Männerleben

Richtig für den eigenen Tod vorsorgen

Thilo Heffen
Geschrieben von Thilo Heffen

Wenn Sie zur Zielgruppe der 30 bis 50-jährigen gehören an die sich EXIMUM richtet, dann haben wir jetzt eine schlechte Nachricht für Sie: Sie sind bald tot! Jeder von Ihnen, ohne Ausnahme. Und für den Rest sieht es auch ziemlich mau aus, wenn wir mal ehrlich sind. Da stellt sich doch die Frage, ob Sie schon alles vorbereitet haben wenn der Tag X kommt. Gehören Sie zum Großteil der Bevölkerung deren Tod die eigenen Hinterbliebenen vor weitere, unnötige Probleme stellt weil überhaupt nichts geregelt ist? Sollte das der Fall sein dann zeigen wir Ihnen jetzt wie Sie für den eigenen Tod vorsorgen und an was Sie alles denken sollten bevor es soweit ist

Es ist eine traurige Tatsache dass im Falle des Ablebens neben der Trauer weitere Probleme für den/die PartnerIn, die Kinder oder allgemein die Hinterbliebenen auftauchen. Probleme, die im Vorfeld durch Vorbereitung und Organisation hätten vermieden werden können: Wer hat die Kontovollmacht? Wo ist der Reisepass bzw. der Personalausweis? Was ist mit den hinterlassenen Schulden? Könnten diese -und weitere- Fragen von Ihren Angehörigen ohne weiteres beantwortet werden?

Geld und Vermögen

Machen Sie sich Gedanken über jeden einzelnen Vermögenswert und notieren Sie ihn auf einer Liste. Je detaillierter die Angaben sind, desto leichter lässt sich später ohne Ihre Hilfe feststellen was auf der Habenseite steht. Geben Sie so genau wie möglich den Wert Ihrer Wertsachen an und wo sie sich befinden. Notieren Sie auf dieser Liste auch wo sich dazugehörige Dokumente, etc. finden lassen, ob bestimmte Ansprechpartner existieren, etc. Betrachten Sie die Liste mit den Augen eines Außenstehenden! Könnten Sie damit etwas anfangen?

Beispiele für Vermögenswerte:

  • Versicherungen
  • Bausparverträge
  • Guthaben auf Konten
  • Eigene Immobilien und Wohnungseigentum
  • Aktien und andere Wertpapiere
  • Fondsanteile
  • Investitionen
  • Sammlungen (z.B. Münzen, etc.)
  • Wertvolle Gegenstände
  • Noch ausstehende Forderungen
Schulden

Was für das Vermögen gilt, ist im Fall von Schulden noch viel wichtiger. Sie möchten schließlich niemanden auf einem Berg unbezahlter Rechungen und ausstehender Forderungen sitzen lassen, oder? Gehen Sie hier genauso vor wie beim Punkt Geld und Vermögen.

Beispiele:

  • Zu tilgende Kredite
  • Überziehungskredite
  • Zu leistende Ratenzahlungen
  • Kaufverträge (z.B. offene Rechnungen und Ratenzahlungen für den Kühlschrank oder das Auto)
  • Mietschulden
  • Steuerschulden
Richtig für den eigenen Tod vorsorgen - Trauernde Frau

Zum Verlust noch die Bürokratie? Muss nicht sein!

Patientenverfügung

Laut Wikipedia ist eine Patientenverfügung eine Willenserklärung einer Person für den Fall, dass sie ihren Willen nicht mehr (wirksam) erklären kann. Sie bezieht sich auf medizinische Maßnahmen wie ärztliche Heileingriffe und steht meist im Zusammenhang mit der Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen. In ihr kann man festlegen, welche medizinischen Maßnahmen man ausschließen möchte und erspart so seinen Angehörigen eine unter Umständen sehr schwere Entscheidung, wie z.B. das Abschalten lebenserhaltender Systeme.

Die jeweils neueste Version der Patientenverfügung kann auf der Webseite des BMJV heruntergeladen werden.

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht räumt einer anderen Person das Recht ein, stellvertretend in Ihrem Namen zu handeln. Sie regelt rechtliche Aspekte wie die Vermögensverwaltung, das Führen von Rechtsgeschäften, die medizinische Betreuung und weitere Dinge für den Fall, dass ein Mensch diese Funktionen selbst nicht mehr wahrnehmen kann. Sie reicht deshalb weiter als eine einfache Bankvollmacht.

