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Der Winter steht vor der Tür – Das Kaminholz auch?

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und wer noch nicht damit begonnen hat sein Kaminholz fachgerecht vorzubereiten, wird im Winter kalt erwischt werden. Dies ist ein Gastbeitrag von Thorsten Beyer, Redakteur beim führenden Kaminofen Händler Kamdi24.de. Er ist leidenschaftlicher Kamin-Fan und Experte auf dem Gebiet des Heizens mit Holz.

Kaminholz richtig vorbereiten

Bei der Lagerung von Brennholz für den Kamin kommt es darauf an, das Holz richtig zu stapeln und trocken zu lagern. Dann steht später Qualitätsholz zum Verbrennen im Kamin zur Verfügung. Holz wird meist sofort nach dem Einschlag gespalten. Für Brennholz werden die Stämme auf Scheitstärke in ein Meter lange Stücke halbiert. Vor Beginn der Heizsaison können die Holzstücke in 33 Zentimeter lange Scheite klein gesägt werden. Zum Spalten von Holzscheiten eignet sich eine Spaltaxt oder ein Spalthammer. Wer eine große Menge Brennholz spalten will, kann sich die Arbeit mit einer hydraulischen Spaltmaschine erleichtern.

Spaltaxt

Wie wird Holz gestapelt?

Brennholz für den Kamin kann sowohl im Innen- und Außenbereich gelagert werden. Neben seiner praktischen Aufbewahrungsfunktion besitzt ein Holzstapel auch optische Vorteile. Exakt aufeinander gestapeltes Holz sorgt am Kamin für eine gemütliche Atmosphäre, während der Brennholzstapel neben dem Haus ansprechend aussieht. Die Qualität des Holzes wird in hohem Maße durch die richtige Lagerung bestimmt. Nach dem Schlagen und dem Zusägen der Holzstücke muss das Kaminholz getrocknet werden. In der warmen Jahreszeit kann das Brennholz im Freien gestapelt und getrocknet werden. Im Herbst und im Frühling wird das Holz vor Regen, Nässe und Schnee geschützt unter einem Holzvorstand außen am Wohngebäude aufbewahrt. Wenn kein Holzvorstand vorhanden ist, kann das Brennholz auch mit Abdeckplanen oder Wellblechen vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

Die Wahl des idealen Standortes

Brennholz für den Kamin wird durch Sonne und Wind auf natürlich Weise getrocknet. Einer Schimmel- und Pilzbildung wird dadurch vorgebeugt. Mit der Auswahl des passenden Standortes kann der Trocknungsvorgang beschleunigt werden. Das Brennholz sollte so aufgeschichtet werden, dass die Oberflächen möglichst viel Sonne und Wind erhalten. Nasses Holz wird locker gestapelt, damit der Wind von allen Seiten Zugang zum Holz hat und zwischen die einzelnen Holzstücke und in die Ritzen gelangt. Allerdings sollte der Holzstapel nicht zu locker aufeinandergeschichtet werden, damit er nicht zusammenfällt. Innenbereich und Kellerräume sind zum Trocknen von Holz nicht geeignet. Kaminholz sollte erst im Wohnzimmer gestapelt werden, wenn es bereits getrocknet ist und einen Feuchtigkeits-Prozentsatz von weniger als 18 Prozent aufweist. Sonst kann sich in den Räumen Schimmelpilz bilden.

Kaminholz

Freistehender Rundstapel oder dekorativer Holzstapel?

Durch das richtige Stapeln trocknet das Brennholz besser. Viele Menschen haben den Ehrgeiz, einen besonders schönen Holzstapel aufzubauen. Ein stabil stehender Holzstapel wird beim Aufschichten von Holz an einer Wand erreicht. Zu den beliebtesten Stapel-Möglichkeiten zählt der freistehende Rundstapel, der auch als Holzmiete bezeichnet wird. Das Holz wird dabei dekorativ und platzsparend aufeinandergestapelt. Krumme Holzstücke können in der Mitte platziert werden. Das Regenwasser läuft bei einem exakten Rundstapel an den Außenseiten ab. Eine Überdeckung wird deshalb nicht benötigt. Ein Rundstapel ist nicht einfach aufzubauen und wenn einige Holzstücke in sich zusammenfallen, fällt der gesamte Stapel um.

Für einen Rundstapel wird zunächst ein kreisförmiges, waagerechtes Fundament gelegt. Der Holzstapel wird in der Form eines stabilen Zylinders aufgebaut, während die Mitte mit krummen Holzstücken aufgefüllt wird. Dadurch erhält der Holzstapel seine hohe Stabilität. Wenn der Rundstapel auf eine Höhe von mindestens einem Meter herangewachsen ist, sollten die Holzstücke Schicht für Schicht mehr in die Mitte gelegt werden. Die letzte Schicht eines Rundstapels besteht aus einer Lage mit Brennholz-Rinde, wobei die Rinde nach oben zeigt.

