Wenn man den Bollinger B1 zum ersten Mal sieht, fühlt man sich sofort an den Land Rover Defender oder einen Humvee erinnert. Aber das kantige Retro-Designs täuscht: Dieser Elektro-SUV steckt unter der Haube voller modernster Technik, die einen traditionellen Verbrennungsmotor mehr als überflüssig macht. Wir haben ein paar Daten und Fakten zu dem Elektro-Monster zusammengetragen.

Design: Retro

Wer schön geschwungene Linien und ein rundes Design erwartet, dem wird hier von Bollinger Motors auf die Pupille geboxt: Der Bollinger B1 besitzt -trotz aller Innovation- ein eckiges & kantiges Alu-Chassis in Gunhouse Grey, das eine eindeutige “No Bullshit”-Message verbreitet. Die wird auch durch die Länge von 3,81 Meter, die Breite von 1,94 Meter und die Höhe von 1,87 Meter unterstützt.

Leistung

Unter der Haube zeigt der Bollinger B1 erst wie brachial er wirklich ist: 360 PS bei 472 Nm Drehmoment schieben ihn von 0 auf 100 in 4,5 Sekunden. Damit erreicht er eine Spitzengeschwindigkeit von 204 km/h. Die vierfach versiegelten Batterien füttern zwei Elektromotoren, von denen jeweils einer auf einer Achse sitzt, und gewährleisten permanenten Allradantrieb in jeder Situation.

Der Bollinger B1 - Interieur

Reichweite

Momentan sind die Akkus des Bollinger B1 in zwei Versionen geplant: Ein 60 kWh-pack mit einer Reichweite von 120 Meilen (193 km) und ein 100 kWh-Pack mit einer Reichweite von 200 Meilen (322 km). Das liegt unter dem was beispielsweise Tesla zu bieten hat. Die Aufladung erfolgt an einer ganz normalen 110- oder 220-Volt-Steckdose. Durch die Verwendung des CHAdeMO-Schnelllade-Protokolls sollen die Akkus innerhalb eine Stunde wieder auf 80% der Gesamtleistung gebracht werden.

Lange Federwege, der tiefe Schwerpunkt, die gute Gewichtsverteilung sowie große Offroadreifen und die hydropneumatische Federung, mit der die Bodenfreiheit zwischen 25 und 50 cm verstellt werden kann, gewährleisten ein angenehmes Fahrgefühl on- wie offroad.

Beladung

Hier wird es interessant. Der Bollinger B1 selbst besitzt ein Gesamtgewicht von ca. 1,8 Tonnen. Das ermöglicht laut Hersteller eine Zuladung von 2,8 Tonnen. Wow! Der Bollinger B1 hat zudem einen Vorteil, den andere Geländewagen nicht haben: Man kann lange Gegenstände (z.B. Latten, Holzbalken, etc.) bis zu einer Länge von 3,80 Meter innerhalb des Fahrzeugs laden. Oder längeres sogar über die Fahrzeuglänge hinaus. Möglich macht das die innovative Frontdurchreiche. Da die Akkus, die Front- und Heckmotoren und das Power Management System im Unterboden zwischen den Chassis-Längsträgern verbaut wurden, gibt es im Fahreraum und unter der Haube reichlich Platz.

Und wem das nicht reicht, der kann die hinteren Sitze an den Seitenwänden hochklappen oder ganz ausbauen.

Interieur

Platz bietet das in Hobart, New York entwickelte Fahrzeug für vier Personen. Die müssen allerdings auf einiges an Design-Schnickschnack und Sicherheitsausstattung wie z.B. Airbag verzichten. Ein großer Teil der Innenflächen wurde schwarz lackiert und nur das Lenkrad und die Sitze haben Lederbezüge. Neben einem Dreispeichenlenkrad, einem Stangenschalthebel und ein paar analogen Rundinstrumenten befindet sich noch ein Radio in auf dem Armaturenbrett. Der Bollinger B1 setzt innen wie außen weniger auf modernes Design als auf Funktionalität. Deshalb kann er, wenn er innen mal richtig dreckig geworden ist, auch mit dem Schlauch ausgespritzt werden. Nur die Ledersitze sollten Sie verschonen.

Der Bollinger B1: Preis & Verfügbarkeit

Was der Bollinger B1 kosten soll ist noch nicht bekannt. Der Hersteller hat allerdings ein von Tesla bekanntes System übernommen: Ab 2018 werden Vorauszahlungen in Höhe von 1000 Dollar entgegen genommen. Reservieren kann man ihn über die Webseite des Herstellers allerdings schon jetzt. Über 500 000 Menschen haben das bereits getan. Geplante Auslieferung an den Kunden – ohne Umweg über Vertragshändler- soll dann 2019 sein.

Jetzt mal ehrlich: Wäre dieses Elektro-Monster nicht auch etwas für Sie?

Bildnachweis: Bollinger Motors

Über den Autor

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix "Ex-", wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.

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