In diesem Zusammenhang macht es auch Sinn eine Betreuungsverfügung aufzusetzen. Darin können Sie, noch im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte, zum Beispiel festlegen, ob Sie im Pflegefall eine Betreuung zuhause oder im Pflegeheim wünschen.

Testament

Auch wenn Sie es für ein Filmklischee halten: Es entstehen nach wie vor zahlreiche Konflikte nach dem Tod eines Anverwandten, weil dieser sein Testament entweder nicht ausdrücklich oder nicht in korrekter Form verfasst hat. Bei bestattungen.de können Sie das Muster eines Testaments als Beispiel herunterladen. Bei komplizierten Verhältnissen empfiehlt sich das Aufsetzen eines Erbvertrages. Besprechen Sie Ihr Testament noch zu Lebzeiten mit Ihren Hinterbliebenen. Damit räumen Sie erhebliches Konfliktpotential aus dem Weg wollen Sie für den eigenen Tod vorsorgen.

Falls das eigene Testament nicht bei einem Notar hinterlegt wird muss es handschriftlich verfasst und mit Ort, Datum und Unterschrift versehen sein.

Richtig für den eigenen Tod vorsorgen - Bestatter

Der kleine Unterschied: Vorweg laufen oder hinten gefahren werden

Weitere Vollmachten

Direkt nach Ihrem Dahinscheiden ist erst einmal niemand berechtigt Ihren Willen zu vollstrecken. Ändern können Sie das indem Sie einer Person Ihres Vertrauens eine Vollmacht erteilen. Natürlich sollte diese Person wissen dass ihr diese Vollmacht übertragen wurde, und auch, wo sich diese Vollmacht befindet.

Bestattungsvorsorge

Nehmen Sie Ihre eigene Bestattung selbst in die Hand. So ersparen Sie Ihren Angehörigen diesen -wichtigen, aber durchaus belastenden- kostenintensiven Schritt. Sie können dazu auch sicher sein, dass Ihre Beerdigung genau so stattfindet wie Sie es mit dem Bestattungsinstitut vereinbart haben. Die Kosten für das Ereignis können z.B. entweder testamentarisch verfügt oder über eine sogenannte Sterbegeldversicherung gedeckt werden. Die Stiftung Warentest steht Sterbegeldversicherungen kritisch gegenüber und empfiehlt als Alternative z.B. das Abschließen einer Risikolebensversicherung.

Darüber hinaus empfiehlt sich das Aufsetzen einer Bestattungsverfügung. In ihr erklärt man, wie mit der eigenen Leiche nach dem Tod verfahren werden soll. Eine Musterformulierung finden Sie bei aeternitas.de.

Versicherungen

Halten Sie die Daten ihrerer Versicherungen fest

  • Lebensversicherung: Welche Gesellschaft, in welcher höhe, Begünstigter und Höhe
  • Unfallversicherung: Welche Gesellschaft, in welcher Höhe, Ploicen-Nummer
  • Krankenversicherung: Gesellschaft, Versicherungsnummer
  • Hausratsversicherung: Versicherungsnummer
  • Haftpflichtversicherung: Versicherungsnummer
  • Rentenversicherung: Versichertennummer
  • Bausparvertrag: Bei welcher Bank unter welcher Nummer

Beim Bund der Versicherten können Sie sich dieses Infoblatt zum Thema herunterladen.

Richtig für den eigenen Tod vorsorgen - Alte Hardware

Bei manchen ist die Hardware schon Jahre vorher gestorben

Dokumentenmappe

Um allen Beteiligten in dieser akuten Trauerphase das Leben so einfach wie möglich zu machen, empfiehlt es sich alle Dokumente übersichtlich in einem Ordner (Oder einer feuerfesten Dokumentenbox) aufzubewahren. Neben den oben erwähnten Dokumenten sollten auch Nachweise über Mitgliedschaften, Passwörter, die letzte Steuererklärung, Adressliste der Menschen, die über den eigenen Tod informiert werden sollen sowie Schlüssel zu Bankschließfächern, Kontaktdaten des Vermieters, Versicherungen, Hypotheken etc. aufbewahrt werden.

