Männerleben

max hap – Kickerschmiede in Leipzig

max hap - camp max detail

Zugegeben, wenn man an den Begriff “Erbstück” denkt, dann fällt einem wahrscheinlich nicht als erstes das Bild eines Tischkickers ein. Ist ja auch kein Wunder, assoziieren die meisten von uns damit die rauchigen Kneipen, in denen wir als Jugendliche an den mit Schmauchspuren und Dellen übersäten Dingern gezockt haben. Dass es auch ganz anders geht, das zeigen die Jungs von max hap mit ihren innovativen Tischen.

Flüsterkicker, auswechselbare Spielfeldfolie (Stichwort Branding) oder Impuls-Torzähler? Innovation und Erfindungsgeist sind nicht nur High-Tech-Bereichen vorbehalten, das beweisen die Designkicker der kleinen Leipziger Manufaktur, die mittlerweile über bundesdeutsche Grenzen hinweg bekannt ist, ganz deutlich. Die Entwickler hinter max hap stecken in jeden handgefertigten Kicker nicht nur viel Zeit und Herzblut, sondern überlegen sich ständig auf welche Art bestehende Eigenschaften verbessert werden können. 

max hap - leo lounge me 1

Detailansicht des Leo:LoungeMe (Quelle: max hap)

Das erste Modell zum Beispiel, ein camp max Tisch, durchlief von der ursprünglichen Version bis zur heutigen Reife eine Evolution aus Verbesserungen, verworfenen Ideen, Umbauten und Anpassungen. Heute trotzt es mit seinen ca. 170 kg härtesten Bedingungen auf Parties und Festivals, hat seine Langlebigkeit hinreichend bewiesen und dazu über die Jahre eine Fangemeinde, auch unter Profispielern, um sich geschart.

Die extreme Robustheit und Langlebigkeit kommt nicht von ungefähr: max hap verwendet überwiegend Stahl für die Konstruktion seiner Tische. Dieser kann auf Wunsch des Kunden durch verschiedene Methoden veredelt werden. Witterungsbeständiges Holz (z.B. aus Ahorn, Eiche oder Esche) wird nur für den Bandenbereich verwendet. Dabei wird sichergestellt, dass es nach den Prinzipien des konstruktiven Holzschutzes integriert wird und es nicht zu stehendem Wasser auf seiner Oberfläche kommt.

Ein sofort sichtbares Merkmal des camp max beispielsweise sind die beiden Flutlichter, die jeweils an den Stirnseiten angebracht sind. Zusammen mit dem beleuchteten Spielfeld ist so immer gesichert, dass der Ball auch bei Dunkelheit gesehen wird. Optional gibt es ein Batterie-Pack dazu, das die Tischbeleuchtung und die Ballsuchleuchte (Ja, richtig gelesen: Eine Ballsuchleuchte! Für den Fall dass die Kugel mal in der Dunkelheit außerhalb des Kickers verschwindet!) für ca. 12 Stunden versorgt. So ist der Tisch vom Netz unabhängig und kann überall aufgestellt werden. Aschenbecherhalter und Getränkeabstellflächen sind natürlich ebensowenig ein Problem!

Aber auch die Modelle Dune, Plagwitz und das in Kooperation mit dem Marktführer im Bereich der Profi-Sportkicker-Hersteller, der bayrischen Firma Leonhart, vertriebene Modell Leo:LoungeMe bestechen mit viel Liebe zum Detail und ihrem kultigen Charakter.

max hap - das team spielt

Das Team von max hap beim kickern (Quelle: max hap)

Wetterfestigkeit, gute Ideen, hochwertiges Material und Verarbeitung sowie von Profispielern ausgewiesene Turnierqualität: So ein Designkicker hat natürlich seinen Preis, in der Vermietung wie auch im Verleih. Wer eines dieser Unikate sein eigen nennen will, der darf ein paar tausend Euro dafür ausgeben. Gemessen an dem, was er dafür bekommt, ist das dennoch nicht viel.

Diese Tischkicker werden selbst dann noch stehen, wenn die letzte Kneipe zugemacht und das letzte Festival gefeiert wurde und nur noch Keith Richards als einziger Vertreter der Menschheit auf der Erde wandelt!

Um ein bisschen mehr aus erster Hand zu erfahren haben wir ein kleines Interview mit Hanjörg Pfettscher, einem der drei Inhaber bzw. geschäftsführenden Gesellschafter von max hap, geführt.

Danke dass Du Dir die Zeit genommen hast Hanjörg. Sag mal, wer steckt eigentlich hinter max hap?
Die drei gleichberechtigten Inhaber: Karsten Ackner, Justus Weber und ich.

