Männerleben

Leadership: die Kunst den Schwarm auf Kurs zu halten

Christoph Maretzek
Geschrieben von Christoph Maretzek

„…..Ok liebe Gruppe, es ist ein wunderbarer Morgen, das Wetter wird angenehm, max. 28 °. Unsere Etappe ist ca. 13 km lang, wir haben 1500 Meter und Auf-und Abstieg. 3 L Wasser bitte ich jeden mitzuführen. Unterwegs kommen wir nur an 2 Quellen vorbei. Fühlt sich jeder fit und aufgeruht?“ So oder so ähnlich kann die Morgeneinweisung klingen. Da hat der Guide dann oft schon 1,5 – 2 Stunden Arbeit hinter sich, bevor die Gäste zum Frühstück zusammenkommen. Auch wenn der Guide kein Manager, Offizier, Schichtleiter ist, zählen viele Anteile aller sonstigen Berufe auch für ihn…denn er arbeitet mit demselben anspruchsvollen und manchmal instabilen „Rohstoff“: Mit Menschen und ihren Bedürfnissen. Als Guide auf Tour unter ganz besonderen und spannenden Bedingungen.

Ausbildung als Guide

In der Ausbildung als Guide steht Leadership heute stets im Programm…was das genau ist, ist ebenso wenig leicht zu definieren wie Hunger. Man kennt das Gefühl, jedoch ist es abhängig von vielen Parametern der Situation oder der Zielsetzung. Bewährt hat sich Leadership Ausbildung als stete Wiederholungsausbildung, denn es wächst erst durch Erfahrung und Ergebnisse. Mit Situationen, die auch bis an die Leistungsgrenze gehen, um Reserven zu schaffen. Wie in Berufen, die auch mal schwierige oder gefährliche Situationen beinhalten und die sichere, schnelle effektive Führung von Menschen benötigen. Dabei stets vom Worst Case auszugehen, wäre ebenso fehlerhaft, wie ihn zu ignorieren! Leadership ist stete Tagesarbeit und damit weitaus mehr, als Rettungsaktionen in Ausnahmesituationen. Es fängt beim „Guten Morgen“ an…..und ist ein Thema ohne Ende.

Leadership Ausbildung - Instructing..eine besondere Form des Leaderships

Instructing..eine besondere Form des Leaderships

Leadership im Sinne von Guiding ist eine spannende und unglaublich vielseitige Aufgabe. Touren planen, sie führen, mit Menschen unterwegs sein, Natur erleben, Wissen vermitteln, Krisen bewältigen etc. Als Guide unterwegs zu sein, ist Forderung pur. Der Artikel greift Begriffe kurz und explizit heraus. Zugrunde gelegt sind die typischen Aspekte einer 5 -Tage -Tour in Nordschweden, mit 2 An-/Abreisetagen. Daneben finden sich kurze anknüpfpunkte zum Leadership in anderen Bereichen.

Das Wort Leadership ist heute schnell genutzt. Fragt man nur zwei Personen nach den konkreten Inhalten, hat man meist drei Antworten mit 4 verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten. Kommen dann noch z.B. verschiedene Generationen an den Tisch, die in teils vollkommen unterschiedlichen Kategorien denken……dann wird die Vielschichtigkeit der möglichen Betrachtungen unübersehbar.

Was bedeutet Leadership?
  • Es kann heißen: Einer geht voran und befiehlt.
  • Es kann heißen: Alle tun mit.
  • Es kann heißen: Balance erreichen.
  • Es kann heißen: Lange zuhören.
  • Es kann heißen: Respekt zeigen.
  • Es kann heißen: Das Mittel von gestern kann heute falsch sein.
  • ………..

Leadership ist unsagbar vielfältig, situativ und gleichzeitig auf erkennbare Kontinuität angewiesen.

