Abenteuer & Reise

5 Abenteuer auf Gran Canaria

Gran Canaria – eine der sieben kanarischen Inseln, die sich 210 km westlich vor der Küste Südmarokkos aus dem Atlantik erheben. Durch ihr ganzjährig angenehmes Klima hat sie bei Hotelurlaubern längst Gefallen gefunden und dient vor allem in den kalten Wintermonaten gerne mal als warmer Zufluchtsort – verständlich! Aber auch für abenteuerlustige Draufgänger und Outdoorer hat die Insel einiges im Repertoire, zumal sich die Sonne anbetenden Touristenmassen fast ausschließlich im Süden aufhalten und so der Rest der Insel für Abenteuer und Action reserviert ist. Vor ein paar Wochen war ich (Jannik) erst selbst dort und habe die Insel erkundet, sodass ich Ihnen jetzt mit gutem Gewissen fünf Abenteuer vorstellen kann, die Sie in jedem Fall machen sollten, wenn Sie sich auch mal dorthin verirren. Zum Nachahmen empfohlen!


Inhaltsverzeichnis:

1. Pico de las Nieves
2. Roque Nublo
3. Presas de las Niñas
4. Playa de Güi Güi
5. Naturpark Tamadaba


1. Pico de las Nieves

Zugegeben, der Pico de las Nieves ist keinesfalls das Highlight schlechthin auf Gran Canaria. Dennoch stellt er mit seinen 1949 Metern die höchste Erhebung der Insel dar und ist zudem sehr einfach zu erreichen. Eine Straße schlängelt sich ihren Weg den Berg hinauf, sodass Sie sogar bequem mit dem Auto dorthin hingelangen könnten. Aber der Abenteurer in Ihnen nimmt den Weg natürlich zu Fuß auf sich! Auch wenn es durchaus schönere Wanderungen gibt, so ist die Aussicht am höchsten Punkt der Insel doch sehenswert! Und sind wir doch mal ehrlich: es klingt immer gut, wenn man von sich behaupten kann, schon einmal auf dem höchsten Punkt eines Landes bzw. einer Insel gestanden zu haben. Wer noch einen drauflegen möchte (und das empfehle ich!), übernachtet nur 100 Meter tiefer auf dem Campingplatz Llanos del Salado. Doch Achtung: hier gibt es weder Wasser noch Toiletten- oder Waschhäuschen und für die Übernachtung braucht man eine Genehmigung der örtlichen Behörde. Es handelt sich hierbei eher um eine Fläche, die zum Zelten benutzt werden darf, aber es lohnt sich definitiv!

 

2. Roque Nublo

Wir steigern uns langsam, doch bevor wir zu den absoluten Geheimtipps kommen, gibt es nochmal einen Klassiker: Der Roque Nublo (span. “Wolkenfels”) liegt nur vier Kilometer westlich vom Pico de las Nieves entfernt und kann somit auch direkt im Anschluss besichtigt werden. Die Wanderung zum Wahrzeichen der Insel ist nicht sonderlich schwer und erfordert kein besonderes Können, sind die Wege doch aufgrund des hohen Menschenandrangs gut befestigt und ausgebaut. Wenn Sie den 1813 Meter hohen Basaltfelsen jedoch ganz besteigen möchten, sollten Sie Ihr Klettersteigset einpacken, da sich der Gipfelfels etwa 65 Meter über seine Umgebung, eine verhältnismäßig flache Gipfelebene, erhebt. Unmittelbar neben dem Roque Nublo liegt der deutlich kleinere Roque Rana (span. “Froschfelsen”). Sie beide liegen mitten im Naturpark Parque Rural del Nublo, der einerseits von ausgedehnten Kiefernwäldern dominiert wird, aber andererseits auch nur kärglich bewachsene, felsige Abschnitte vorzuweisen hat. Von dort aus haben Sie einen wunderschönen Ausblick auf die umliegende Szenerie, die ein wenig an den Wilden Westen erinnert.

3. Presa de las Niñas

Das nächste Abenteuer klingt so schön, dass Sie sich den Namen gleich nochmal laut vorlesen sollten: “Presa de las Niñas”. Klingt wie eine eigene Kunstform, oder? Hierbei handelt es sich um einen wunderschönen Stausee, der von kanarischen Kiefern umgeben ist und bei warmen Sommertemperaturen zum Baden einlädt. Um den See herum finden Sie verschiedene Wanderwege, die die Möglichkeit bieten, die Umgebung zu erforschen und den See aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten sowie zahlreiche Tische, Bänke und Grillplätze, die danach zum Entspannen einladen. Nicht weit vom See entfernt, liegt ein Zeltplatz, der sogar über Toiletten und fließendes Wasser verfügt. Ihrem Abenteuer am Presa de las Niñas steht also nichts mehr im Wege! Oder vielleicht doch? In unmittelbarer Sichtweite befindet sich eine mehr als 400 Jahre alte Kiefer, die alle anderen Bäume überragt. Glaubt man der Legende, so wurde an jener Kiefer eine junge Frau festgebunden und bei lebendigem Leibe verbannt, während die Flammen dem Baum jedoch nichts anhaben konnten. Tatsächlich hat dieser Baum über Jahrhunderte hinweg bereits mehrere Brände schadlos überstanden. Ein bisschen Spuk tut doch jedem Abenteuer gut, oder?