Und wie seid Ihr auf “max hap” als Namen gekommen? Hat er eine Bedeutung?
Unseren ersten Designkicker haben wir 2005 gebaut, lange bevor wir auf die Idee kamen, professionell ins Designkicker-Geschäft einzusteigen. Er ist unverkäuflich und wir nennen ihn ehrfürchtig „Nummer eins“. Wir hatten oft Gelegenheit Menschen dabei zu beobachten, wenn sie zum ersten Mal vor diesem Kicker standen. Die Reaktion ist bei den meisten identisch – sie streichen behutsam mit den Händen über seine Oberflächen. Das ist so markant, dass wir begriffen haben, dass die Haptik ein wesentliches Qualitätsmerkmal unseres Kickertisches ist. Das haben wir im Namen dann manifestiert: max(imale) hap(tik).

Unternehmensportrait
Das 2012 gegründete Leipziger Unternehmen max hap baut High-End-Kicker mit Industrie-Charme. Kicker, die schon aufgrund der Materialwahl – Stahl, Holz, Beton, Glas, Linoleum, Messing – außergewöhnlich sind. Markenzeichen der max hap-Kicker ist ein überraschender Funktionsumfang mit zahlreichen verspielte Details, die den Horizont der Tischfußballwelt erweitert haben. Doch hinter all dem steckt der grundsolide Gedanke der Nachhaltigkeit und Wertbeständigkeit. max hap-Kicker sind langlebig und wartungsfreundlich konzipiert – Kicker, die vererbt werden können. Sie entstehen überwiegend in Handarbeit in einer kleinen Leipziger Manufaktur. Die Leipziger Kickerschmiede sind Spezialisten für die Umsetzung individueller Kundenwünsche. Weitere Informationen: www.maxhap.de

Hattet Ihr von Anfang an die feste Idee Tischkicker zu bauen oder war das erstmal so ein Gedanke in Bierlaune?
Die Idee entstand 2004. Justus hat Geburtstag gefeiert und früh um 4 kam der Wunsch auf, einen Kicker zu spielen, der optisch unserem Stil entspricht und auch mal draußen im Regen stehen kann. Justus und Aki haben dann getüftelt und den Kicker aus Material gebaut, dass in der Werkstatt vorhanden war. Über die Jahre wurde der Kicker immer wieder umgebaut, getestet – oft auf dem Fusion-Festival unter härtesten Bedingungen – dann weiter verfeinert, wieder getestet usw. Im Grunde hat das nie aufgehört, es gibt immer wieder neue Ideen, die Entwicklung geht immer weiter. Auf dem Fusion Festival sind dann Menschen auf uns zu gekommen, die auch so einen Kicker haben wollten und so entstand die Idee, Kicker professionell zu bauen.

Eure Tische sind ja weit weg von den 08/15 Modellen an denen wir früher gespielt haben. Für welche Kundschaft baut Ihr sie?
Für alle, die über die Tischkante schauen können – da gibt es sonst keine Einschränkung. Aufgrund seiner soliden Bauweise und seiner Ausstrahlungskraft empfehlen sich max hap-Kicker natürlich insbesondere für Bereiche in denen ein repräsentativer Kicker gefragt ist oder eine hohe Spiel-Belastung anliegt: Gastronomie, Clubs, Mitarbeiterbereiche in Unternehmen. Oder unsere Flüsterkicker-Modelle Plagwitz 30 db und dune 30 db für den Einsatz in Räumen in denen es darauf ankommt, geräuscharm spielen zu können.

Und wie oft spielt Ihr selbst noch?
Viel zu selten! (lacht)

Bleibt es bei Tischkickern oder wollt Ihr Eure Palette zukünftig ausweiten?
Weil wir immer wieder danach gefragt wurden, bieten wir jetzt unsere Flutlichter auch als Einzelstücke auf verschiedenen Sockelformen an – als Schreibtisch-  oder Nachttischlampen. Ansonsten gibt es momentan keine Bestrebungen unsere Produktpalette zu erweitern. Wir haben in den letzten Jahren 4 Designkicker-Grundmodelle entwickelt und viele zusätzliche Features, darunter einige Weltneuheiten. Zudem haben wir das Glück, dass die meisten unserer Kunden Individualisierungswünsche haben. So wird der Bau eines Kickers nie langweilig – es gibt immer neue Herausforderungen, die uns die Möglichkeit zur Weiterentwicklung und zum Lernen bieten.

Danke nochmal für die Beantwortung unserer Fragen, Hanjörg. Alles Gute weiterhin!

Bildnachweis: max hap

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix "Ex-", wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.