Leadership

Egal ob Mann oder Frau, divers oder anders: Jeder kann führen. Es ist nie eine Sache des Geschlechtes, ob…sondern eher wie! Manchmal muss man dabei zu Beginn in großen Stiefeln laufen und reinwachsen…oder erkennen, wann man besser die Galosche wechselt. LS findet statt bei der Führung von Menschen oder /und der Leitung von Einrichtungen. Die beiden Begriffe scharf gegeneinander abzugrenzen ist schwer machbar. Für den Artikel werden sie daher erfahrungsgemäß unter „Leadership“ zusammengefasst. Wer führt, geht voran und gibt Richtung vor. Jeder der führt, wird daran gemessen, ob er die Menschen erreicht und sie folgen und sich dabei stets sicher und gut aufgehoben fühlen. Dabei gibt es (oft variable) Grenzen, die nicht zu überschreiten sind. Leadership Ausbildung - LogoRespekt ist ein Zauberwort. Vertrauen ein anderes. Leadership bringt es auch mit sich, dass es Momente gibt, in denen der Einzelne zu Gunsten der Gruppe auf etwas verzichten muss. Oder der Spaß kann weniger ausgeprägt sein, um für alle Sicherheit und Zielerreichung zu generieren. Der Mut, auch unpopuläre Maßnahmen einzuleiten und ggf. durchzusetzen, wenn es notwendig wird, ist ein markantes Zeichen von echtem Leadership. Wer diesen Mut nicht hat, wird nie sicher führen….oder darin eben nicht anerkannt werden. Wer führt, muss sich erkennbar positionieren und bei schwierigen Dingen nicht auf Programme und Statistiken verweisen, sondern sich als Person authentisch und anfassbar einbringen. Er muss Kritik, Fragen und Auseinandersetzung aushalten. Immer und immer wieder. Wer sich nicht exponiert und standhält schafft keine Sicherheit….und damit fehlt Vertrauen.

In den 1990ern bis Anfang der 2000er Jahre wurde der Begriff LS anders genutzt als heute…damals in den meisten Bereichen im boomenden Outdoormarkt oft noch eher im Bereich der Hard Skills, wie z.B. sicher Orientieren, gut Feuer machen, Biwakbau etc. oder in Gefahrensituationen. Leadership hatte etwas Abenteuerliches an sich. In den späten 1990er Jahren hatte sich neben den Hard Skills der Begriff Social Skills allerorten fest etabliert…heute wird diesen in den meisten Kontexten ein gleichwertiger, wenn nicht gar höherer Wert zugesprochen. Man definiert die Qualität des Guidings zunehmend über diese Ebene. Die Dienstleistung verlangt im Umgang mit Menschen nach stabilen Social Skills….und die erlernt man nicht im Seminar oder am Simulator. Man muss sie aktiv leben.

Leadership Ausbildung - In große Stiefel wächst man rein.

In große Stiefel wächst man rein.

Guiding

Es hat sich etabliert, sich einen Guide zu nehmen oder sich einer geführten Tour einer Gruppe anzuschließen. Man bezahlt einiges und will die entsprechende Leistung sehen und die Ansprüche variieren dabei breit. Und oft genug wird vom Guide als Mensch instinktiv auch weitaus mehr verlangt, als in den reinen, technischen Vertragsleistungen steht. Man hat ihn „ja gebucht“…..

Modernes Guiding stellt hohe Ansprüche an das professionelle Leadership ebenso in alltäglichen Tagessituationen, wie in Streit- oder Gefahrensituationen. Guiding per se meint das Führen von Tourengruppen, die unter bestimmten, eigenen gruppendynamischen Prozessen ablaufen. Touren-gruppen sind kurzzeitig, meist ohne gemeinsame Vorkenntnisse der Teilnehmer, sie haben meist einen hohen Versorgungs- und Dienstleistungsanspruch, sind kurzlebig und durchlaufen die typische Gruppenprozesse beschleunigt, komprimiert und angepasst. Urlaubszeit ist Hochwertzeit… wer heute für 5 Tage Wandern nach Lappland fliegt, erwartet vom Guide deutlich mehr als noch vor 10 Jahren. Die Menschen bringen meist auch mehr Druck aus dem Job mit. Dieses „Mehr“ muss erspürt werden. Oft wird stillschweigend vorausgesetzt, dass „der Guide das schon selber checkt, was ich will“. Leadership ist in weiten Teilen Empathie…ohne diese geht es nicht.

Ausschreibungen

Ausschreibungen für Touren sind der Filter für den Kunden…..anmelden oder nicht? Mit der ersten Ausschreibung werden Wünsche geweckt, Sichten bestätigt und Erwartungen gesetzt, die der Guide erkennen, verstehen und umsetzen oder ablehnen muss. Hierin verbirgt sich oft genug Sprengstoff ….. persönliche Erwartungen, z.B. das Maß der Verfügbarkeit des Guides zum Reden stehen ggf. konträr gegenüber den Notwendigkeiten des Tages auf einer Gebirgstour am GR 20ß auf Korsika.

