MANN ZWISCHEN FAMILIE UND GLAUBE

Wie ist Ihre Position?

Um zwei so komplexe Fragen, nämlich wie der Mann von heute zu Familie und Glaube steht, beantworten zu können, bedarf es zuerst einer Definition. Was definiert den Mann von heute in Bezug zu Familie und Glaube? Tatsache ist doch, dass sich dieses Mann-Sein schwerlich in ein Alterskorsett zwängen lässt. Denn, machen wir uns nichts vor. Der eine (Mann) ist bereits mit 25 einer, während ein anderer, der bereits das 50. Lebensjahr erreicht hat, noch immer auf der Suche seiner Gonaden ist. Mit der Wahrscheinlichkeit, dass er diese bis zu seinem Ableben nicht finden wird.

Gottgefällig? Wirklich?

Wie sieht das Verhältnis vom Mann-Sein in Bezug auf den Glauben aus? Damit gemeint der Glaube an einen Gott, der so gerne von Kirchen gepredigt und präsentiert wird. Jener Gott, der, so wie es scheint, sich schon vor langer Zeit verabschiedet hat.

Selbst wenn man so wagemutig sein möchte, um an diesen Gott zu glauben, der sich in zunehmenden Maße als menschliches Konstrukt herauszustellen scheint, stellt sich immer noch die Frage, ob es noch einem Mann-Sein entspricht, sich auf diesen, so er existiert, zu verlassen.

Betrachten wir doch einmal die Verhaltensweisen jener Männer, die am Sonntag und an sonstigen Tagen in die Kirche watscheln.

Zwischen Familie und Glaube - Alter Mann auf Kirchenbank
Bild: Stefan Kunze on Unsplash

Da wird brav das Vater Unser gebetet, sich hingekniet und seine Schuld bekannt. So weit so gut und soweit reicht dann auch noch das Mann-Sein.

Hat man aber Gelegenheit sich diese Männer ein bisschen näher anzusehen, sprich Einblick in deren außer-kirchliches Leben zu erhaschen, werden wir einen Menschen kennenlernen, der vom Glauben und damit von einem Gott-gefälligen Leben so weit entfernt ist, wie Satan vom Bad im Weihwasserbecken.

Stellt sich da nicht die Frage ob und überhaupt der Mann von heute, in der Hauptsache einer religiösen Tradition nachgeht, welches aber noch lange nicht den Beweis mit sich bringt, dass Glaube gelebt wird.

Interessanterweise ist das gerade genannte Phänomen vor allem bei älteren Männern, also 50 plus, zu beobachten. Einer der Gründe mag in der traditionellen Erziehung dieser zu finden sein. Sie wurden von den Großeltern, manchmal auch noch von den Eltern dazu angehalten schön brav in die Kirche zu gehen, um sich den Sanctus abzuholen. „Weil man das halt so macht“, hat Man(n) das dann eben beibehalten.

Was aber noch lange kein Beweis dafür ist, dass diese Generation dem Glauben besonders nahesteht oder sich gar verpflichtet fühlt.

Zwischen Familie und Glaube - Kleinfamilie draussen
Bild: Canva Photos Unlimited

Ganz zu schweigen von den damit einhergehenden „Verpflichtungen“, soll heißen dem Halten der Gebote. Und wer soll es Ihnen verübeln. Zeigen doch die Hüter der Gemeinde, Pfarrer, Pastoren und Prediger, dass es auch anders geht. Nämlich ohne dem Einhalten irgendwelcher Vorschriften, die, so scheint es, ohnehin nicht einzuhalten sind.

Die jüngeren Männer sind anders

Erstaunlicherweise sieht es bei den jüngeren Generationen ein wenig anders aus. Jüngere Männer, von denen nicht wenige in Glaubensgemeinschaften aktiv tätig sind, versuchen zumindest, ein Leben nach dem Glauben auszurichten.

Wobei es bei diesen weniger darauf ankommt, bestimmten traditionellen Riten, sprich starren religiösen Vorgaben, zu folgen als Glauben tatsächlich zu leben. Wer es nicht glaubt, der möge sich all jene freikirchlichen Gemeinschaften ansehen, die einen derart regen Zulauf an jungen Männern (und Frauen) verzeichnen, wie die römisch-katholische Kirche Austritte zu beklagen hat.

Wobei das, hier nur am Rande bemerkt, der römisch-katholischen Kirche nur guttun kann. Wusste nicht schon Paracelsus, dass man ein Eitergeschwür entfernen musste, um den ganzen Körper wieder heil werden zu lassen? Glaube allein reicht also schon lange nicht mehr aus.

Zwischen Familie und Glaube - Junger Mann betet über Bibel
Bild: Canva Photos Unlimited

Erstaunlich ist auch, dass bei der jüngere Männergenerationen, die einer modernen, weil glaubwürdigeren Form eines Gottes vertraut, der Wert der Familie ebenso eine wesentlich höhere Stellung einnimmt als bei Älteren.

Ältere „halten zwar die Stellung“, teils aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus, teil aus reiner Bequemlichkeit, sind aber im Grunde so absent, wie jener Gott, der von kirchlichen Würdenträgern hausgemacht wurde. Muss da wirklich noch die Frage nach Wertigkeit gestellt werden?

Gemischte Problematik, einfache Lösung

Die Problematik stellt sich aber, wieder einmal, als gemischt heraus, während die Lösung des Ganzen sich eher einfach ausmacht.

Um der Verwirrung ein Ende zu setzen (welche bei jenen herrscht die entweder der traditionellen Glaubensform anhängen, als auch bei jenen, die modernen Versionen nachhängen), wäre der Mann von heute, egal welchen Alters, gut beraten, sich wieder seines Mannseins bewusst zu werden.

Anstatt sich in die Hände eines Gottes, eines Glaubens (welcher Couleur auch immer) zu begeben, in der Hoffnung das „dieser es schon richten wird“.

Zwischen Familie und Glaube - Junge Familie in Küche
Bild: Canva Photos Unlimited

Um sich am Ende als Mensch und als Mann wiederzufinden, der, wie schon die Generationen zuvor mit der Tatsache konfrontiert wird, dass er seine Verantwortung an etwas oder jemand abzugeben versucht hat.

Der aber als Gegenleistung keineswegs zugesagt hat, dass er dessen Job erledigen wird. Umdenken heißt also die Devise. Anstatt sich zurückzulehnen und jemand anderen den Job machen zu lassen, bedarf es wieder eines Typen von Mann, der die Backen zusammenkneift, sich seiner Verantwortung bewusst ist und dafür sorgt, dass alles im Lot ist.

Glaube an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten, vereint mit der Bereitschaft, die eigenen Hacken in den Boden zu rammen, wird dafür sorgen, dass das eigene als auch das Leben der Familie so verläuft, wie Mann sich das wünscht.

Headerbild: Annie Spratt auf Unsplash

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