ENTSPANNEN SIE SICH, MANN!

Warum ein Klosteraufenthalt das Richtige für Sie sein kann

„Klosteraufenthalt“, das klingt zuerst ein wenig nach Aufstehen um 5 Uhr morgens, beten, den ganzen Tag mit ernst dreinblickenden Typen zu tun und die Bibel als einzige Lektüre zur Verfügung zu haben. Ganz so streng läuft es dann aber doch nicht ab. Außer Sie möchten es. Orden wie die Trappisten oder Zisterzienser sind aus gutem Grund für ihre besonders Lebensweise weit weg der Säkularisierung bekannt. Wenn Ihnen also der Sinn nach Abgeschiedenheit, Ruhe, Meditation und eventuell der Auffrischung des katholischen Glaubensgutes steht, dann sind Sie in Orden wie den beiden oben genannten gut aufgehoben.

Wenn Sie sich allerdings nicht gleich in das frühe Mittelalter zurückversetzt fühlen wollen, keine Lust auf einen allzu streng regulierten Tagesablauf haben, dann stehen Ihnen eine ganze Reihe andere Klöster zur Verfügung. Wie zum Beispiel die Klöster der Benediktiner oder der Kapuziner.

Die haben in jüngster Vergangenheit eine Öffnung hin zu mehr öffentlicher Präsenz erfahren. Die Gründe dafür liegen nicht zuletzt in der Tatsache begründet, dass sich die römisch-katholische Kirche all jenen öffnen möchte, die diese als nur allzu abgeschotteten Verein betrachten.

Dass dieses Angebot sich natürlich an all jene Menschen richtet, die auf der Suche nach Abgeschiedenheit und Auffrischung der geistig-spirituellen Batterien sind, versteht sich von selbst. Tatsächlich kann sich dieses Vorhaben als eine bereichernde, geradezu befriedigende, Erfahrung herausstellen.

Wobei Mann nicht gleich fürchten muss, auf alles Weltliche verzichten zu müssen. Soll heißen, man ist nicht verpflichtet, sein bisheriges Menschsein beim Eingang an der Klosterpforte abzugeben.

Sie müssen kein Mönch werden

Eher das Gegenteil ist der Fall. Denn bei einem Klosteraufenthalt geht es genauso um das Mitbringen dieses Menschen, genauso wie um das (zumindest teilweise) Loslösen von allem weltlichen. Welches, kaum jemand wird dem widersprechen können, eine mehr als wohltuende Wirkung zeigen wird.

Nun werden Sie sich fragen, wie so ein Klosteraufenthalt, eine Auszeit hinter Klostermauern, eigentlich aussieht. Was braucht es, was muss man mitbringen? Müssen Sie dafür gläubig, Christ, beides zusammen sein? Müssen Sie alle Gebete aus dem Effeff können? Sich sämtlicher liturgischer Gesänge erinnern? Nichts davon ist der Fall.

Die Klöster, die zur Auswahl stehen, erwarten keineswegs, dass DER perfekte Katholik durch ihre Klostermauern schreitet, um am nächsten Tag in den Orden einzutreten. Vielmehr soll Ihnen die Möglichkeit geboten werden, Abstand von Ihrem bisherigen Leben zu nehmen.

Abstand von den übermäßigen Anforderungen, die Ihnen ein Brandzeichen auf Ihrer seelisch-geistig-spirituellen Landkarte hinterlassen haben. Ein wesentlicher Aspekt eines solchen Aufenthaltes hinter Klostermauern besteht darin, Zeit wieder als etwas anderes anzusehen, als etwas, das nur dazu benutzt werden kann, um gefüllt zu werden.

So kommen Sie ins Kloster

Zeit hinter den Mauern eines Klosters besitzt eine andere Bedeutung. Eine, die für Sie, so Sie sich für einen solchen Klosteraufenthalt entschließen, wieder Klarheit schaffen dürfte. Was haben Sie also zu erwarten, nachdem Sie durch eine der Pforten gehen (Wobei viele Klöster durch eine ganz normale Tür mit Videoanlage, Zahlenschloss betreten werden können)?

Der Regelfall sieht so aus, dass Sie sich mit Ihrer Diözese in Verbindung setzen. Diese wird Ihnen das „System-Klosteraufenthalt“ vorstellen und Ihnen mehrere Orte vorschlagen. Woraufhin Sie eines oder auch mehrere zum Zweck des gegenseitigen Kennenlernens besuchen.

Dabei vereinbaren sie die Dauer Ihres Aufenthaltes und werden über die Rahmenbedingungen informiert. Planen Sie einen längeren Aufenthalt, verlangt es der Gesetzgeber, dass Sie eine gewisse finanzielle Zuwendung für Ihre Mitarbeit erhalten.

Damit soll ein eventuell finanzieller Hinderungsgrund ausgeschlossen werden. Die Höhe dieser finanziellen Zuwendung beläuft sich normalerweise (abhängig von der Tätigkeit und der Arbeitszeit) auf etwa 400 Euro. Zuerst jedoch können Sie darauf vertrauen, freundlich, geradezu herzlich begrüßt zu werden.

In den meisten Fällen wird Ihnen eine Art Betreuer zur Seite gestellt, der Sie während Ihres gesamten Aufenthaltes begleiten wird. Im Allgemeinen bezieht man ein recht angenehmes Einzelzimmer, welches über jeden Komfort verfügt.

Zwar werden Sie in den wenigsten Fällen eine Badewanne mit Whirlpool vorfinden, aber, seien wir ehrlich: Mann duscht! Abhängig davon, für welchen Orden Sie sich entschieden haben, wird man von Ihnen erwarten, sich dem Rhythmus des Ordens anzupassen.

Kloster ist kein Gratisurlaub

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie zum Beispiel an allen Gebetszeiten teilnehmen, 8 Stunden am Tag arbeiten und zur wöchentlichen Beichte erscheinen müssen. Ein Zweck Ihres Klosteraufenthaltes soll auch darin bestehen, Ihnen Ihre Ruhe und Gelassenheit wieder zu beschaffen. An dieser Stelle soll erwähnt sein, das ein solcher Klosteraufenthalt nicht mit einer Art Gratisurlaub verwechselt werden darf. Dafür gibt es tatsächlich Klöster, die sogenannte Klosterurlaube anbieten.

Dagegen bietet das „Kloster auf Zeit“, wie es bezeichnet wird, die Möglichkeit, in einem Kloster mit zu leben, mit zu arbeiten, um sich körperlich, seelisch, spirituell und geistig von einer Welt zu erholen, die all dies nicht oder kaum erlaubt hat. Dabei ist der zeitliche Rahmen sehr flexibel. So kann ein Aufenthalt in einem Kloster zwischen wenigen Wochen aber auch bis zu einem Jahr betragen.

 

Mann entdeckt wieder, dass er, entgegen der allgemeingültigen gesellschaftlichen Männerregeln, auch oder erst recht dann wieder Mann sein kann, wenn er Zeiten der Reflektion und der Zurückgezogenheit in seinem Leben erlaubt. Ein Klosteraufenthalt bietet dazu reichlich Gelegenheit.

Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Thema “Meditieren wie ein Krieger”.

Headerbild: Free-Photos auf Pixabay

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