Leadership Ausbildung - Leadership und Guiding..einer weist die Richtung!

Leadership und Guiding..einer weist die Richtung!

Rollen des Guides

Der Guide ist nicht „DER“ Guide…sondern wird von jedem Teilnehmer anders wahrgenommen. Für den einen Teilnehmer ist man eher Buddy und Kumpel, für den nächsten Vorbild oder Dienstleister, der sich um alles kümmert. Der nächste sieht ihn als Kurzzeitassistenten, der alle Wünsche zu erfüllen hat. Wieder andere sehen ihn als attraktive Persönlichkeit mit sexuellen Reizen, und wieder-um andere als Helfer oder Hilfstherapeuten für mitgebrachte Probleme. Und für nochmals andere ist man Reizfläche, weil man vielleicht Eigenschaften hat, die an andere, nicht immer positiv besetzte Situationen, Personen und Erlebnisse anknüpfen. Auch die Sicht der Generationen spielen mit: Ein 20-jähriger heute ist oft weniger geneigt, sich einfach mal etwas sagen zu lassen, als die meisten 50-60 jährigen, die bei Anerkenntnis der Position oft duldsamer sind. Warum soll ich denn hier keine geschützten Pflanzen pflücken…und warum steht da ein Schild dazu? Im Gegenzug ist die Bereit-schaft Älterer, sich vermehrt auf ihre Lebenserfahrung zu berufen, auch gestiegen.

Bei Singletouren wird manchmal erwartet, dass er kupplerische Fähigkeiten mitbringt, bei Touren z.B. in der Arktis wiederum mehr Sicherheits- und Naturwissen. So definiert auch die Unternehmung an sich eine bunte Mischung an Ansprüchen….und je nach Mensch werden sie verschieden eingefordert.

Leadership Ausbildung - Leadership als Guide

Leadership als Guide

Der Guide

Allgemein ausgedrückt könnte man sagen: der Guide ist die eierlegende Wollmilchsau, kann fliegen, Lokomotiven aufhalten und Berge versetzen. Und immer lächelt er, ist topfit, stellt sich immer hinten an, sieht toll aus, ist sportlich und allwissend….ein typischer Guide eben . Nichts da…leider nicht.

Allgemeine Kernkompetenzen sind u.a.

  • Naturwissen
  • Allgemeine Outdoorkompetenzen
  • Thematisches Wissen wie z.B. Kanuerfahrung für Kanutouren etc.
  • Sicherheitsdenken
  • Gefahrenradar
  • Recht
  • Wetterwissen
  • Tourenplanung

Zu den Social Skills zählen z.B.

  • Kommunikation
  • Empathie
  • Zuhören können
  • Erwartungen und Bedürfnisse erkennen

An Haltungen werden vorausgesetzt

  • Ehrlichkeit
  • Offenheit
  • Interesse an Meinungen und Menschen
  • Fairness
  • u.v.m.
Leadership Ausbildung - Leadership greift nur mit allen

Leadership greift nur mit allen

Fazit bis hierher

Eine der Kernkompetenzen des modernen Guides ist es insgesamt auch, zu erkennen, wer welche Erwartungen hat und welche der vielen Rollen eines Tages man wem gegenüber inne hat. Legt der eine Gast Wert auf wenig Erklärungen zu bestimmten Themen (z.B. Kompass, Natur, Wetter) und will nur begleitet werden, so will der andere ggf. an die Hand genommen werden, weil er sehr unsicher und unerfahren ist. Der abenteuerlustige, selbstsichere Kunde will nicht gebremst werden, der langsame Unfitte nicht wie von einem Feldwebel der Infanterie immer weiter angetrieben werden.

Der Guide muss mit der Zeit ein feines Näschen entwickeln, was erwartet wird, was ausgeschrieben wurde und was die Situation gebietet…er muss lernen, es gut zu verpacken, sich widersprechende Meinungen zu kanalisieren und das Ganze unter Zeitdruck mit einer nicht gefestigten Grupp Allein hieraus wird deutlich, dass dem Bereich „Active Leadership“ eine überhöhte Bedeutung zukommt.

Was ist Active Leadership?

