandelt werden <em>sollte</em>? Oder habe ich ihr beigebracht, sich mit weniger zufriedenzugeben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war ungefähr vier, als sie zum ersten Mal sagte: „Wenn ich groß bin, heirate ich dich, Papa.“ Ich weiß noch, wie ich mich gefreut und gelacht habe, sie hochgehoben habe, und in diesem Moment war die Welt in Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines Tages wird sie sechzehn sein. Oder zweiundzwanzig. Vielleicht schon dreißig. Und ich hoffe, dass die Welt dann immer noch in Ordnung ist, auch wenn sie komplett anders aussehen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Jahren verändert sich das. Nicht nur, weil die Tochter erwachsen wird, sondern weil Du selbst in eine Phase kommst, in der Du die Dinge anders siehst. Die Frage ist dann nicht mehr: „Mache ich alles richtig?“ Die Frage lautet: „Was bleibt von dem, was ich ihr mitgegeben habe?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Du bist die Blaupause. Sorry.</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><img decoding="async" width="660" height="660" src="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-vorbild-tochter-inline-1.webp" alt="Vater läuft mit seiner Tochter über einen Basketballplatz und hält einen Ball unter dem Arm." class="wp-image-21748" srcset="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-vorbild-tochter-inline-1.webp 660w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-vorbild-tochter-inline-1-300x300.webp 300w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-vorbild-tochter-inline-1-150x150.webp 150w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-vorbild-tochter-inline-1-640x640.webp 640w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-vorbild-tochter-inline-1-500x500.webp 500w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine dieser Floskeln, die man so oft hört, dass sie irgendwann hohl klingt: „Der Vater ist der erste Mann im Leben einer Tochter.&#8220; Abgedroschen, wirklich. Aber wenn du ehrlich bist, weißt du, dass etwas dran ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein alter Freund hatte mir vor ein paar Jahren mal erzählt, seine Tochter sei gerade zum dritten Mal mit dem falschen Typen zusammen. „Ich sehe das Muster“, sagte er. „Und ich sehe mich selbst darin. Die Art, wie ich emotional nicht greifbar war, als sie klein war. Wie ich Konflikten aus dem Weg gegangen bin. Das zieht sich jetzt durch.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Kleine krabbelte zu dem Zeitpunkt noch durch die Bude und zog sich an allen verfügbaren Möbelstücken hoch. Trotzdem ahnte ich: Da ist die unbequeme Wahrheit. Deine Tochter lernt an DIR, was ein Mann ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Worte spielen dabei nur die zweite Geige. Sie lernt nicht durch das, was Du sagst, sondern durch das, was Du tust. Durch die Art, wie Du mit Frust umgehst. Wie Du mit Deiner Partnerin sprichst. Wie Du fluchst, wenn jemand Dich auf der Autobahn schneidet. Wie Du Schwäche zeigst – oder eben nicht zeigst. Unsere Kinder saugen das alles förmlich auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.khbrisch.de/">Du musst keine Studie lesen</a>, um zu wissen, was dabei rauskommt: Töchter suchen sich Männer, <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140197102001161">die sich anfühlen wie Papa</a>. Im Guten wie im Schlechten. Wenn das kein Grund ist, sich mal selbst im Spiegel anzuschauen, dann weiß ich auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage ist also nicht, ob Du Einfluss hast. Die Frage ist: Welchen Einfluss hinterlässt Du?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Papa zum Vollidioten in drei Monaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt diese Phase – ich bin noch nicht drin, aber aus dem Bekanntenkreis kenne ich genug Geschichten. Meistens zwischen dreizehn und siebzehn. Eine Tochter sieht den Papa plötzlich an, als wäre er der peinlichste Mensch auf dem Planeten. Du machst einen Witz, den sie früher total lustig fand, und sie verdreht die Augen. Du willst ihr einen Rat geben, und sie schließt die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird wehtun. Mehr, als ich wahrscheinlich zugeben würde. Kennst Du das?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Väter ziehen sich in dieser Phase zurück. „Sie will ja eh&#8216; nichts von mir wissen“, denken sie. Und genau da liegt der Fehler. In Wahrheit testet sie gerade, ob Du bleibst. Ob Du auch dann noch da bist, wenn sie nicht mehr süß und anhänglich, sondern kompliziert, wütend, abweisend und ein kleines Arschloch ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kumpel hat mir mal erzählt, wie seine Vierzehnjährige nach einem völlig harmlosen Satz (<em>„Wie war&#8217;s in der Schule?</em>“) aufgesprungen ist, ihn angesehen hat, als hätte er gerade ihren Hamster getreten, und mit den Worten <em>„Du verstehst MICH NIE!&#8220;</em> rausgerannt ist. Tür zu. Bilderrahmen wackelten. Er saß da mit der Gabel in der Hand und einem halb gekauten Stück Schnitzel im Mund und dachte: „Was. War. Das. Denn?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs Stunden später kam sie raus, setzte sich neben ihn auf die Couch und fragte, ob sie zusammen einen Film schauen könnten. Als wäre nichts gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Bekannter erzählte mir von einem dieser seltsamen Mini-Momente. Seine Tochter, siebzehn, kam nach Wochen wortkarger Höflichkeit in die Küche, während er Kaffee machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Findest Du, ich seh&#8216; aus wie Sophie?</em>“ Er drehte sich um. <em>„Welche Sophie?</em>“ Augenrollen. <em>„Aus meiner Klasse.</em>“ <em>„Ich kenn&#8216; keine Sophie.</em>“ <em>„Die Blonde!</em>“ <em>„Es gibt drei Blonde in Deiner Klasse.</em>“ Pause. Kopfschütteln. <em>„Egal.</em>“ Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich stand da mit der Kaffeekanne wie ein Depp“, sagte er, „und hab&#8216; mich gefragt, ob ich gerade was verpasst hab&#8216;.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teenagerjahre sind so etwas wie der Stresstest für die Vater-Tochter-Beziehung. <a href="https://heffen.net/resilienz-das-kleine-ja-das-nach-dem-grossen-nein-kommt/">Väter, die durchhalten</a>, ohne zu kontrollieren oder sich zu distanzieren, legen das Fundament für die erwachsene Beziehung danach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was hilft in dieser Phase? Vielleicht Präsenz ohne Druck. Da zu sein, ohne sich aufzudrängen. Ansprechbar bleiben, auch wenn sie nicht redet. Und vor allem: Nicht persönlich nehmen, was nicht persönlich gemeint ist. Sie testet ihre Grenzen, nicht Deine Liebe.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2-1024x683.webp" alt="Kleine Tochter schminkt ihren Vater spielerisch beim Fotoshooting, während er geduldig stillhält." class="wp-image-21749" srcset="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2-1024x683.webp 1024w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2-300x200.webp 300w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2-768x512.webp 768w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2-640x427.webp 640w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2-750x500.webp 750w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-tochter-schminken-inline-2.webp 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Loslassen, ohne abzuhauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kommt eines Tages der Moment, an dem sie auszieht. Oder den ersten ernsthaften Freund mitbringt – den Du höchstwahrscheinlich für einen Waschlappen hältst. Oder eine Entscheidung trifft, die Du für falsch hältst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich merkst Du: Du hast keine Kontrolle mehr. Seien wir ehrlich, eigentlich hattest Du die nie. Aber jetzt wird es schmerzhaft offensichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiel gefällig? Ein anderer Kumpel von mir hat das letztes Jahr durch. Tochter, 21, möchte das Studium hinschmeißen und ein Jahr durch Südamerika ziehen. Er hat alles aufgefahren: Karrierechancen, Finanzen, planbare Zukunft, was ihm gerade einfiel. Sie hörte sich das an, nickte höflich und buchte den Flug. Er sagte später zu mir: <em>„Ich hab&#8216; eine Stunde lang erklärt, warum es MEINE Entscheidung sein sollte. Es war nie meine.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist einer der härtesten Lernprozesse als Vater. Zu akzeptieren, dass Deine Tochter <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10826-017-0890-6">ihre eigenen Fehler machen muss</a>. Dass Du sie nicht vor allem beschützen kannst. Und es wahrscheinlich auch nicht solltest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kunst besteht also darin, Halt zu geben, ohne festzuhalten. Präsent sein, ohne zu lenken. Sie wissen zu lassen: „Ich bin hier, wenn Du mich brauchst, aber ich vertraue Dir, dass Du Deinen Weg findest.“</p>