Eine klassische Methode zum Brennholz-Stapeln ist der Reihenstapel, der nicht nur dekorativ aussieht, sondern außerdem eine hohe Luftzirkulation ermöglicht und damit die besten Voraussetzungen zum optimalen Trocknen schafft. Damit das Holz leichter trocknet, sollte zwischen der Hauswand und der Rückseite des Stapels ein Abstand von fünf bis fünfzehn Zentimetern bestehen. Dadurch kann die Luft besser zirkulieren und das Holz trocknet schneller. Nach einer Trocknungszeit zwischen einem und zwei Jahren hat das Kaminholz die ideale Qualität und einen optimalen Heizwert erreicht. Es empfiehlt sich, Brennholz nicht länger als vier Jahre zu lagern. Danach verringern biologische Abbauprozesse den Heizwert, denn die gasreichen Bestandteile des Holzes haben sich im Laufe der Zeit verflüchtigt.

Wie wird ein Holzstapel vor Feuchtigkeit geschützt?

Ein Holzstapel muss vor Feuchtigkeit und Nässe durch Regen und ebenso vor Bodenfeuchtigkeit geschützt werden. Die Feuchtigkeit von unten wird von feuchter Erde und Pflanzen abgegeben. Deshalb ist es wichtig, einen Holzstapel vor Durchfeuchtung aus dem Erdreich zu schützen. Durch das Unterlegen von Holzplanken oder Sparren wird der Holzstapel wirksam geschützt. Wellbleche wärmen sich durch die Sonne auf und geben die Wärme an das Holz ab. Als Dach für den Holzstapel eignen sich ebenfalls Plastik- oder Abdeckplanen. Der Stapel sollte jedoch nicht vollständig in Plastik eingepackt werden, da sich sonst Schimmel und Pilze bilden.

Gestapeltes Kaminholz

Die richtige Lagerung von Kaminholz

Das getrocknete Kaminholz sollte bis zur Verwendung möglichst an einem trockenen und gut belüfteten Ort gelagert werden. Ideal ist eine Hauswand mit Süd-Ausrichtung (Südseite). Kellerräume sind nur bedingt zur Aufbewahrung von Brennholz geeignet. Im Keller wird nur Brennholz mit einer geringen Restfeuchte gelagert, sonst bildet sich rasch Schimmel und Fäulnis im Holz. Eine gute Durchlüftung der Holzscheite ist bei der Lagerung von Kaminholz sehr wichtig.

Zur Lagerung von Kaminholz eignen sich spezielle Kaminholzregale, die in Baumärkten und im Fachhandel erhältlich sind. Das Brennholz sollte vor der Lagerung bereits in ofengerechte Holzstücke zerkleinert werden. Eine gute Brennqualität weist Kaminholz mit einer Restfeuchte von unter 20 Prozent auf. Die Lagerungsstätten für Brennholz im Außenbereich eignen sich ebenfalls als praktischer Sichtschutz. Ein Holzstapel im Freien dient vielen Tieren als Nistplatz oder Unterschlupf im Winter. Die Qualität des Brennholzes wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Kaminholz kaufen

Wer Brennholz für den Kamin nicht selbst trocknen möchte oder keinen Platz für einen Holzstapel besitzt, kann Kaminholz auch kaufen. Fachhänder bieten Brennholz für den Kamin in unterschiedlichen Größen an. Der Käufer sollte sich vorher über die aktuellen Brennholzpreise informieren und darauf achten, dass er hochwertiges und trockenes Kaminholz erhält. Mit einem im Handel erhältlichen Feuchtmessgerät lässt sich der Feuchtigkeitsgehalt des Brennholzes zuverlässig bestimmen. Abhängig von der Holzart und der Jahreszeit fällt der Feuchtigkeitsgehalt unterschiedlich aus.

Die Holzfeuchtigkeitsmessung wird als eine Widerstandmessung zwischen zwei Elektroden durchgeführt. Anschließend rechnet das Gerät den Widerstand auf einen Holzfeuchtigkeitswert in Prozent um. Bei einem Feuchtigkeitwert von über 24 Prozent eignet sich das Holz durch seine Nässe noch nicht zur Verbrennung im Kamin. Ideal ist ein Holzfeuchtigkeitswert von 20 Prozent oder weniger. Beim einem Feuchtigkeitswert der niedriger als 12 Prozent ist, wird davon ausgegangen, dass Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft wiederaufgenommen wird. Wenn das Brennholz im Kamin im Sommer gekauft wird, sind Werte zwischen 25 und 30 Prozent normal. Dann muss das Holz getrocknet werden, damit es im Winter im Kamin verbrannt werden kann.

 

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix "Ex-", wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.