Ratgeber

Alles auf Anfang…

Auch die zweite Ehe geschieden? Der neue Job hat nicht das gehalten, was er anfänglich versprochen hat, und der erneute Versuch, die Finger vom Alkohol oder einer anderen „stimulierenden“ Substanz zu halten, war genauso wenig vom Erfolg geprägt? Reden wir in diesem Artikel einmal vom “Versagen”!

Vielleicht kommt noch die Tatsache dazu, dass sich die neue Flamme (wieder einmal) als Shopping Queen oder Scam-Luder entpuppt hat. Gratuliere! Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Sie gehören ab sofort und überhaupt zu jener Gruppe von Männern, die wieder einmal, „versagt“ haben. Zumindest möchte es einem das eigene Ich oder die Gesellschaft weismachen. Aber um es realistisch zu sehen: “Wen kümmert’s?” Und, wer sagt, dass Erfahrungen machen als Pleite angesehen werden darf?

Alles auf Anfang - Der Kreideschriftzug "Failure" auf einer Tafel
Bild: Gerd Altmann from Pixabay

Hauptsache, man kriegt die Sache (“Leben” genannt) noch in diesem Leben in den Griff! Wie das funktionieren kann, liebe Männer, sehen Sie im Folgenden.

Ihre bisherige Geschichte kann nicht unbedingt zu jenen gezählt werden, die als „Best Living Performance“ einen (wie auch immer gearteten) Preis erhalten würde? Aber wie gefragt: „Wen kümmert’s?“ Bis auf diejenigen, die einen guten Teil ihres Lebens damit verbringen, andere mit dem großen „L“ zu bedenken. Welches ab sofort zu den geringsten, weil nichtigsten Problemen zählen sollte.

Womit wir auch schon bei einem der Hauptprobleme angelangt wären: Des sich darüber Gedanken machen, was und wie andere über Sie denken. Behaupten Sie jetzt nicht, dass Ihnen das ohnehin egal sei! Denn, Fakt ist, dass wir dieses „… das was die anderen denken“, schon vonseiten der lieben Eltern, von Kindesbeinen an, eingeimpft bekommen haben. Was Sie, sich mit eingeschlossen, dann zum Richtstab für Ihr bisheriges Leben auserkoren haben. Völlig zu Unrecht, wie wir wissen. Denn damit haben Sie anderen Macht über Ihr eigenes Leben gegeben.

Alles auf Anfang - Gesichtshälfte eines Mannes, der schwitzend mit verzweifeltem Blick zur Seite starrt
Bild: andreas160578 auf Pixabay

Ungefragterweise noch dazu. Sie haben sich damit dem Urteil anderer ausgesetzt. Selbst Druck aufgebaut, welchen Sie dann mit Gevatter Alkohol oder der (verheirateten) Nachbarin wieder abbauen wollten. Druckabbaumittel die, wie Sie wissen, wenig Erfolg brachten. Um dann irgendwann Bekanntschaft mit überfüllten Praxen von Psychotherapeuten und Kliniken zu machen. Oder einem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt, falls der Ehemann der Nachbarin dahinter kam! Dass dem nicht so sein muss, ist auch Ihnen klar. Auch oder erst recht, wenn Sie die 40 oder 50 überschritten haben.

Es geht auch anders!

Ohne Alkohol oder seltsamen pseudo- medikamentösen Gaben und ohne Nachbarin. Vor allem aber: Ohne Druck. Umdenken ist also angesagt. Damit kommen wir aber zu einem der härtesten Dinge überhaupt. Wie soll man plötzlich von einem auf den anderen Tag umdenken? Waren doch auch Sie es von jeher gewohnt, immer eine gute Figur abgeben zu müssen. Um vor anderen gut dazustehen. Diesem masochistischen Druck-Gebaren dürfen Sie getrost Lebewohl sagen. Kein „den Erwartungen der anderen entsprechen“, kein „ich darf keine Schwäche zeigen.“ Damit nehmen Sie von einer gesellschaftlichen Angewohnheit Abschied, die mitverantwortlich für das Scheitern war.

Also, alles auf Anfang!

„Beat yourself up“

Zugegeben, ein weiterer Anglizismus. Er passt aber so schön. Und er entspricht einer der typischen Irrmeinungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Um die nächste
Generation an gescheiterten Männern zu züchten. Von den vorangegangenen und der gegenwärtigen Männergesellschaft, wird „man“ vor allem dann als Mann betrachtet, wenn man sich aufarbeitet. Soll heißen, 60, 70 oder mehr Stunden die Woche im Büro (oder sonst wo) ranklotzen, um nach Feierabend, der für gewöhnlich viel zu spät ausfällt, in die Squash Halle zu gehen, um sich auch noch den letzten Funken Energie aus dem Leib zu dreschen. Weniger wird von „man/Mann/Frau“ nicht geduldet.

