Weiterbildung in der Kurzarbeit

Lassen Sie uns über die beruflichen Chancen und gesetzlichen Regelungen sprechen

Die Corona-Pandemie hat uns alle kalt erwischt. Und es sieht nicht danach aus, als würde das Virus schnell wieder verschwinden. Ein Umstand, der uns auch beruflich vor neue Herausforderungen stellt. Gerade das Thema Kurzarbeit berührt viele Arbeitnehmer. Aber man kann aus der Not auch eine Tugend machen. Die Rede ist von der Möglichkeit der Weiterbildung. Wir geben Ihnen in diesem Artikel relevante Informationen dazu an die Hand.

Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter während der Phasen von Kurzarbeit in Weiterbildung schicken. Dafür gibt es auch Fördergelder. Die Unternehmer müssen aber einige rechtliche Aspekte beachten. Einige Arbeitnehmer absolvieren neben der Erwerbstätigkeit ein Studium und verwenden die Phase der Kurzarbeit dazu ihre Bachelorarbeit zu finalisieren. Bei professionellen Anbietern im Internet können sich diese Arbeitnehmer die Bachelorarbeit korrigieren lassen.

Kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer in Kurzarbeit weiterbilden?

Im Prinzip schon. Das kann allerdings das Ergebnis zeigen, dass die Zeiten der Fortbildung als reguläre Arbeitszeit definiert wird, welche der Arbeitgeber auch bezahlen muss. Während der tatsächlichen Zeit der Weiterbildung würde der Arbeitnehmer keine kurzarbeitsbedingten Ausfallzeiten mehr haben.

Was bedeutet das?

Das sogenannte “Kurzarbeitergeld” wird vom Bundesstaat ausgezahlt, wenn der Arbeitnehmer aus wirtschaftlicher Ursache vorübergehend eine reduzierte Arbeitszeit hat. Wird der Angestellte vom Arbeitgeber für eine Weiterbildung freigestellt, so fällt der dieser zunächst aus. Firmen, die Angestellte in Kurzarbeit geschickt haben und in während Zeit fortbilden wollen, sollten das im Vorhinein mit der Bundesagentur für Arbeit klären.

Die Agentur wird überprüfen, worin die Ursache für den Ausfall der Arbeit liegt, also ob es in der Weiterbildung begründet liegt oder nach wie vor in den wirtschaftlichen Ursachen liegt, was üblicherweise auch der Fall sein wird.

Wann liegt Kurzarbeit vor?

Sollen die Zeiten des Arbeitsausfalls, die aus wirtschaftlichen Gründen unabhängig von der Fortbildung bestehen, auch dazu verwendet werden, um den Arbeitnehmer weiter zu qualifizieren, liegt die Ursache des Arbeitsausfalls weiterhin in den Resultaten der derzeitigen Krise. Aus diesem Grund müsste das Kurzarbeitergeld bewilligt werden. Schlussendlich ist dies auch vom Gesetzgeber so geplant, da dieser eine Motivation für die Fortbildung bieten wollte, dass Arbeitgeber die Zeiten von Kurzarbeit für die Weiterbildung der Mitarbeiter nutzen.

Das ist rechtlich eindeutig geregelt, die Agentur für Arbeit wird das im Anlassfall entscheiden und behält sich eine Prüfung auf der Grundlage des Ermessens. Wenn Unternehmen mit der Entscheidung nicht konform gehen, können sie natürlich Widerspruch einlegen.

Wird kein Kurzarbeitergeld zugestanden, kann man andere Finanzhilfen beantragen?

Sofern der Mitarbeiter an einer geförderten Bildungsmaßnahme teilnimmt, kann das Unternehmen auf Basis des Qualifizierungschancengesetzes einen Zuschuss zu den Kosten und zum Arbeitsentgelt einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge beantragen.

