Wer fesselnde Reden hält, muss nicht automatisch ein herausragender Redenschreiber sein. Performer (Redner) und Redenschreiber sind zwei unterschiedliche Jobs, die unterschiedliche Kompetenzen verlangen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie attraktiv der Job als nebenberuflicher Redenschreiber wirklich ist, welche Chancen Sie für den Nebenjob haben und wie Sie in die Branche den Einstieg erfolgreich schaffen können. Ein Gastbeitrag von Piotr Snuszka.

Der Redenschreiber ist kein geschützter Beruf, sodass auch Sie sich ab morgen Redenschreiber nennen könnten. Aber in diesem Beruf liegen zwischen Theorie und Praxis Welten, sodass Ihnen die Bezeichnung nicht weiterhelfen würde, denn die meisten Redenschreiber können keine Aufträge finden und nur die wenigsten schaffen den Schritt, hauptberuflich als Redenschreiber angestellt zu sein oder als Selbstständiger tätig zu sein.

Wo liegt der Anreiz im Redenschreiber-Dasein?

Auch wenn der Reality-Check hart ausfällt, versuchen es immer wieder Menschen als Redenschreiber Fuß zu fassen. Doch was sind die Gründe hierfür, dass der Job so attraktiv wirkt?

Ein Home-Office, flexible Arbeitszeiten und abwechslungsreiche Aufträge sind Hauptmerkmale, die den Job für viele interessant machen. Aber auch die Einblicke in das Leben der Unternehmer und Politiker sind sehr interessant. In manchen Fällen erfahren Sie bereits im Vorfeld bestimmte Informationen, die der Öffentlichkeit vorenthalten bleiben oder nie ans Tageslicht kommen. In solchen Momenten fühlen Sie sich als Redenschreiber wie ein Geheimagent.

Über den Autor

Redenschreiber - Piotr Snuszka

Piotr Snuszka ist Gründer der BAS Business And Science GmbH, die Unternehmer, Politiker, Universitäten und Studenten unterstützt.

Wie viel verdienen Top-Redenschreiber?

Doch was erwartet Sie, wenn Sie zu den Redenschreibern gehören, die es geschafft haben? Nicht einmal 1 % der Redenschreiber haben Stundensätze von 300€ Brutto und wesentlich mehr. Generell verdienen Sie als Ghostwriter für DAX-Vorstandsvorsitzende wesentlich mehr als für Politiker. Doch diese Stundensätze sind erst dann möglich als Selbstständiger, wenn Sie sich eine Marke aufgebaut haben.

Redenschreiber - Vor vollem Haus

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Wie wird man ein Redenschreiber?

Nur die wenigsten Redenschreiber waren nach der Ausbildung sofort Ghostwriter. Oft haben sie bereits einen oder mehrere Jobs in Ihrer Vita.

In dieser Branche sind viele „vorübergehende“ Redenschreiber unterwegs. Durch den theoretisch einfachen Einstieg unterschätzen viele den Job und er wird zum kurzen Abenteuer. Die meisten Redenschreiber haben weder Disziplin noch Ausdauer, denn das Redenschreiben ist kein Sprint, auch nicht mal ein Marathon, sondern ein Ultramarathon, insbesondere für Selbstständige.

Des Weiteren benötigen Sie neben den Schreibkenntnissen, Kenntnissen über rhetorische Mittel und Fachbereiche auch noch hervorragende Marketingkenntnisse. Zwar könnten Sie theoretisch die fehlenden Marketingkenntnisse auch outsourcen, allerdings befinden sich in der Marketing-Branche auch viele „Pseudo-Experten“. Gute Experten verlangen mehre Tausende Euros monatlich und das können sich viele Selbstständige nicht leisten. Somit müssen Sie sich das Marketing-Wissen selbst aneignen, um sich einen Namen zu machen.

Zielgruppe für die meisten Redenschreiber bleibt unerreichbar

Sich eine Marke in der Redenschreiber-Nische aufzubauen, dauert sehr lange, wenn Ihr Onkel nicht zufällig im Vorstand eines MDAX-Unternehmens sitzt. Das ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Redenschreiber von Geschäftsführern, Vorständen und Politikern weiterempfohlen werden. Diese Zielgruppe googelt nicht, wenn sie einen Redenschreiber benötigt. Sie können mit den Auftraggebern auch nicht einfach einen Termin vereinbaren. Aus diesem Grund ist es für 99 % der Redenschreiber unmöglich mit solchen Menschen in Kontakt zu treten.

Redenschreiber - On Stage

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Kleine Zielgruppe vs. viele Redenschreiber

Selbstverständlich suchen auch Privatpersonen nach einem Redenschreiber, allerdings sind das nicht viele, wie das Suchvolumen des Keyword-Planers belegt. Demgegenüber stehen zu viele Redenschreiber, damit jeder genügend Aufträge erhält, um von dem Job hauptberuflich zu leben.

Top Tipp: Fangen Sie nebenberuflich an und haben Sie Geduld

Das ist allerdings kein Grund, um nicht Redenschreiber zu werden. Wenn es wirklich Ihre Leidenschaft ist, sollten Sie den Job nebenberuflich ausüben. Durch Ihren Hauptjob haben Sie keinen Leistungsdruck, können Ihre Marke langsam aufbauen und ein Teil des Geldes als Startkapital nutzen. Zu Beginn sollten Sie Ihre Dienste auf vielen Freelancer-Portalen anbieten und Zusammenarbeiten mit Agenturen eingehen, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Es werden sicherlich viele Jahre vergehen, wenn Sie die schwierigen Anfangsjahre aber durchstehen und Reden verfassen, die auch wirklich in Erinnerung bleiben, wird es sich früher oder später herumsprechen und die richtigen Menschen bekommen es zu hören. Die Schwierigkeit besteht darin, die Phase durchzustehen, 99 % bringt dazu nicht die Ausdauer mit. Wenn Sie fokussiert bleiben, werden Sie nach vielen Jahren Ihren Hauptjob kündigen, weil Sie als Ghostwriter wesentlich mehr verdienen werden.

Falls Sie Interesse an der Materie bekommen haben, dann schauen Sie sich unsere Artikel Nebenjob als Ghostwriter – Pro und Contra für Studenten und So verdienen Sie mehr Geld mit Nebenjobs mit vielen wertvollen Tipps an.

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