Es ist, kurz gesagt, die aktiv ausgelebte Fähigkeit voran zu gehen. Und das Führungsverhalten aktiv zu zeigen, das benötigt wird, um neben der dauerhaften Entwicklung einer Gruppe die kurzzeitig situativ notwendig werdenden Führungsschritte zu tun, um die Gruppe sicher zu führen. Leadership lässt sich in seinen einzelnen Buchstaben weitestgehend definieren.

10 einfache Regeln, die Active Leadership lebbar machen…immer und überall
  • L wie Loyalität gegenüber Unternehmen, Gästen, Gesetzen, sich, um Vertrauen zu schaffen.
  • E wie Entschlossenheit, sich zu positionieren und Dinge aktiv anzupacken um Ergebnisse zu schaffen.
  • A wie Authentizität, die Bestand hat und nicht vorgespielt ist. Als Mensch erkennbar sein.
  • D wie Durchsetzungsvermögen und -willigkeit haben und ggf. zu zeigen, um Regeln, Notwendigkeiten im Alltag wie auch besonderen Situationen vorzuleben und zu gestalten.
  • E wie Empathie für Menschen und ihre Bedürfnisse, Erwartungen, Sorgen haben und zeigen.
  • R wie Richtung anzeigen…wer guidet, lebt Leadership vor und geht in vielem voran.
  • S wie Sicherheit aktiv vermitteln: durch Auftritt, Sprache, Zuverlässigkeit, Können.
  • H wie Hingabe zur Aufgabe und die Bereitschaft sich stark einzubringen.
  • I wie Integrität als Mensch, Vertreter der Company und Bürger zeigen und Menschen sicher machen.
  • P wie Persönlichkeit zeigen, um nicht nur über die Rolle „Guide“ oder andere Rollen, sondern als echte (Führungs)Persönlichkeit zu agieren und voranzugehen.

Diese Aufstellung ist nicht alles…jedoch deckt sie weite Teile der Erwartungen an den Guide oder andere Leadershipler in ihrer Rolle als Vorbild, Macher, Betreuer, Richtungsweisender, Handelnder, Steuermann, Garant ab.

Leadership Ausbildung - Leadership ist oft einer sagt an und einer hört zu.

Leadership ist oft einer sagt an und einer hört zu.

Wichtige Merkmale

Weitere Zauberworte, die leider oft als leere Hülse verschossen werden, sind Motivation, Team, Zusammenarbeit, Respekt, Kreativität u.v.m…was daraus wird, bestimmt sich auch nach Kontext, Ziel, Situation, Mittel, Können und….immer mit einem Quentchen Glück. Wer führt, muss für seine Umgebung erkennbar sein, auch in dem wie er/sie/divers es sieht, was an Füllung da reingehört.

Es ist nie genug, abzuwarten bis mal gefragt wird…die meisten Dinge und Entwicklungen bahnen sich unter „Vorsicht-Weitsicht-Umsicht“ früh an. Die aktive Auswertung von Informationen über Personen, Wünsche und Kenntnisse lässt viele berechtigte „Arbeitsvermutungen“ zu, die dann natürlich aktiv überprüft werden müssen: Eine Person trinkt jeden Tag nach dem Aufstehen 2 Tassen Kaffee und hat aktiven Kontakt mit den anderen Gästen. Abends dasselbe im Camp…am 5 Tag findet das nicht statt. Wer aufgepasst hat und sich verantwortlich fühlt, kann nun zielgerichtet agieren und Leadership leben: Augen aufhalten, Fragen, ggf. reagieren: Gibt es ein Problem? Was ändert sich gerade? Muss ich was tun? Warum trinkt der heute keinen Kaffee…ist er evtl. nicht gut beinander??? Ich prüfe! Gleiches gilt für den plötzlich still werdenden Mitarbeiter im Team….

Leadership Ausbildung - Leadership heißt auch Respekt zu zeigen

Leadership heißt auch Respekt zu zeigen

Leadership….muss man da immer was tun?