<figure class="wp-block-table exm-box"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Was tatsächlich funktioniert</strong><br><br>Egal, wie alt Deine Tochter ist, es gibt ein paar Dinge, die immer gelten:<br><br>▪ <strong>Sei da, auch wenn Du keine Ahnung hast, was Du tust: </strong>Sie braucht keinen Vater, der alles richtig macht. Sie braucht einen, der nicht abhaut, wenn’s kompliziert wird. Und mal ehrlich, kompliziert wird’s eigentlich immer.<br><br>▪ <strong>Halt die Klappe und hör zu: </strong>Wir Männer haben diesen Reflex, sofort Lösungen aus dem Ärmel zu schütteln. Spar Dir das. Meistens will sie keinen Werkzeugkasten, sondern ein Ohr. Und „Hast Du schon mal versucht, XY zu machen?“ ist die schnellste Methode, das Gespräch zu beenden.<br><br>▪ <strong>Zeig ihr, wie ein Mann mit Emotionen umgeht:</strong> Aber nicht, indem Du sie versteckst. Sondern indem Du sie benennst, <a href="https://www.eximum.de/2026/05/13/angst-kontrollieren/">ohne von ihnen überwältigt zu werden</a>. „Ich bin gerade frustriert, weil …“ ist besser als ein stilles Grollen oder ein plötzlicher Ausbruch.<br><br>▪ <strong>Lass sie sehen, wie Du Frauen behandelst:</strong> Nicht nur sie. Ihre Mutter. Kolleginnen. Kellnerinnen. Denn sie schaut hin. Und sie zieht Schlüsse.<br><br>▪ <strong>Bleib in Kontakt, auch wenn sie sich distanziert:</strong> Eine Nachricht. Oder ein Anruf. Ein kleines Lebenszeichen eben. Sie muss ja nicht antworten. Aber sie muss wissen: Du bist da.</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Dein Vater steckt schon mit drin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du über vierzig bist, fängst Du irgendwann an, anders über Deinen eigenen Vater nachzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht war er emotional abwesend, ein Mann der alten Schule, der arbeitete und schwieg. Vielleicht war er übergriffig, kontrollierend, entwertend, oder vielleicht war er gar nicht da. Kann auch sein, dass er großartig war und Du erst jetzt merkst, wie viel er richtig gemacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beziehung zu Deinem eigenen Vater wirkt sich direkt auf die Beziehung zu Deiner Tochter aus. Psychologen haben dafür einen sperrigen Begriff (<a href="https://psychosozial-verlag.de/programm/4000/4100/25728-detail">transgenerationale Weitergabe</a>), aber im Grunde meinen sie damit: Was Dein Vater Dir mitgegeben hat, gibst Du weiter, wenn Du nicht aufpasst. Im Guten wie im Schlechten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht ist, dass Du entscheiden kannst, was Du weitergibst und was nicht. Du kannst die emotionale Verfügbarkeit zeigen, die Dein Vater nicht zeigen konnte. Oder Du kannst seine Stärken übernehmen und seine Fehler hinter Dir lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erfordert allerdings Bewusstheit. Und natürlich vor allem die Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen.</p>



