Versteckte Hinterzimmer, ein Überfluss an Whiskey und Zigarren und Männer, die wortwörtlich ihr letztes Hemd verspielen – um das Glücksspiel Poker ranken sich viele faszinierende Geschichten. Der Mythos einer Pokernacht in Al Capone’s Chicago kann auch ins heimische Wohnzimmer gebracht werden. Wie wird eine spannende Pokerrunde unter Männern organisiert und welche Regeln müssen dabei von echten Gentleman unbedingt eingehalten werden?

Organisation des Pokerabends

Auch wenn die besten Pokerrunden manchmal ganz spontan entstehen, ist ein perfekt organisierter Abend doch die Pflicht des Gastgebers. Schließlich soll auch beim Glücksspiel zu Hause ein Feeling wie in einer echten Spielbank aufkommen. Und ist der Pokerabend im Männerkreis erst einmal gut gelungen, kann er immer wieder wiederholt werden.

Den perfekten Spielort finden

Der erste Schritt im Vorfeld jeder Pokerrunde ist die Suche nach dem optimalen Ort. Priorität hat bei der Auswahl vor allem der Tisch. Dieser muss groß genug sein, damit all Spieler großzügig Platz darin finden und sich nicht auf Grund der Enge gegenseitig in die Karten schauen können. Da Poker oft eine längere Angelegenheit ist, sollte der Gastgeber auch auf bequeme Stühle achten. Wem das eigene Wohnzimmer nicht atmosphärisch genug ist, der verwandelt einfach den Partyraum der Wohnhausanlage, das Gartenhaus oder den Hobbyraum im Keller in eine echte Pokerhöhle. Profis legen sich für das Ereignis übrigens einen echten Pokertisch zu. Für alle Anfänger und jene mit kleinem Budget, gibt es faltbare Tischauflagen mit Pokerbedruck. Diese verwandeln jeden Küchentisch in einen Spieltisch wie im Casino.

Das richtige Zubehör

Einige Essentials sollten in keinem Poker-Equipment fehlen.

Einige Essentials sollten in keinem Poker-Equipment fehlen.

Die ideale Spieleranzahl für einen Pokerabend unter Freunden sind acht bis zehn. Für diese Leute muss natürlich auch das richtige Zubehör her. Mittlerweile gibt es überall preiswerte Pokersets zu kaufen, man sollte aber nicht unbedingt zur billigsten Variante greifen. Einen guten Eindruck macht man bei einen Gästen mit Profi-Spielkarten aus Plastik. Diese sind etwas teurer als herkömmliche Spielkarten aus Papier, halten dafür aber auch bis zu 50 mal länger. Eine Investition, die sich beim regelmäßigen Spielen mehr als lohnt. Spielchips, Dealer-Button. Würfel & Co sind als Set im traditionellen Koffer erhältlich. Wer vorhat öfters zu spielen, sollte auch bei den Chips auf Modelle achten, die nicht aus dem leichtesten Plastik hergestellt sind und gut in der Hand liegen.

Durch Drinks, Snacks und Musik die passende Atmosphäre schaffen

Ganz klar: Bei klassischen Pokerrunden müssen Whiskey mit Eis und Zigarren gereicht werden. Damit die Spielrunden aber nicht durch zu viel Alkohol beeinflusst wird, muss der Gastgeber auch für ausreichend antialkoholische Getränke sorgen. Wer findet, Mineralwasser und Cola stören die Atmosphäre, der mixt Cocktails ohne Alkohol. Wie wäre es beispielsweise mit einem Virgin Mojito? Der Kultdrink mit Limetten und Minze passt perfekt ins heimische Casino und die Spieler bewahren trotzdem einen klaren Kopf. Gegen knurrende Mägen werden nicht nur Salzstangen und gesalzene Erdnüsse bereitgestellt, sondern auch diverse Sandwiches. Diese lassen sich gut vorab zubereiten und können auch während des Spielens genossen werden.

Die Poker Etikette der Gentlemen

Auch wenn der Alkohol fließt und man sich im Freundeskreis befindet, gute Pokerrunden folgen einer strikten Etikette. Der Gastgeber hat dafür zu sorgen, dass diese eingehalten wird und neue Spieler über alle Regeln informiert werden. Verschickt man die Einladung zum Pokerabend schriftlich oder per E-Mail, ist dies eine gute Gelegenheit die goldenen Regeln gleich mit aufzulisten. Die sind:

  1. Die Karten müssen verdeckt auf dem Tisch gelassen und nur durch ein Anheben der Ecken betrachten werden.
  2. Das Spieltempo soll nicht absichtlich durch zögernde Spielzüge verlangsamt werden.
  3. Das Spiel der Mitspieler soll nicht mit Kritik oder Tipps kommentiert werden. Lustige Anmerkungen oder Trashtalk ist aber natürlich erlaubt und erwünscht.
  4. Die Einsätze werden vor einem selbst gestapelt. Die Chips in die Mitte zu werfen – wie man es immer wieder in Film & Fernsehen sieht – gilt als unhöflich.
  5. Nach Beendigung der Runde können, aber müssen die Spieler nicht ihre Karten zeigen. Das explizite Fragen danach gilt unter Gentlemen ebenfalls als unhöflich.
  6. Beim Show Down müssen die Karten auf den Tisch. Hat man die stärkste Hand und begeht einen Slow Roll, also lässt die anderen im Glauben nichts zu haben, nur um sich im letzten Moment doch als Sieger zu präsentieren, gilt man in der Pokerszene schnell als überheblich.

Reine Männerrunde oder Kampf der Geschlechter?

Angenehme Gesellschaft macht doch jeden Abend schöner.

Angenehme Gesellschaft macht doch jeden Abend schöner.

Pokern ist traditionell Männersache! Das heißt natürlich nicht, dass es nicht auch hervorragende weibliche Spielerinnen gibt. Diese werden von den Männern in der Runde oft unterschätzt und gehen deshalb mit einem ordentlichen Gewinn nach Hause. Ist man Gastgeber einer Pokerrunde, überlegt man sich vorab, ob man einen Männerabend oder eine gemischte Runde veranstalten will. Beide Varianten haben ihre Vorzüge.

Natürlich kann jeder private Pokerrunde ihre eigenen Regeln aufstellen. Wichtig ist – egal ob im Bezug auf die Höhe der Einsätze oder die Einhaltung der Etikette – dass alle Spieler auf der gleichen Seite stehen. Nur so steht einem unterhaltsamen Abend nichts mehr im Weg.

 

Über den Autor

Christian Allner

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv.

Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.

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