Nein, oder anders gesagt: oft ist eine stille Betrachtung von der Seite und ein gezieltes Abwarten die bessere Handlung, als aktivistisch immer einzugreifen, ständig zu reden und alles vorzugeben. Zum Leadership gehört aber auch die didaktische (Vor)Auswertung der Infos, um dann ein für die Gruppe passendes Führungsverhalten zu zeigen! Flapsig gesagt: Wenn ich mit 5 versehrten Einsatzsoldaten eine Wandertour mache, muss ich anders führen, als beim Nonnenkloster auf Betriebsausflug…auch Abteilungen im Betrieb unterscheiden sich. Jede Gruppe hat ihre Regeln (die sich ggf. ab Tag 1 schnell ergeben!) oder bringt welche mit, die sie dann auch leben will. Die Fähigkeit, im rechten Augenblick da zu sein und aktiv zu werden, ist die wohl eigentliche Kunst und je Situation, Mensch und Zielsetzung immer neu und unterschiedlich zu bewerten. Es gibt da im Bereich der Social Skills nun in den wenigsten Bereichen ein klar definiertes Handbuch. Anders als bei den Hard Skills…das Feuer brennt stets nach denselben Regeln und der Kompass zeigt stets nach Norden. Das Seil hat bestimmte Festigkeitswerte und Umgangsregeln damit. Menschen und ihre Bedürfnisse hingegen sind ungleich schwerer zu erkennen. Eine Sache des Guides….Guiding und Leadership lassen Bummeln und nicht aufmerksam sein nicht gut zu. Nicht im Gelände, nicht im Büro.

Leadership Ausbildung - Leadership ist der Leuchtturm für andere

Leadership ist der Leuchtturm für andere

Go’s und No-Go’s

Als Guide steht man in einer von den Gästen freiwillig zuerkannten, sozial deutlich überhöhten Position. Man ist Teil der Gruppe, jedoch anders als der Gast: Man steuert und ist Ansprechpartner. Man ist verantwortlich und wird verantwortlich gemacht. So gibt es auch wie in jedem anderen Führungskontext Grenzen in beide Richtungen, deren Einhaltung die Arbeit mehr als nur erleichtert.

Go’s

  • Höflichkeit
  • Angemessene Sprache
  • Sauberkeit
  • Korrektheit
  • Geduld
  • Entschlossenheit
  • Belastbarkeit
  • Interesse
  • Offenheit
  • Sicheres Auftreten
  • Gute Vorbereitung
  • Flexibilität

No-Go’s

  • Unehrlichkeit
  • Betrug
  • Verspätung
  • Ausreden
  • Unsicherheit
  • Fehler in den Hardskills
  • Naturfrevel
  • Sexismus
  • Rechthaberei
  • Belästigung
  • Sexuelle Annäherungen
  • Schmierige Witze
  • Saufen
  • Drogen

Vieles hiervon gilt auch im Alltag im Büro.

Reizthemen

Mehr noch als vor 10 Jahren sind Themen wie Politik, Sex, Geld und Religion heute stärker emotional besetzte und mit Sprengkraft versehene Themen. Der Guide ist ein Mittler ebenso wie ein Zuhörer, Richtungsweiser oder auch mal Blocker…der Fähigkeit, in einer Mischung aus Deutlichkeit, stiller Zurückhaltung und „nicht alles muss kommentiert werden“ angemessen und passend zu sprechen, kommt besondere Bedeutung zu. Und manchmal auch mit dem wissenden Schweigen, einem Augenzwinkern oder einem inneren, leisen Stoßgebet….:-). So wie der Teamleiter von oben und unten Druck bekommt, geht es auch dem Guide zwischen Veranstalter und Kunden.

Leadership Ausbildung - Leadership heißt Impulse geben

Leadership heißt Impulse geben

Ist Leadership erlernbar?

Ein ganz klares Ja! Sicher, der eine oder andere hat ein besseres Händchen. Aber alles ist trainierbar und wer sich selber regelmäßig prüft, der findet schnell den Dreh raus. Schulungen und Übungen können eine belastbare Grundlage legen, Regelwerke helfen sich zu orientieren und die eigene Beobachtung und Selbstreflexion ist letztlich der größte Wert. Für Guides ebenso wie Chefs.

Von was leben Leadership und Guiding?