<figure class="wp-block-table exm-box"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Mehr zum Thema Vaterschaft</strong><br><br>Du möchtest Dich mit anderen Vätern austauschen oder mehr über Vaterschaft erfahren? Diese Anlaufstellen helfen weiter:<br><br>▪ <a href="https://bundesforum-maenner.de/"><strong>Bundesforum Männer</strong></a>: Netzwerk und Interessenvertretung für Väter in Deutschland<br><br><a href="https://conpadres.de/"><strong>▪ Conpadres</strong></a>: Community, Podcast und Artikel für moderne Väter.</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Nein, Du wirst dadurch nicht weich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt dieses seltsame Narrativ, dass Väter von Töchtern „weicher“ werden. Als wäre Männlichkeit etwas, das man verliert, wenn man einem kleinen Mädchen die Haare flechtet oder bei einem Disney-Film mitweint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Völliger Blödsinn!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahrheit ist: Vaterschaft, besonders von Töchtern, fordert Dich als Mann auf eine Art heraus, die nichts mit Schwäche zu tun hat. Sie zwingt Dich, verletzlich zu sein, ohne die Kontrolle zu verlieren. Sie zwingt Dich, anwesend zu sein, ohne dominant zu werden. Und stark zu sein, ohne hart zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frag&#8216; jeden Vater einer Tochter, der wirklich präsent ist, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0146167219829174">ob ihn das schwächer gemacht hat</a>. Du wirst die Antwort schon an seinem Gesicht ablesen können, bevor er den Mund aufmacht und Dich einen Idioten nennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Vaterschaft macht Dich <a href="https://heffen.net/maennlichkeit-ab-40-haltung/">nicht weniger zum Mann</a>. Im Gegenteil, sie zeigt Dir, welche Art von Mann Du wirklich bist.</p>



<div class="wp-block-group eximum-faq-box has-background" style="background-color:#faf6f0"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Häufig gestellte Fragen</strong></h3>