Grundlagen für eine Unterstützung der Weiterbildung sind:

  • Die Themen der Weiterbildung dürfen nicht nur für die aktuelle Tätigkeit des Arbeitnehmers von Bedeutung sein, sie müssen auch bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes anwendbar sein.
  • Der Berufsabschluss muss zumindest vier Jahre zurückliegen.
  • In den letzten vier Jahren darf keine geförderte Weiterbildung in Anspruch genommen worden sein.
  • Die Fortbildung muss außerhalb des Unternehmens durchgeführt werden.
  • Die Fortbildung muss auf jeden Fall mehr als 120 Stunden andauern.
  • Die Weiterbildung und der Träger müssen für die Förderung auch zugelassen sein.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Die effektive Höhe des Zuschusses hängt von der Größe des Betriebs ab: Bei bis zu zehn Angestellten kann die Agentur für Arbeit davon Abstand nehmen, dass sich der Arbeitgeber an den Kosten des Lehrgangs beteiligt, wobei der Beitrag zum Arbeitsentgelt bis zu 75 Prozent ausmachen kann.

Bei zehn bis 250 Personen erhält der Arbeitgeber bis 50 % des Aufwandes für die Fortbildung und des Arbeitsentgelts zurück. Bei 250 bis zu 2.500 Angestellten gibt es dann nur noch ein Viertel der Kosten pro Mitarbeiter zurück.

Hängt die Förderung von der Art der Weiterbildung ab?

Will der Arbeitgeber Fördergelder in Anspruch nehmen, muss der Beruf des Angestellten entweder von Strukturwandel betroffen sein oder der Angestellte muss eine Fortbildung in einem sogenannten “Engpassberuf” anstreben.

Das sind jene, in denen die Nachfrage nach Fachpersonal höher ist als das Angebot. Diese Regelung ist für kleine und mittlere Firmen mit weniger als 250 Angestellten laut Auskunft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales jedoch bis Ende des Jahres ausgesetzt.

Was ist das “Arbeit-von-morgen-Gesetz”?

Dieses neue Gesetz erhöht unter gewissen Voraussetzungen die Fördersätze, und zwar um zusätzliche zehn Prozentpunkte, wenn größere Teile der Mitarbeiter qualifiziert werden. Und zwar deshalb weil die Kompetenzen von zumindest einem Fünftel der Angestellten nicht oder nur mehr zum Teil den betrieblichen Anforderungen genüge tun.

Noch dazu werden Betriebsvereinbarungen und Tarife zur beruflichen Weiterbildung mit Zuschüssen unterstützt. Eine weitere Motivation stellt der Wegfall der Beiträge für die Sozialversicherung dar, sofern die Zeit der Weiterbildung zumindest die Hälfte der Ausfallarbeitszeit während der Kurzarbeit einnimmt.

Kann der Arbeitgeber eine Qualifizierungsmaßnahme bestimmen?

Dieser kann den Arbeitnehmer beauftragen, eine Weiterbildung in der Arbeitszeit zu absolvieren. Befindet sich dieser aber zu 100 Prozent in Kurzarbeit, so gibt es keine Arbeitszeit. Dann müssen sich beide Beteiligte einvernehmlich einigen.

Was geschieht, wenn die Fortbildung länger dauert als die Kurzarbeit?

Die Weiterbildung darf den Mitarbeiter natürlich nicht an der Rückkehr zur Beschäftigung behindern. Das heißt, dass sich die Fortbildung an die Arbeitszeit anpassen muss und gegebenenfalls bei Rückkehr zur Vollzeitarbeit aufhören muss.

Stimmt der Arbeitgeber allerdings einer zusätzlichen Freistellung zu, kann die Fortbildung auch nach dem Ende der Kurzarbeit verlängert werden. Dann kann man eine zusätzliche Förderung durch die Agentur für Arbeit in Form eines Zuschusses zum Einkommen beantragt werden.

Headerbild: Ben White on Unsplash

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