Alles auf Anfang - Kaffee, der in eine Tasse mit der Aufschrift "Ugh" gegossen wird
Bild: Nathan Dumlao on Unsplash

Wobei wir bei jenem Thema, angekommen sind, dass unter dem Synonym „man“ bekannt ist. Wie schon etwas weiter oben angesprochen. „Man“ interessiert Sie nicht mehr! Es darf, soll, muss keine Rolle mehr für Sie spielen was „man“ von Ihnen, denkt, erwartet und glaubt. Diese drei waren mit dafür verantwortlich, dass Sie zum wiederholten Male auf die viel zitierte Nase gefallen sind.

Sie glauben das nicht? Versuchen Sie es anders herum! Sie werden sich wundern, was Sie alles im ausgeruhten Zustand zustande bringen.

„Aber, in meinem Alter!“

Das Erstaunliche an der heutigen Männergesellschaft ist, dass sie noch immer mit einer Mär kämpfen muss, mit der bereits deren Großväter zu kämpfen hatten. Begonnen bei den heute Mit-Dreißigern bis hin zu den Mit-Fünfzigern und älter, kursiert nach wie vor die Einstellung, dass sich das Leben bereits vor langer Zeit entschieden hat. So zum Beispiel, dass wenn man einmal einen Beruf erlernt hat, diesen auch weiterhin auszuüben hat. Dass man eine Partnerschaft, nachdem sie schon mal 10 Jahre Bestand hat, nicht auflöst. Auch wenn diese schon vor geraumer Zeit aufgehört hat, zu existieren. Dass man/Mann nicht noch mal von vorne anfangen kann. Um dann irgendwann zur Einsicht zu gelangen, dass es aller Wahrscheinlichkeit besser gewesen wäre, hätte man den viel besungenen Schnitt durchgeführt.

Alles auf Anfang - 4 Menschen mit Schildern vor den Gesichtern, auf denen grüne Häkchen zu sehen sind. Nur eine Farbige hält mit ernster Miene ein Schild mit einem roten X vor der Brust
Bild: rawpixel auf Pixabay

„Jetzt aber ist es zu spät!“ Ein Satz der quer durch alle Lande, eher gedanklich und daher nicht umgesetzt, gefunden wird. Bis es dann wirklich „zu spät“ ist. Bis auch der zweite Bypass nichts mehr bringt. Die Partnerschaft nur mehr aus floskelhaften, mitleiderregenden Zufallsunterhaltungen und das Miteinander mehr einem losen Bündnis besteht, als aus einer wahren Partnerschaft.

Liebe Männer! Nichts ist zu spät! Alles geht noch mal von Anfang an. Es spielt keine Rolle wie alt, jung, groß oder klein Mann ist. Oder um es sprichwörtlich auszudrücken: „Ausreden sind des Mannes Tod!“

Alles Neu oder alles beim Alten?

Sie erkennen sich in dem einen oder anderen Fall wieder? Denken aber, dass alles nicht so schlimm ist oder „es schon wieder wird“? Weil Sie schon wieder überlebt haben?

Nur um das Überleben geht es aber nicht.

Es geht darum zu leben!

Denken Sie, wenn nötig, neu! Tatsache ist, dass Pleiten, Pech und Pannen, besonders zum Männerleben dazugehören. Diese sind ein fester Bestandteil und gehören genauso dazu, wie die Bundesliga am Samstag. Deswegen gehören Sie noch lange nicht zur „L-Gruppe“. Zu dieser gehören sie erst dann, wenn Sie aufgehört haben, sich selbst jenes Maß an Achtung, Respekt und Liebe zu zollen, das nur von Ihnen selbst kommen kann.

Headerphoto: DESIGNECOLOGIST on Unsplash


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Über den Autor

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Helmut Götz

Abitur in Wien, Kochlehre bei E. Witzigmann und Hans Haas, BWL Studium in München, Masters in Sydney (Master Theme-Startup Techniques), F&B Managament für Sheraton, Hilton und Merivale Group im Weinviertel lebend, wo ich gerade einen Weinkeller zum neuen Zuhause umbaue, glücklich geschieden und Vater zweier Katzenkinder!

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