<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block"><div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346176425"><strong class="schema-faq-question">Warum suchen sich Töchter oft Männer aus, die dem Vater ähneln?</strong> <p class="schema-faq-answer">Weil sie zwanzig Jahre lang an Dir gelernt haben, wie ein Mann sich verhält, redet und liebt. Du bist die unbewusste Vergleichsfolie. Das passiert nicht durch das, was Du gesagt hast, sondern durch das, was Du tatsächlich gemacht hast, im Streit, im Alltag, in der Art, wie Du Deine Partnerin behandelt hast. Im Guten wie im Schlechten.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346186008"><strong class="schema-faq-question">Wie soll ich mit meiner Tochter umgehen, wenn sie in der Pubertät nichts mehr von mir wissen will?</strong> <p class="schema-faq-answer">Bleib da. Auch wenn sie die Augen verdreht, die Tür zuknallt oder Dich anschreit. Sie testet nicht Deine Liebe, sie testet ihre Grenzen. Zieh Dich nicht zurück, weil sie das tut – sei ansprechbar, ohne aufdringlich zu sein. Eine SMS am Tag, eine Frage ohne Druck, einfach im Raum sein. Das reicht oft.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346196345"><strong class="schema-faq-question">Macht eine Tochter mich als Mann weicher?</strong> <p class="schema-faq-answer">Nein. Vaterschaft, gerade von Töchtern, zwingt Dich, verletzlich zu sein, ohne die Kontrolle zu verlieren. Anwesend zu sein, ohne dominant zu werden. Stark zu sein, ohne hart zu sein. Das hat mit Weichheit nichts zu tun. Das ist die anspruchsvollere Form von Männlichkeit.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1779346206874"><strong class="schema-faq-question">Wie kann ich loslassen, wenn meine erwachsene Tochter Entscheidungen trifft, die ich für falsch halte?</strong> <p class="schema-faq-answer">Indem Du akzeptierst, dass es nie Deine Entscheidung war. Halt geben, ohne festzuhalten. Da sein, ohne zu lenken. Sag ihr klar: „Ich bin hier, wenn Du mich brauchst.“ Und dann hältst Du die Klappe und lässt sie machen. Auch wenn Du Recht behalten solltest, sie muss ihre eigenen Erfahrungen sammeln, sonst werden es nie ihre.</p> </div> </div>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading">Was bleibt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann wirst Du alt und Deine Tochter erwachsen sein, vielleicht selbst Kinder haben. Und dann wird sie zurückblicken und sich fragen: „Was hat mir mein Vater mitgegeben?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort darauf, mein Freund, die schreibst Du jetzt. Heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht in irgendwelchen heroischen Gesten und auch nicht in perfekten Momenten. Du schreibst sie in den tausend kleinen Entscheidungen, die Du jeden Tag triffst: Bleibst Du im Moment, oder ziehst Du Dich zurück? Hörst Du zu, oder redest Du über sie hinweg? Vertraust Du ihr, oder kontrollierst Du sie?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Tochter wird sich nicht an jedes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk erinnern. Aber sie wird sich daran erinnern, wie Du sie angesehen hast. Wie Du geredet hast, wenn sie einen Fehler gemacht hat. Ob Du da warst, als es schwierig wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist das Einzige, was zählt. Und es ist das Einzige, was bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Disclaimer:</strong></em> <em>Dieser Artikel ersetzt keine professionelle Beratung bei familiären Konflikten.</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3-1024x683.webp" alt="Älterer Mann steht mit einem Glas in der Küche und blickt nachdenklich auf ein Familienfoto." class="wp-image-21751" srcset="https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3-1024x683.webp 1024w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3-300x200.webp 300w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3-768x512.webp 768w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3-640x427.webp 640w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3-750x500.webp 750w, https://www.eximum.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-vater-reflexion-alter-inline-3.webp 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Brisch, K. H. (1999). Familiäre Bindungen. Die transgenerationale Weitergabe familiären Bindungsverhaltens. psychosozial, 22(2), 7–16. <a href="https://psychosozial-verlag.de/programm/14200/25728-detail">https://psychosozial-verlag.de/programm/14200/25728-detail</a></li>



<li>Rholes, W. S., Simpson, J. A., &amp; Blakely, B. S. (1995). Adult attachment styles and mothers&#8216; relationships with their young children. Personal Relationships, 2, 35–54. <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1475-6811.1995.tb00076.x">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1475-6811.1995.tb00076.x</a></li>



<li>Cabrera, N. J., Volling, B. L., &amp; Barr, R. (2018). Fathers are parents, too! Widening the lens on parenting for children&#8217;s development. Child Development Perspectives, 12(3), 152–157. <a href="https://srcd.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/cdep.12275">https://srcd.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/cdep.12275</a></li>



<li>Slotter, E. B., &amp; Gardner, W. L. (2019). How need fulfillment shapes self-concept clarity and relational well-being. Personality and Social Psychology Bulletin, 45(7), 1096–1109.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Bildnachweise</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Titelbild: Rachel Spina/Unsplash&nbsp;</li>



<li>Bild 1: Kampus Production/Pexels</li>



<li>Bild 2: RDNE Stock project/Pexels</li>



<li>Bild 3: Pavel Danilyuk/Pexels</li>
</ul>
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