4. Playa de Güi Güi

Bevor Sie sich jetzt die Zunge brechen: Gesprochen wird es Playa de Wee Wee. Und wenn Sie auch nur einen Hauch spanisch können oder aber schon mal am Ballermann waren, wissen Sie natürlich, dass es sich bei Playa nur um einen Strand handeln kann. Und so ist es auch! Der wohl einsamste Strand Gran Canarias – ein Traum. Doch der Aufenthalt dort möchte sich erst verdient werden: Starten Sie in dem kleinen Dorf San Nicolas, liegen elf Kilometer Weg mit 1500 Höhenmetern vor Ihnen. Für eine Strecke versteht sich. Alternativ können Sie auch in Tasartico starten. Von da aus sind es immerhin nur vier Kilometer bis zum Traumstrand. Doch der Weg dorthin ist keineswegs ein Fluch, sondern vielmehr ein Segen. Ein schmaler Pfad schlängelt sich ununterbrochen durch Felder aus Kakteen, die sich permanent mit roten Felsen und saftig grünen Sträuchern abwechseln. Bei gutem Wetter können Sie sogar den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa bestaunen. Mit 3718 Metern ist es der höchste Berg auf spanischem Staatsgebiet und wahrlich ein prachtvoller Anblick! Am menschenleeren Playa Güi Güi angekommen, können Sie dann die Ruhe genießen und sich im Atlantik erfrischen. Da die Wanderung doch anstrengend ist und einige Zeit in Anspruch nimmt, ist eine Übernachtung zu empfehlen. So können Sie sich nicht nur ausruhen und gestärkt am nächsten Tag zurück wandern, sondern auch den Sonnenuntergang am Strand genießen.

5. Naturpark Tamadaba

Zu guter Letzt sei Ihnen ein kanarischer Kiefernwald in einem Biosphärenreservat zu empfehlen, das sich über eine Fläche von ca. 7500 Hektar erschließt. Die grüne Zone liegt im nordwestlichen Teil der Insel und zieht sich von den Berggipfeln bis hinunter zur Küste. Der Naturpark zählt zu den Gebieten auf Gran Canaria, die am wenigsten von Menschenhand manipuliert wurden und bietet Ihnen wunderschöne Wälder voller endemischer Kiefern, schwindelerregende Steilklippen, die bis zur Küste reichen und eine außerordentliche Artenvielfalt in seinen unzähligen Schluchten. In den Berggipfeln des Parks können Sie im Naherholungsgebiet Llanos de la Mimbre eine Picknickpause einlegen und die Natur voll und ganz genießen. Kleiner Geheimtipp: Kurz vor dem Picknickplatz befindet sich direkt am Wegesrand ein Felsvorsprung, der sich optimal als Lagerstelle eignet. Der Platz ist trocken, vor Wind und Regen geschützt und sogar so hoch, dass ein Zelt problemlos dadrunter stehen kann. Die perfekten Voraussetzungen, um in dieser wunderschönen Landschaft ein Overnight-Abenteuer zu erleben.


Fazit – Abenteuer auf Gran Canaria

Bei den meisten Leuten gilt Gran Canaria vermutlich immer noch als Hotspot für Hotelurlaub. Doch die Insel findet durch ihre wunderschöne und vielseitige Landschaft auch immer mehr Anklang bei Wandersleuten und Outdoor-Enthusiasten. Nicht umsonst wird Gran Canaria wegen seiner klimatischen und geographischen Vielfalt auch als “Miniaturkontinent” bezeichnet.

Die so eben vorgestellten Abenteuer habe ich selbst erlebt und kann sie mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Nichtsdestotrotz dienen diese Empfehlungen lediglich als Inspiration für Ihr persönliches Abenteuer und sind nicht in Stein gemeißelt. Hoffentlich konnte ich Sie für die ein oder andere Sehenswürdigkeit begeistern, sodass Ihr nächstes Abenteuer vielleicht ja auf Gran Canaria stattfinden wird.

Über den Autor

Jannik

Jannik ist 23 Jahre alt, hat in Köln Sportmanagement und Kommunikation studiert und wohnt zur Zeit in München. Da er aber sehr gerne draußen unterwegs ist und die Natur genießt, kann sich das zum jetzigen Zeitpunkt schon wieder geändert haben. Zusammen mit Thomas betreibt er den Outdoorblog Trekkinglife sowie den gleichnamigen YouTube-Kanal, auf dem regelmäßig hochwertiger Content produziert wird...