Separates Konto

Viele Paare haben ein Gemeinschaftskonto. Dabei wird zwischen einem Und-Konto und einem Oder-Konto unterschieden. Im Erbfall herrscht zwischen beiden Kontoarten ein erheblicher Unterschied. Um allen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen empfiehlt es sich für beide Partner, jeweils zusätzlich ein separates Konto anzulegen. Auf diesem sollte sich genug Geld befinden um bis zur Abwicklung des  gemeinsamen Kontos leben und alle Ausgaben bestreiten zu können.

Was ist mit meinen digitalen Daten?

Information verlagert sich ins Internet und in die verschiedenen Clouds. Und auch wer daran gedacht hat seinen Nachlass zu regeln stößt wahrscheinlich auf Schwierigkeiten, wenn es darum geht, wie er mit seinen digitalen Daten verfahren soll. Zu diesem Thema gibt es viele Artikel, beispielsweise von nachlassbegleiter.de, dem Verbraucherservice Bayern oder der Verbraucherzentrale. Mittlerweile haben kluge Köpfe auch erkannt dass hier Bedarf besteht. Anbieter wie Meminto versprechen, sich nach Ihrem Ableben adäquat um Ihre Daten zu kümmern.

Richtig für den eigenen Tod vorsorgen: Fazit

Für viele sicherlich ein schwieriger Schritt, muss man sich doch länger mit dem Ende der eigenen Existenz und den daraus resultierenden Folgen für die uns nahe stehenden Menschen befassen. Nichtsdestotrotz sollte er getan werden, denn hat man einmal alles vorbereitet, nimmt man sich die Sorge, was nach einem plötzlichen Tod mit dem Partner, der Familie oder den Kindern ist. Und wer seinen Hinterbliebenen etwas außergewöhnliches hinterlassen möchte, der kann ihnen z.B. eine Schallplatte schenken.

Thilo Heffen

Thilo Heffen wurde 1970 geboren und ist immer noch nicht tot. Sein Berufsleben besteht zum großen Teil aus Titeln mit dem Präfix „Ex-„, wie zum Beispiel Ex-Soldat, Ex-Netzwerkingenieur, Ex-Filmemacher, Ex-Operations Manager oder Ex-Niederlassungsleiter. Wird er gerade nicht von Frau, Kindern oder Hund in Beschlag genommen, versucht er auf EXIMUM Beiträge so interessant zu schreiben, dass sie auch von anderen gerne gelesen werden.

2 Comments

  • Bravo, „Richtig für den eigenen Tod vorsorgen“ ist kompakt, informativ und offenbar vollständig. Einer so sachlichen und gut recherchierten Website fehlt offenbar noch die Information von der Neuerscheinung: „Pflegefall? Nein, danke! Mit der Patientenverfügung selbst entscheiden“ (Facultas-Maudrich-Verlag, Wien 2017). Bei amazon kann man einen Blick ins Buch machen.

    Kurze „Beschreibung“: Das Rechtsinstrument Patientenverfügung ist wichtig und es hat auch mit gutem Grund rechtlichen Rahmenbedingungen zu entsprechen. Aber es ist ein höchstpersönliches Recht, eine PatV zu errichten. Deshalb: Schon bevor jemand zum Arzt geht, um sich über eine Patientenverfügung beraten zu lassen, sollte er sich Gedanken darüber machen, was er eigentlich möchte – soll mein Leben künstlich verlängert werden oder nicht? Wer soll mich pflegen? Wie viel wird die Pflege kosten und wie kann sie von mir oder von den Angehörigen finanziert werden? Solche und andere Fragen, die sich aber nur jeder persönlich beantworten kann, führen zur Meinungs- und Willensbildung. Erst danach kann man sich für die Entscheidungsfindung über ablehnen oder zustimmen zu medizinischen Maßnahmen beraten lassen, und von einem Juristen bei der Formulierung helfen lassen. Sowohl für diese „Vorarbeit“, aber auch für nachher, nämlich wenn man seine Patientenverfügung gemäß der Empfehlung des BMJV.de jährlich überprüfen und erneuern möchte, gibt es jetzt den Patientenratgeber „Pflegefall? Nein, danke! Mit der Patientenverfügung selbst entscheiden“, der die Rechtsnormen der Länder D-A-CH berücksichtigt.

    • Vielen Dank für den Kommentar und die weiterführende Information. Dieses Buch behandelt das Thema Vorsorge weitaus intensiver als es der Artikel tun könnte und sollte als weiterführende Literatur zu Rate gezogen werden. Gruß, Thilo Heffen

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