Guiding und Leadership leben immer von dem Ineinander greifen aller Zahnräder im rechten Tempo zur rechten Zeit. Und in weiten Teilen von denselben Werten wie der Bürovorsteher, der Schicht-leiter oder Einrichtungsleiter: Vorbild, Offenheit, Fairness, Hilfe und Zusammenarbeit. Wer im Rahmen von Leadership falsch oder zu wenig kommuniziert, wer sich für Probleme im Ablauf oder entdeckte Unmöglichkeiten der Umsetzung nicht interessiert, führt nicht…der knüppelt nur auf Basis seines Ranges, seiner Stellung durch.
Wer seinen Leuten immer nur sagt: dann macht mal,“ ihr kriegt das schon ohne mich hin“ und er Ausführungen nicht kontrolliert, wer sich nicht als Puffer hinstellt, wenn andere Deckung und Für-sprache brauchen…der braucht sich nicht wundern, wenn das Gespräch abebbt, wenn er dazu kommt. Desinteresse ist ebenso fatal wie Gängeln, Ausnutzen, Bedrücken oder Überlasten. Wo das Wort „ich“ zu oft fällt und das Wort „wir“ zu selten zu hören ist, kann nicht von Leadership gesprochen werden.

Jeder, der von Führung und Leadership auch nur eine instinktive Ahnung hat, weiß: Wenn es beim Betreten des Raumes ohrenbetäubend still wird und die Leute zur Seite sehen, dann ist ebenso umgehend, wie auch dauerhaft Leadership gefragt. Und zwar deswegen, weil es wahrscheinlich im Vorfeld nicht genug oder falsch gezeigt wurde. Eine tatsächlich offene Fehlerkultur gehört in diesen Momenten ganz besonders dazu.

Leadership Ausbildung - Leadership heißt Balance erreichen

Leadership heißt Balance erreichen

Und am Ende bewahrheitet sich immer wieder altbekannte Dinge als wichtige Mittel des Leaderships:
Sprechenden Menschen kann geholfen werden…

Wer kein Vorbild sein will, kann nicht führen. Und wer nicht aktiv führt und vorlebt, kann keine Folge aus Einsicht, Interesse und innerer Beteiligung erwarten. Leadership lässt sich nicht erzwingen…so wenig wie Gefolgschaft. Die beiden Teile sind die 2 Seiten der Münze. Der gemeinsame Erfolg ist der schmale Rand, der am Ende alles zusammenhält. Letztlich gilt das in jeder Gruppe in jeder Arbeit.

Und auch Guiding findet nicht nur draußen statt….in jeder Gruppe gibt es einen Guide im Sinne von Vorangeher. Wer diese Rolle als wie auch immer gearteter Verantwortungsträger nicht zu leben bereit ist, lässt das Wort Leadership am besten konsequent aus seinem Vokabular streichen und wundert sich am besten auch nicht, wenn nicht gefolgt wird..:-).

Im Leadership gibt es immer eine große Falle, die stets im Auge zuhalten ist: Wer bestimmt am Ende den Kurs des gemeinsamen Schiffes? Der Kapitän, der ihn anschafft oder der Steuermann, der ihn anlegt und hält? Der eine kann nicht ohne den anderen…..Leadership existiert NUR mit Gefolgschaft. Dies zu vergessen, ist eine große Leadershipfalle.

Und dabei gilt: Vorbild führt.
Dies zu vergessen ist die größte Falle.

Über den Autor

Christoph Maretzek

Christoph Maretzek

Christoph “Zeck“ Maretzek, DiplSozPäd (FH), Jahrgang 1967 ist als leidenschaftlicher Naturfreund seit fast 40 Jahren zu Fuß, mit dem Kanu oder auf Ski, oft auch solo unterwegs. Er ist u.a. als Bergwanderführer (A), Trekking-/WildernessGuide und KanuGuide ausgebildet. Als langjähriger Tourenleiter und Instructor gibt er heute mit Leidenschaft seine Erfahrung und Können in der Guide-Academy-Europe (GAE) weiter. 2003-2018 war er u.a. als Ausbilder und Ausbildungsleiter im damaligen Internationalen Wildnisführerverband (IWV e.V.) in der Wildnisführerausbildung, sowie langjährig als Ausbilder in der Gebirgstruppe der BW tätig. In der von ihm gegründeten Guide Academy führt er mit einem Team von ausgebildeten Spezialisten und geschulten Guides u.a. auch die weiterentwickelten Ausbildungen zum TrekkingGuide, WinterGuide etc. durch. Guides, Privatiers, Teams und Gruppen können sich unter http://trekk-n-guide.eu/ informieren und an Ausbildungen, Trainings und Seminaren teilnehmen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar